Vorwort für Verlage und Steemians:
Dieser Artikel ist der Beginn einer Reihe aus voraussichtlich max. vier Teilen. Darin wird die Blockchain Steem, im Rahmen eines Selbsterfahrungsberichtes, vorgestellt, den der nicht ganz normale Blogger Georg Samsen einem Journalisten seines Vertrauens übergeben hat. Der Autor dieser Zeilen stellt sich kühn vor, von der Bloggerin und Deutschlehrerin lektoriert zu werden. Ja, das klingt aber nur unverschämt. Es ist leicht vorstellbar, dass die lektorierte Version unter den Kommentaren zu diesem Artikel, gevotet wird, wie ein kompletter Artikel von Chriddi. Es sollte der Versuch wenigstens unternommen werden, sich Lektoren auf dem Steem zu leisten. Mit der Überschrift „PPP[3]–Lektorat“ versehen, kann die Lektorin außerdem ihren zeitlichen Aufwand dokumentieren und auf gute Rewards hoffen. Mehr als PPP bräuchte es eigentlich nicht, um einen Whale–Bot[4] zum Voten zu triggern. Theoretisch.
Verkäuflich
Die komplette PPP[3]–Reihe „Blockchain im Selbstversuch“ kann ein Verlag gerne für 50 STEEM pro Artikel exklusiv erwerben. Wurde ein Teil innerhalb von vier Wochen nach Erscheinen auf dem Steem noch nicht verkauft, steht er sonstigen Abnehmern zur Verfügung, die keinen Anspruch auf Exklusivität erheben wollen. Dann kostet er nur noch 30 STEEM pro Veröffentlichung. Wie das funktioniert, soll gerne voraus geschickt werden, denn dieses Angebot wurde ganz bewusst mit so lehrreichen, wie nachhaltigen Blockchain–Umständen verbunden.
Nur 15 Euro
50 STEEM entsprechen, Stand 20.11.2018, etwa 15 Euro. Der genaue Wert ergibt sich aus dem Tageskurs der Börse, wo Sie STEEM erwerben, zuzüglich einer kleinen Börsengebühr für den Transfer. Die Börse ist gerade rasant in Bewegung, wodurch sich auch noch wesentlich günstigere Wechselkurse ergeben könnten, bevor der Bitcoin–Kurs wieder steigt. Der Autor gibt gerne Hilfestellung[2], wie ein Umtausch in Coins und zurück, schnell durchgeführt wird. Ist dieser neue Kanal erst einmal eröffnet, was natürlich mit gewissem Anmeldungs–Aufwand verbunden ist, funktioniert die Sache einfach per IBAN–Überweisung.
Exklusiv
Der Erwerb eines Artikels, innerhalb von 4 Wochen, ist mit Exklusivität verbunden, sowie einer neuen Verbindung, über die weiterhin, problemlos Artikel bei Steem–Autoren Ihrer Wahl erworben werden könnten. Darüber hinaus besitzen Sie einen Steem–Account, mit dem Sie ihrerseits, kurz vor der Veröffentlichung in Ihrem Medium, eigene Artikel monetarisieren lassen können. Das erledigt die Blockchain automatisch, mit jedem von ihr gespeicherten Content. Bei diesem Unterfangen stehen Ihnen erfahrene Steem–Blogger gerne mit Rat und Tat zur Seite. Weil Sie ohne kompetente Beratung auf der Blockchain für Medien, schnell das Falsche tun können.
Fundus
Der Steem speichert einen reichen Fundus an Content aller Art. Produziert wird der von nahezu unermüdlichen Autoren. Außer dem Medium des Käufers hat niemand das Recht, einen Artikel zu veröffentlichen. Einzige Ausnahme: Im Blockchain–Account des Autoren existiert er bereits, um innerhalb der Steem–Community gevotet (monetarisiert) zu werden. Die Klickrate einer Steem–Veröffentlichung hält sich im ganz bescheidenen Rahmen von wenigen Steem–Bloggern, was einer Veröffentlichung nicht gleicht. Der Steem ist ein Speichermedium, das Original–Content monetarisiert.
