Nachts, auf der Terrasse sitzend, sucht der Mann den Mond. Wo ist das Ding geblieben? Der verschwindet doch nicht von einem Tag auf den anderen! Gestern stand er noch dort oben und schien ihm ins Gesicht.
Heute muss er nach dem Gesellen suchen. Das kann nicht sein! Gut, es ist eine andere Uhrzeit, aber von einem Tag zum anderen einfach in Luft auflösen – wie soll das gehen?
Wanderung
Sicher ist der Mond mal hier und mal dort. Oft ist er auch lange nicht zu sehen und vieles von dem Beobachteten geschieht ja nur scheinbar. Er hat eine Umlaufbahn, wird ununterbrochen von der Sonne beleuchtet, außer im Schatten seines Planeten. Er steht nicht nur einfach da, sondern der Mond zieht auf einer Bahn um uns herum, während wir uns gleichzeitig drehen und mit ihm auf unserer Bahn um die Sonne ziehen. Dass er sich dabei nicht selbst dreht, ist mindestens sonderbar. Wir sehen seine Lichtgestalten, die sich durch unsere gemeinsamen, addierten Positionsänderungen im Scheine der Sonne ergeben.
Veränderung
Das Ändern seiner Gestalt kann, je nach Konstellation der unterschiedlich beweglichen Körper zueinander, mal langsamer und mal schneller vonstatten gehen. Gestern muss es sehr schnell gegangen sein, denn heute ist der Mond plötzlich unsichtbar. Bei klarem Himmel. Dort, hoch oben, zog er zuletzt vom Abendgrauen, bis hin zur Morgendämmerung. Er war unmöglich zu übersehen und lässt sich heute nicht mehr blicken. Bei wolkenlosem Himmel.
Verschwinden
Einfach weg, das geht doch gar nicht! So muss der auf der Terrasse dem Phänomen auf die Spur kommen und fühlt sich, für eine Weile, wie ein Schamane der was entdeckt hat und einem Geheimnis des großen Tohuwabohu auf die Spur kommt.Also steht er sogar auf und schaut um die Ecke des Hauses, wissend wie lächerlich das ist. Selbst auf unmöglichen Positionen ist er nicht zu finden. Ratlos späht er in die Nacht hinein, scharf über die Kronen der gegenüber wachsenden Baumkronen hinweg pirschend. Die Pupillen weit geöffnet, macht sich bei ihm Ratlosigkeit breit. Der Mond ist weg.
Baumgruppe
Das gibt es doch nicht, denkt er. Schon lange vor Mitternacht stand er gestern noch dort drüben. Hier oder dort, gegenüber muss er doch irgendwo schweben. Was ist das für ein Witz? Da stand er, wie eine Lampe über dem Bett der wenigen Sterne. Milliarden sind hier nicht zu sehen, unter dem Licht einer hellen Stadt. Nochmal von vorne: Es war Vollmond. Er hat ihn kommen sehen. Beinahe jede Phase des Entstehens konnte er beobachten. Wo er auf seiner Bahn hoch kam, weiß er jetzt genau, wie er gezogen ist und dort vor der Hausecke, ist er immer hinter den anderen Bäumen verschwunden. Heute nicht.
Himmelsspiel
Das Spiel am Himmel hat seine Gedanken begleitet. Tagelang beobachtend, bis zu einem Punkt gar, als ihm ein Stück Zunahme des Himmelskörpers förmlich ins Auge gesprungen ist, saß er fasziniert und schaute. So wie heute sitzt er nun beinahe jede Nacht und plötzlich ist der Mond einfach verschwunden. Was seine Gedanken schließlich von dem Rätsel der verschwundenen Lichtscheibe ablenkte, ist ihm gar nicht mehr bewusst. Doch auf einmal musste er an sich selbst denken. Dass er niemals ein Spezialist werden wollte, während sich die Welt mit ihnen füllte.
Spezialisten
Als Kind kam er schon früh, intensiv mit Spezialisten in Berührung. Es waren nicht etwa nur medizinische Doktoren, Ärzte, Polizisten, Piloten und Lokomotivführer. Nein, Vater, Onkels, Nachbarn, Kunden, Gebietsleiter, Niederländer, Schweizer. Engländer trafen sich bei seinem Großvater und beinahe jeder Mann der Welt musste sich damals spezialisieren. Wer es nicht tat, war abgehängt, hieß es. Dann war man verdammt, lebenslang niedere Arbeiten zu verrichten und arm zu sterben. Er fühlte immer, dass ihn das Universum für irgendwas ganz Besonderes geschaffen hatte. Das Universum? Oh, es hatte sich schon sehr früh in seinem Bewusstsein eingenistet. Vielleicht würde er gar derjenige sein, der den Sinn des Ganzen ergründet. Das hat er sich immer gewünscht.
