Heute bleiben wir auf festerem Boden. Versprochen. Nachdem ich die geschätzten Leser gestern mit unkontrollierbaren Wechselbädern psychedelischer Bezugslosigkeit strapaziert habe, gibt es heute eine schlichte Ankündigung. Die schroffe Landung in der Realität vollziehe ich aus gegebenem Anlass und ach, wer weiß wo wir heute hin geflogen wären, könnte ich mich auch weiterhin ungestört meinen Leidenschaften wie der Frogologie und, zusammen mit dem Institut der Germanischen Gnomiker Gesellschaft (GGG), der geliebten Zwergenforschung widmen.
Perpetuum Mobile
Es ist etwas vorgefallen, worüber ich die Steemians der Community unterrichten muss. Was ich schreibe, halte ich für wichtig, weil es manchen, besonders die Wissenschaftler und Intellektuellen unter euch, sicher an die Grenze der Toleranz treibt, was in Kürze auf euch zu kommt. Wie ja einige wissen, beschäftige ich mich seit mehr als einem Jahrzehnt mit Webdesign. Über diese Tätigkeit baute sich eine vertrauensvolle Beziehung zu einer Kundin auf die, vorsichtig ausgedrückt, mit ihrem Verlag in einem nicht ganz spannungsfreien Umfeld agiert, der Grenzwissenschaft.
Ich wuppe ihren Shop jetzt bestimmt schon zehn Jahre und wurde ihr von meinem Bruder empfohlen, einem Maschinenbauer (Dipl.Ing., TU München), der sich ebenso hingebungsvoll mit der Konstruktion eines Perpetuum Mobile beschäftigt, wie ich mich dem Heben verwirrender Geschichen aus dem Bodensatz komplexen Empfindens widme. Die TU München habe ich bewusst erwähnt, weil das eine ernstzunehmende Uni ist, die viele ernstzunehmende, wissenschaftlich versierte Ingenieure hervor bringt, wie mein Bruder einer ist.
Grenzgänger
Sein Unterfangen gründet auf einem praktischen Ansatz, trotzdem würde mir jeder Wissenschaftler dieser Welt das Konzept um die Ohren hauen. Gleichwohl, der Kraftaufwand, einen anhaftenden Magneten abzuscheren ist um Potenzen geringer, als die Kraft, mit der sich ein Magnet anheftet. Hast du einen zur Hand, kannst du sofort spüren, welch hohes Energiepotential hier anliegt, dessen Differenz jede kluge Knackwurst eigentlich süßhold zum Ruhme locken sollte, wie einst die Loreley Schiffer auf dem Vater Rhein.
Ingenieure und Wissenschaftler unter meinen neuen Freunden schüttelt es sicher bereits beim Gedanken daran. Sie lägen mit ihren Reflexen auch gar nicht so verkehrt, wären es nicht schon immer die vermeintlichen Spinner und Phantasten gewesen, die mit ihrem Fleiß, ihrer Begeisterung und unerschütterlichen Überzeugung den Grundstein gelegt haben, auf dem heute sogenannte „seriöse“ Wissenschaftler ihrem Dünkel nachgehen dürfen. Insofern kann ich diese Reflexe wohl verstehen, aber nicht im Geringsten tolerieren. Ich habe ebenfalls eine wissenschaftliche Ausbildung genossen und kann dem Spott nicht folgen, den die sogenannte „Schulwissenschaft“ über ihren Grenzgängern ausschüttet.
Ich bin auch einer, der nie Probleme hatte, sich in Randgruppen zu bewegen. Meine Wissenschaft ist es, die Menschen zu verstehen. Berührungsangst wäre bei dem Unterfangen hinderlich. So kann ich mich ebenso mit einem wütenden Opa von PEGIDA beschäftigen, wie mit einem Intellektuellen, der sich über das Redaktionsbüro der FAZ in die Salons vom Vorstandspersonal hinein gegriffelt hat. Da sehe ich zunächst mal keine gravierenden Unterschiede. Ihr wisst ja mittlerweile, was ich von Klassenschranken halte und von Attitüden, mit denen sich eine Klasse gerne über die andere erhebt.