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Die Froschdämmerung
Verwandlung
Im Leben des Georg Samsen (66)[1] hat sich viel verändert. Er dachte sogar schon darüber nach, ob das überhaupt noch ein Leben sei. Denn eines Morgens fand er sich an einem Tümpel sitzend und war zum Frosch geworden. Er quakte in allen Stimmlagen. Samsen fühlte sogar einen Hauch von Heuschrecke um seinen Mund herum wachsen. Das ehemalige Facebook–Mitglied ist seit Dezember 2016 Autor auf einer Blockchain für Medien, dem Steem tätig. Sein Steem–Avatar ist ein Frosch, der auch so heißt: Afrog. Spötter fantasierten gar einen Afro–G aus seinem Avatar, doch den Frosch hatte Samsens Wesen längst angenommen. Hinter dem Display seines PC, ist er Frosch am Tümpel geworden. Davor sitzend, wurde er für seine Familie zunächst ein seltsames Stück Möbel.
„Machen wir uns nichts vor,“ erzählt Samsen, „es hat das ganze Jahr 2017 gedauert, um überhaupt zu verstehen, was ich da tue. Was die Blockchain mit Medien am Hut hat, habe ich jetzt erst, Ende 2018 verstanden.” Samsen hält sinnierend inne. „Dabei ist es so einfach! Unglaublich, wie man das Einfachste immer zuletzt erkennt!“ Georg Samsen war 2016 ein absoluter Neuling im Metier der Coins und Chains. Er kam aus Neugier und ist aus reiner Faszination dabei geblieben.
Woher, wohin?
Als Freizeit–Autor auf Facebook war er lange nicht glücklich. Dort pflegte er vier verschiedene Blogs. Der eine lief unter seinem bürgerlichen Namen, einer kam als IT–Firma daher. Der nächste war ein satirischer Blog über Lokalpolitik und im damals neuesten Projekt phantasierte er frei über Universum und die Welt. Seine Artikel sprengten jedes Maß an Zumutbarkeit, angesichts einer unausgesprochenen FB–Etikette, sich kurz zu fassen. Das Netzwerk des schnellen Wortes funktionierte nicht für ihn. Zu wenige Leser, minimale Resonanz, kaum Bestätigung. Da fällt ein Autor ganz schnell trocken. Facebook sei für Blogger kein Paradies, befand er, und ’Social’ sei was ganz anderes. Georg Samsen beendete dort jede schriftstellerische Aktivität und beschloss, mit seinen 64 Jahren, ein richtiger Autor zu werden. Er wollte vom Schreiben leben, bis er vergreisen würde.
Ahnungslos
Samsen konnte nicht ahnen, wohin ihn der Entschluss führen sollte. Über Respektverlust bei seinen Kindern und Eheverwerfungen hinweg, bis hin zu einem Weihnachten im Krankenkenhaus, hat es ihn gebeutelt. Neben anhaltender, ermüdender Euphorie, war alles dabei, was ein Leser sich unter Emotionen vorstellen kann. Der erste Schritt führte zu einem Content–Broker. Eine Plattform, die Content suchenden Auftraggebern, Autoren anbietet. Dort war Geld zu holen und Georg erledigte auf Anhieb zehn Auftragsarbeiten zur vollen Zufriedenheit der Kunden. Es waren Artikel mit maximal 1300 Worten pro Einheit. Für ihn war das willkommene Übung sich kurz zu fassen, doch der Ertrag kam Samsen lausig vor, mit viel Recherche und Lustgewinn gleich Null. Daher fragte er eines Abends den Neffen: „Weißt du, wo man im Internet mit Texten Geld verdienen kann?“
Der zählte seinem Onkel alle der Jugend bekannten Möglichkeiten auf und durch einen Nachsatz sollte das Schicksal schließlich seinen Lauf nehmen: „Es gibt da noch eine Blockchain, keine Ahnung, Steemit heißt das. Man soll dort schreiben und wird dafür belohnt. Wie das funktioniert, ist mir nicht klar. Es war mir zu kompliziert. Du fängst dort sogar mit einem Guthaben von 8 STEEM an, was ungefähr fünf Euro sind. Aber ich weiß nicht, was ich mit dem ’Weird Stuff’ anfangen soll und wie man das Geld da raus holt. Ich habe meinen Key verloren.“
Weird Stuff
Die Beschreibung elektrisierte Georg Samsen sofort. Dreißig Jahre IT–Allrounder erkannten eine klare, fachliche Herausforderung. Coins, Blockchain, keine Ahnung, aber dem Neffen wollte er zeigen, was man mit ’Weird Stuff’ alles anfangen kann. Die bieten ja nicht aus reinem Blödsinn ein IT–Rätsel an. Dass man bei ihnen mit Schreiben Geld verdienen kann, ist Grund genug, das Rätsel zu lösen. Den Begriff ’Blockchain’ nahm Georg dabei kaum zur Kenntnis, als der Neffe weiter erzählte. Man könne neuerdings überall im Internet Coins verdienen, die man in richtiges Geld umtauscht. Die Coins kämen von Blockchains, wie zum Beispiel dem Bitcoin. Mit dem Erzählen der Bitcoin–Pizzalegende, war sein Pulver verschossen, da keinerlei Erfahrung mit der neuen Technik vorlag. Er wandte sich wieder seinem Spiel zu. Samsen hatte entschieden. Steemit soll es sein. Das klang am Interessantesten. Blockchain oder Coins waren ihm dabei vollkommen egal.