Vergangenheit
Soldaten wurden zu der Zeit keine mehr gebraucht. Man sah zwar viel versehrtes Kanonenfutter an Krücken gehen, doch dessen gesellschaftliche Stellung nahm zu jener Zeit gerade recht rapide an Ansehen ab. Diese Menschen waren auch gar nicht gut drauf. Etwa genau so, wie viele Lehrer, Schaffner, Polizisten und sein Onkel Rudi, dem als Doktor und Lehrer der Rassenkunde, jüngst die Napola um die Ohren geflogen ist. Die waren alle recht schweigsam, in sich gekehrt und höchstens mal spontan sauer auf all die Nachgeborenen, die sich ihre ganze Welt unbefangen zueigen machten und Spaß hatten.
Erfahrung
Man spezialisierte sich und es sollte gar nicht mehr so lange dauern, da waren auch schon die Frauen dran, sich zu spezialisieren. Ihm kam es zwar so vor, als seien alle Mütter, wie auch Schönheiten schon deutlich genug spezialisiert. Aber auch sie spezialisierten sich begeistert weiter, um schließlich in die Fabriken zu gehen. Dann hatten auch sie keine Zeit mehr, sich intensiv, etwa im heute gemessenen Maß, um ihre Kinder zu kümmern. Im Umfeld seines Großvaters, der ein ganz krasser Spezialist und promovierter Metallurge war, erfuhr er vom Spezialistenleben geradezu alles.
Geborgenheit
Die Großmutter, zuhörend, mit halb geschlossenen Augen ihrem Mann den Kopf zuneigend, hatte drei Finger der einen Hand über der Nasenwurzel liegen, den Ellbogen in der anderen und nickte ganz leise, immerfort. So schien sie ihm konzentriert zu folgen, während das Enkelkind in geborgenem Rahmen an seine Großmutter gelehnt, den Monologen des Spezialisten und auch seinen Gästen lauschen durfte. Dieser feinen, überlegten Sprache ausgesetzt, blieb er fasziniert im ununterbrochenen Monolog des Großvaters haften. Er versuchte, den so ruhig daher geknurrten Worten des alten Wieners zu folgen, deren Bedeutung für den Enkel jedoch nie so tief sein konnte, wie er sie heute verstehen würde. Doch kam er langsam, zu Beginn noch von großer Ehrfurcht erfüllt, nichts begreifend, mit der Zeit dem Sinn einer ganzen Welt auf die Spur.
Brummen
Spezialisten haben sie ergründet und sein Großvater erzählte ihm davon. Im Laufe der Jahre hatte der Alte dem Kinde praktisch alles vermittelt, was ein so ernsthafter Mann seinem Enkel weitergenben kann. Stets mit gemütlichem, ruhigem Brummen in der tiefen Stimme, entspannt im Hier und Jetzt seines wohltuenden Basses. Über seine Lippen kam nur die Willem II, sein Lieblingszigarillo, eine angemessene Menge edelster, geistiger Tropfen, doch nie ein Wort davon, wie er als Halbjude durch die schlimmsten Zeiten gekommen war. Das behielt er eisern für sich, bis über den Tod hinaus. Er schäme sich dafür, rutschte es Dekaden später der Großmutter über die Lippen, ein Jude gewesen zu sein. Der Großvater war im Berliner Werk unabkömmlich und taugte daher nicht recht für das Totmachen. Er war lebendig viel zu nützlich und hat den Zwangsarbeitern heimlich Äpfel zugesteckt.
Im Labor
Damit ihm Rückschlüsse auf seine eigene, rätselhafte Existenz möglich würden, und er seine Berufung finden möge, bis hin zu dem Fach, für das er ohne Zweifel geboren, ja bestimmt war, hörte der Enkel nie auf, nach den Ursachen zu suchen. Er fand sie bei sich, anderen, Gott und der Welt. Im Werk, so hieß z.B. die Fabrik im Familiencode, begegnete er bei Ferienjobs sehr vielen Spezialisten, die im Festigkeitslabor arbeiteten. Nicht, dass sich diese speziellen Menschen angegriffen fühlen. Jetzt muss es geschrieben werden: Gott bewahre uns die Spezialisten! Sie ritzen, reißen, spanen, schrubben, ätzen und stechen mit einem Diamanten Löcher in die härtesten Metalle der Welt, messen Härte nach Brinell. Was wäre die Menschheit ohne Spezialisten?
