Wer schon immer mit Frauen zusammen lebt hat Zeug drauf, da schlackern echte Machos mit den Ohren und verstehen die Welt nicht mehr. Den richtigen Blick, das richtige Wort, eine Geste. Es gibt so viel Feinheiten, die speziell Frauen bevorzugen. Wer darum weiß, dem sind sie hold. Bei mir war das von Anfang an so.
Der Sockel
Ich kann mich an keinen Lebensabschnitt erinnern, dass es nicht so gewesen wäre. Von Anbeginn, selbst bei der Bundeswehr waren Frauen nicht nur in meinem Kopf. Schon gar nicht während der fünf Jahre im Knabenkonvikt. Sind sie nicht direkt bei mir gewesen, beherrschten sie die Gedanken und im Herzen trage ich sie immer. Auf einer Art natürlichem Sockel, der mal schwer und mal leichter wurde. Warum ich ein Bild von der Frau habe? Funktioniert irgend etwas bei dir ohne Bild?
Die Erste
Erste Frau im Leben ist meist die Mutter. Sie kennenzulernen, hatte ich das Glück. Entscheidend bei dieser Beziehung war, dass ich ihre Brust kaum bekam. Ich hatte einen Konkurrenten, der stärker war als ich. Neben ihr war es ganz besonders die Anwesenheit vertrauter Schwestern, die zu Frauen heran wuchsen, was meinem Bild der Frau von Anfang an die Krone aufsetzte. Ich konnte mit ihnen intrigieren, kämpfen, zärtlich sein, Gummitwist in mannigfaltigen Figuren hüpfen und Hickelkästen sind nie ein Geheimnis gewesen. Ich habe ihre Tricks drauf, die sich nur marginal, aber entscheidend von den männlichen unterscheiden. Meine große Schwester Barbara war überhaupt das erste Wesen, dem ich tief in die Augen blicken durfte.
Sich finden
Sie hat in ihrem Gitterbettchen geduldig gewartet bis ich sie erkenne, Kontakt aufnehme, und wirkte eher gelangweilt. Das mit der Langeweile erkennst du aber erst, wenn du schon alt bist und das Versinken in diesem einen Blick nie vergessen hast, als du noch nicht einmal ein Jahr alt warst. Dann haben wir um die Wette geguckt. Von Gitterbett zu Gitterbett. Dazwischen lag das Kinderzimmer. Sie war die erste, deren Blick meinem standhielt. Ihre Augen flogen nicht eilig und gehetzt davon, wie all die anderen. Später, als ich krabbeln konnte, wurde ich ihr Untertan.
Die Leichtigkeit
Der Sockel unter dem Weib ist nie verschwunden, wurde aber zunehmend leichter. Also, mittlerweile weiß ich, was Frauen lieben und was nicht. Mit dem Spruch, man würde Frauen nie verstehen, kann ich nichts anfangen. Das ist der reine Männertrotz. Was sie verabscheuen und bevorzugen, all das habe ich drauf, nur eines nicht: Sicherheit. Kein bisschen. Kein Häuslebauer, kein Fels in der Brandung, kein knorriges Gewächs, tief verankert im Boden einer gewachsenen Infrastruktur. All das bin ich nie gewesen. Dafür habe ich blaue Augen, bin Waage mit Aszendent Waage. Insofern kam mir auch die Frauenbewegung in den lila Latzhosen recht gelegen. Es waren ausgesprochen starke Partnerinnen, die mich wählten und in Folge beschäftigten.
Die Zeit
Langjährige Partnerschaften lösten einander ab, so dass es sicher nicht viele Froschgeliebte wurden, die den Weg zum Tümpel pflastern, an dem Elke herrscht. Abgesehen von all den flüchtigen Momenten der Hippiekultur oder Dummheit. Selbstverständlich ist sie von allen Frauen die härteste Nuss. Das Leben am Tümpel ist bekanntlich kein Streichelzoo, niemand hat das je behauptet und Frauen arbeiten immer an ihren Männern. Jede hat ihre Methode und täte einer nach, sagen wir 20 Jahren Ehe rumgockeln, er wäre immer der Gleiche geblieben und was er tragen würde, wäre eben sein guter Geschmack, könnte man daran nur ablesen, wie gut die Frau dahinter ist. Wer das jetzt abstreitet, hat sich einfach nur nicht seinem Typ entsprechend gekleidet oder ist ein seltenes Naturtalent.
Die Ursache
Es ging um Gänsehaut und Tränen bei schöner Musik. schrieb in einem Kommentar, dass Frauen Männer lieben, die Emotionen zeigen können. Ich schrieb zurück, es stimme, doch sie bevorzugen sie nicht unbedingt und von Können sei bei meinen starken Emotionen nicht die Rede. Schöne Frauenstimmen verursachen bei mir entweder Kapitulation bis hin zu den Tränen, oder der ständige Kampf um die Beherrschung verpfuscht mir jeden Kunstgenuss, gestand ich ihr.
Die Kerle
Ich weiß: Das hätte ich nicht schreiben müssen, wäre ich ein echter Kerl. Der sagt nur, ich hätte das der ständigen Anwesenheit von Weiblichkeit in meinem Leben zu verdanken. Was mir den Hormonspiegel durcheinander bringt und dass zuviel Östrogen nicht gut ist. Aber vielleicht sollte ich mich beim Musikgenuss auch nur etwas mäßigen. Wer kann das schon wissen?
Titelfoto: Orphelia von John Everett Millais. Gehostet von Wiki Media.
Foto: Melancholie - Nederlands Dans Theatre, von Rahi Rezvani. Gehostet von Ballet Journal.
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Crash Test Dummies on Steem
Den Artikel war ich einer meiner Lieblingsleserinnen schuldig. Ich habe lange nicht mehr so persönlich geschrieben und hoffe, dass der Leser selbst diese Nähe ertragen kann. Meine Schreibe hat es ja bisher immer ganz gut heraus gerissen, was an einer anderen Stelle gerade vergurkt wurde und ich wollte auch endlich mal wieder so schreiben. Danke fürs Lesen.
„Nix wie Abbeit macht mer sisch mit so'em Ardiggel…“
Original Schreibe aus Hessisch Uganda (Kennzeichen HU, Hanau, im Frankfurter Jargon). Vom Tümpel auf den Steem.
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