Die Plattform
Die einzig verfügbare Plattform, auf der man die Blockchain Steem damals bedienen konnte, war Steemit. Im internen Sprachgebrauch der Blockchain nennt man so eine Plattform ’Condenser’ (Kondensator). Darauf kondensieren die Daten der Blockchain, mehr bedeutet das zunächst nicht. 2016 war Steemit ein rudimentäres System zum Bloggen, Kommentieren und Abstimmen (Voten). Es bot einen Editor, der sogar heute noch an Gestaltungsmöglichkeiten das meiste vermissen lässt und mutet an, wie die Steinzeit des Internet. Georg Samsen hatte keine Vorstellung davon, wie er anfangen sollte und entschied sich, sein letztes Thema von Facebook neu zu verfassen. Es war eine launige Deutschlektion über die Besonderheit von Anführungsstrichen.
Anders bloggen
Direkt nach dem Absetzen seines Erstlings begrüßten ihn andere Blogger und gaben 'Votes' für ihn ab. Das war kein überwältigendes Echo, aber es war anders. Ganz anders, als von Facebook gewohnt, gingen Kommentare auf Inhalte ein, waren reflektierend und ausschließlich freundlich gesinnt. Die wenigen Kommentatoren lobten seinen Stil und flochten gar Scherze in ihre Antworten. Er fühlte sich angenommen und drehte komplett die Schreibe auf. Jedes seiner Postings wurde zur Kenntnis genommen. Jeder Artikel wurde gevotet und in Kommentaren nahezu gefeiert. Beinahe schien es ihm, als habe der Steem auf ihn gewartet. Samsen spürte sofort: Hier ist der Autor zuhause und verdient echtes Geld.
Dollars
Dass der Kurs des STEEM damals noch unter 20 Cent lag, hatte Samsen gar nicht zur Kenntnis genommen. Die Ziffer der Belohnung, sein Reward, wuchs regelmäßig drei Tage nach einem Posting an. Das genügte, denn er verdiente sofort mehr, als beim Content–Broker. Das war die Hauptsache. Zehn Dollar, Zwanzig Dollar, die Summe wurde immer höher, bis ein Artikel gar 98 Dollar bringen sollte. Dass auf dem Steem der Dollar gar kein US–Dollar war, interessierte ihn zunächst nicht, seit er angefangen hatte, die ungewöhnlichtsten Artikel seines Lebens zu schreiben. Samsen wurde zunehmend von einer Community begleitet.
Fortsetzung
Lesen sie im nächsten Artikel, wie Georg Samsen zur Metamorphose kam und Weihnachten 2016 im Krankenhaus verbrachte.
Anmerkungen:
[1] Namen geändert.
[2] Sie erreichen den Autoren per eMail unter „steemit [at] clapwood.com“.
[3] PPP bedeutet Präsentations– und Postproduktions–Portal, womit Artikel gekennzeichnet werden, die zum Verkauf stehen. Da verkaufte Artikel nur lektoriert abgegeben werden und sie der Außendarstellung des Steem dienen, stehen sie unter Wal–Beobachtung.
[4] Als Wal oder Whale werden große Steem–Accounts bezeichnet, die mit einem Vote bis zu mehreren hundert US–Dollar verteilen können. Steembenutzer können Software–Roboter auf dem Steem laufen haben, sogenannte Bots, die nach ihren Vorgaben voten. Jeder Steemnutzer erhält 10 einhundert Prozent–Votes/24h vom Steem zur freien Verfügung. Alleine durch die Vergabe von Votes erwirtschaftet man schon Rendite.