No Go
Aber all das schien kein erstrebenswerter Lebensentwurf für ihn zu sein. Spezialistentum fühlte sich, bei aller gebotenen Souveränität der Mittel- und Oberklasse, doch immer deutlich unfrei an. Chancen gab es für ihn genug, einer zu werden. Im Laufe seines jungen Lebens erhielt er zahlreich Angebote. Egal für was, Spezialisieren forderte die Zeit. Doch genügte es ihm zu wissen, woher all die Weisheit kommt, wie sie vergeht und was man alles wissen könnte, wenn man nur wollte. Er wusste nur immer ganz genau, was er nicht wollte. Wie die Dinge funktionieren, interessiert ihn sogar heute noch, Jahrzehnte später, und es sollte nie mehr aufhören, dass ständig neue Dinge kamen. Pausenlos.
Claqueure
Karriere, oder wie es ihm gehen würde, wäre er woanders, war nie sein Thema. Das Leben hat ihm alles gezeigt und alles gegeben. Warum er wo nicht hin möchte, wusste er immer. Niemand solle je wieder über sein Leben bestimmen, meinte er, bevor ein Bestimmer dem nächsten folgte. Vaterfiguren, gute Freunde bei Saus und Braus. Alles was er meinte, zu brauchen und nicht mehr da war, als er es gebraucht hätte. Geld, Claqueure und Nutznießer, die immer dann auftauchen, wenn es etwas zu holen gibt. Die aber niemand braucht. Alles hat er gesehen.
Pläne
Der Entwurf ist ihm dabei das Interessanteste geblieben und Endgültigkeit wollte er meiden. Das Leben sollte im Fluss bleiben. So kam er zur Bildung, dem Taxifahren und Studium, wo er sich nicht nur wissenschaftlich auf die Menschen konzentrierte. Um sie und sich selbst final zu verstehen, studierte er sie so lange, bis alle relevanten Fragen des Menschseins beantwortet schienen. Um der Forschung treu zu bleiben, hätte er Spezialist werden können. Allein, er hatte in alle Abgründe der akademischen Existenz geblickt, sah sie unfrei, feindselig, in eitle Intrigen verstrickt, bis hin zu Kriminell und geil auf Ruhm. Dort wollte er sein Leben nicht verbringen. Es sollte immer mindestens so schön bleiben, wie es gerade geworden war.
Gewalten
Dann hat ihn die IT in einen Strudel gerissen. Würde Mephisto seine Seele kaufen wollen, um ihm im Gegenzug, bei aller Bescheidenheit, nur die Zeiten des Hoch– und Runterfahrens wieder zu geben, was er wartend vor Maschinen abwartete, er täte nicht zögern, noch zaudern. All die Zeit, die kein Kunde je bezahlt hat, welche für Produkte schlampiger Hersteller drauf ging, die hastig in den Handel gedrückt wurden. Handel der testet, patcht, tauscht und berichtet. Er und die geplagten Kunden holten einer ganzen Branche die Kohlen aus dem Feuer. Die Händler wurden gelutscht, als alle Margen in den Keller gingen und Computer in Kaufhäusern auftauchten.
Fädchen
Nächtelang in pfriemelige Einzelheiten verbohrt, bis am Morgen nur noch ein Fädchen von ihm übrig war, wandelte er sich zum omnipotenten Spezialisten für Vieles und Nichts. Nichts, weil die IT so schnell vorüber zog. Gelerntes wurde für Momentaufnahmen gebraucht, mitten in einem einzigen, ununterbrochenen Entwicklungsschub. Jahrzehntelang war er des Vielen ganz souverän mächtig. Oft brotlose Kunst zwar und jedem normalen Menschen wäre dabei schwindelig geworden. Doch jetzt weiß er, wie Programme funktionieren, was sie kosten, warum sie laufen, wie man sie herstellt und, vor allem, wie man sie bedient. Er findet jeden, noch so verborgenen Weg in jeder Softwareoberfläche und weiß auch, warum Menschen all das herstellen. Er kennt auch all die verborgenen Ursachen.
Viele Branchen sind ihm geläufig, doch nun schaut er sich die Welt auch gerne mal von oben an. Daher ist er Anwender geworden, Miner am Pool und textet dir was auf die Augen. Er sorgt für Kurzweil bei der Arbeit. Das hört sich irgendwie nach Urlaub an. Findest du nicht auch?
Angekommen
Es sind die Lieblingsleser, die ihn zum Klingen bringen. Die immer mehr von ihm zu wissen begehren , ihn mit Kommentaren und Artikeln öffnen, ja sogar locken. Die Community befruchtet und agitiert ihn unablässig. Es fordert seinen ganzen Instinkt heraus, aufzumachen, dabei nicht Kopf und Kragen zu riskieren. Fängt die Community auch noch an, sich was von seinem Style und seinen Artikeln abzugucken, Themen zu adaptieren, um sie auf jede andere, persönliche Art zu variieren, fühlt er sich im Himmel aller Texter angekommen. Sein Schaffen hat ein Echo bekommen und sein Ego erhielt zusätzliche Freiheitsgrade. Was nicht unbedingt förderlich wirkt, bei schwachen Charaktären. Er muss auf der Hut bleiben und all das Zusammenhanglose zu etwas Gutem verbinden. Das ist seine Bestimmung.