Ankündigung
Als abgebrochener Anthropologe weiß ich nach 16 Semestern jedes Verhalten, sei es auffällig oder nicht, sehr wohl hinsichtlich seiner stammesgeschichtlichen Bewertung einzuordnen, wie auch die individuelle Entwicklung eines untersuchten Exemplares zu berücksichtigen, immer im Hinblick auf den Zustand des Biotops. An dieser Stelle bietet sich Gelegenheit für den Schwenk zum aktuellen Geschehen. Nicht ohne Stolz kündige ich also an, dass es mir gelungen ist die mutige und unerschrockene VerlagschefinSabine Glocker
zu überzeugen, dass Steemit ein feiner Platz ist, um ausgesuchte Bücher ihres Verlages vorzustellen. Ich habe mich angeboten, als Vertreter des Verlages im Rahmen einer Dienstleistung auf dem Steem zu agieren. Das bedeutet für euch, wenn ihr es in naher Zukunft in verschiedenen Communities (deutsch, englisch und französisch) mit dem international agierenden
Hesper–Verlag
zu tun bekommt, stecke ich mindestens bei „deutsch“ hinter den Kulissen. Für mich bedeutet es, dass ich von nun an auf einem Feuerstuhl sitze, was aber für einen aktiven Blogger kaum ein Problem darstellen dürfte. Der Schwierigkeitsgrad wird erhöht, das ist klar. Ich suche aus, was publiziert wird, vote und schreibe für den Verlag, erledige also auch das Kommentieren und Antworten. Keines der Werke vom Verlag ist auf meinem Mist gewachsen und ich bin weder glühender Anhänger irgend einer Art von Verschwörungstheorie, noch blind für den Umstand, dass sich im Dunstkreis dieses Genres eine Schar absolut bekloppter Spinner und tatsächlich auch „Nazis“ versammeln, die wirklich nicht mehr alle Tassen im Schrank haben. Auch bin ich kaum so blind um nicht zu unterscheiden, welche Akteure Bauernfänger sind und welche ernst zu nehmende Idealisten, die sich nur auf einem anderen Pfad befinden als jene, die sich lieber in der relativen Sicherheit des Establishments wiegen.
Gelassenheit
So bleibt mir nur noch übrig darum zu bitten, weiterhin objektiv zu bleiben, wie es Steemians immer sind und meinem neuen, zwischenmenschlichen Experiment mit der gebotenen Offenheit zu begegnen. Sollte jemand den Drang verspüren Kübel mit Häme über den Verlag zu schütten, sein Mütchen zu kühlen, erledige das bitte auf Facebook, wo Sabine auch eine Präsenz unterhält. Sie kann damit sehr souverän umgehen. Ich hoffe auf Verständnis und Fairness, weil mir Sabine Glocker ihr Vertrauen schenkt, weil ich nur ein Mensch bin und weil ich ebenfalls verdammt hart austeilen kann. Ich will sicher keinen Zwist auf den Steem tragen, sondern bin ein Rastloser, der immer neue Herausforderungen sucht. Das mit der Grenzwissenschaft, sie hier vorzustellen, liebe Leser, das ist mal wieder eine Aufgabe von unüberblickbarem Format. Seht mich einfach als eine Art Moderator, wenn ihr zur Sache geht. Ich vertrete Sabine und ihren Verlag, nicht die Inhalte. Die stellen wir schon bald mit Auszügen aus dem Verlagsprogramm vor. Ich werde für Sabine ebenso agieren, wie für der, und das wird euch als zweite Ankündigung sicher freuen, endlich wieder Material bei mir abgeworfen hat. Hach, ich bin total aufgeregt und denke darüber nach, den Feuervogel wieder fliegen zu lassen. Aber vielleicht sind 30 Folgen ja auch genug des Guten. Was meinen die Leser?
Selbstzerstörung
Ach ja, die Maschine meines Bruders. Seine Konstruktion hat sich zwar regelmäßig selbst zerlegt. Die auftretenden Kräfte sind ungeheuerlich. Das Prinzip stimmt aber. Er hat den frei werdenden Überschuss eineindeutig gemessen. Messtechnik lernen sie in München nämlich auch. Er tüftelt noch immer an der Mechanik und muss dabei mit Russen kooperieren, weil er mit einem perpetuum mobile bei den deutschen Kollegen natürlich nicht ernst genommen wird. Wir arm ist das denn, ihr Dünkel–Wichte aus dem Land der Dichter, Denker und Erfinder?
Titelfoto: Geht es um Frösche bemühe ich immer wieder gerne, Alexa' s Froschparadies auf Pixabay.
Bild von Sabine Glocker: Hesper-Verlag, Saarbrücken
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