Da isser ja
Und der Mond? Wo war er? Er kommt zunehmend schneller, immer später hoch und hatte sich für Stunden hinter den dichtstehenden Bäumen gegenüber versteckt. Eine Brise ließ ihn schließlich hindurch blitzen und der Sucher hatte verstanden. Im fortgeschrittenen Morgengrauen stand der Mond dann auch wieder dort, wo er die Tage zuvor um etwa 2 Uhr gestanden ist. Alles läuft, wie am Schnürchen, nur abgetaucht ist der Trabant ganz erstaunlich schnell.
Titelbild: Jägerlatein von Paul Felgentreff hosted by Wikimedia.Commons.
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Crash Test Dummies on Steem
Mit den Followern muss ich anders umgehen, spielen. Zunächst bastle ich ein eigenes Spiel. Es läuft im Prinzip bereits, nur die Auflösung ist noch nicht heraus. Dafür ergeben sich blitzgescheite Kommentare z.B. von ,
und das Beste kam sogar aus Indonesien von
. Gestern habe ich ihr einen von vielen 1. Preisen verliehen. Eine Jury habe ich ja in Form einer ganzen Redaktion hier am Tümpel schnarchen. Also werde ich jetzt Tag für Tag unter allen Followern 100 Prozent Votes nach Gusto verteilen. Diejenigen, die meine Jury am meisten davon überzeugen, ein wertvoller Follower zu sein, erhalten volles Vote. Und 5 SBD werde ich demjenigen überweisen, der mein Rätsel löst.
Es muss doch einen Weg geben, mit all den Followern was zu veranstalten, das jedem Spaß macht, ob man nun gewinnt oder nicht. Einen Wettbewerbspost werde ich noch posten. Für alle Follower. Dann täglich den Preis ausloben und prasselt es etwa Kommentare, kann sich warm anziehen, mit seinem Kneipen–Highscore von fast 1000 Antworten auf ein Posting. Jeden Tag ein oder zwei volle Votes von mir machen die Welt nicht besser. Aber irgendwo auf der Welt freut sich jemand und ich weiß dann sogar, wer das ist. Mir wird es sehr wahrscheinlich so gehen, wie dem Zauberlehrling, aber ich muss das jetzt endlich mal wissen, ob da was abgeht mit über 6K Followern.
Mein Gewinnspiel, Order of the animals on Steem – Where's the mistake? läuft weiter.
Bisherige Ergebnisse: Siehe weiter unten! Das geht aber noch besser. Leute!
Wer das Rätsel komplett löst, erhält 5 SBD.
In eigener Sache
Dieser Artikel wird mehrfach überarbeitet und kann innerhalb der Voteperiode jederzeit in sein Gegenteil verändert werden.
Alternative Steem–Reputation, von
gemessen, in XP (Benutzeraktivitätsindex).
Tops of The Pop vom 03. Mai 2018
100 Posts afrog. Dein Name in der URL= deine letzten 100!
Why Reputation?
Die 100 aktivsten Autoren, deutsch
NEWBIES deutsch, Top of The Pop
Im SteemWiki findest du Antworten, ohne Frage.
Mit Steemworld wird der Steem transparent.
Unicode PIMPED! by sneaky action of unknown sprayers!
Neu hier? Geh' Anheizen in die Kneipe! Dort bekommst du Steem–Kontext.
Rund um die Uhr geöffnet, kein Ruhetag. Sonntags neu.
🗳 Order of the animals on Steem
Where's the mistake?
Constructive answers and the solution of the special order of animals on Steem unil now. The froggish will not be given now. The riddle is still not solved. Solutions until now, so far:
- our own address! This is a real lucky strike, done by
. The frog is my first creature in the order of the animals on the Steem.
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- eigener Post, own postings, symbolized by Tweety of Twitter, without Twittercostume. Its on every page we write to.
Suggestion of: The bird is wrong. Nope!
- Minnow. Right. Thanks
. But what does the Position mean?
- -?-
- –?– Suggestion of
: Kugelfisch. Yes, but why? How to describe this figure in other words…?
- –?–
- –?– Suggestion of
Whaleflags. Nope!
Five Steemdollars for the exact fitting story in the way, I would write it to deascribe, what is wrong in the order of animals on the Steem.