Populismus ist eine Schlange, US "Judge" magazine, 1896. Gefunden auf Wikipedia.
Diese Überschrift hat so wenig mit Wandern zu tun, wie die damit adressierte Menschenmasse mit der Person von Frau Dr. Merkel. Tatsächlich müsste die Bundeskanzlerin ein Klon sein, um massenhaft über die Staatsgrenze in das Land hinein zu wandern. Alleine die Vorstellung, dass eine am 17. Juli 1954 in Hamburg als Angela Dorothea Kasner massenhaft Geborene in hoher Zahl eingewandert ist, beschreibt nur den Wahnsinn und nicht annähernd das tatsächliche, komplexe Geschehen, das zu dieser Phantasie aus dem Land der politischen Desinformation geführt hat.
Was jemand meint, der solch unscharf gefasste Konstruktionen in der Kommunikation verwendet, bleibt im beliebig Interpretierbaren stecken und zwar vorsätzlich. Gut gemeint, im Sinne von seriöser, präzise zielführender Kommunikation, sind derartige Begriffe ganz sicher nicht, was auch schon bei nur oberflächlicher Betrachtung der zugehörigen Werke klar wird. Es handelt sich im Kern um pauschale Schuldzuweisungen, die man ohne gemeinsam verabschiedeten Kontext als solche auch nur schwer erkennen kann. Womit sich derartige Sprach-Konstrukte als Desinformation entlarven, die gar zum Delikt werden können das sich gegen jene wendet, die so eine Sprache in Wort und Schrift benutzen. Der Inhalt der Aussage ist eine getarnte Schuldzuweisung, unzulässig im Sinne der Verfassung, weil sie nach der Faktenlage kaum belegt – geschweige denn haltbar ist. Sonst wäre die Kanzlerin nämlich längst im Knast. Weil das so nicht funktionieren kann, wird auch gerne noch flankierend eine ebenso unhaltbare Kumpanei der Judikative mit der Legislativen unterstellt.
Wann sind all die Merkels ausgewandert? Warum hat niemand gemerkt, dass ständig die gleiche Person rein kommt? Alleine die daraus ableitbaren Albernheiten weisen deutlich darauf hin, dass der Ausdruck einzig Desinformation transportiert. Jene, die ihn benutzen, sind gar nicht am Austausch zielführender Tatsachen interessiert, wie man das allgemein bei jeder ernsthaften Kommunikation voraussetzt. „Merkels Masseneinwanderung“ könnte als legitimer Begriff in die Geschichte eingehen, wäre die Aussage nur annähernd durch den tatsächlichen Hergang gedeckt. Als Aussage zur Aufrechterhaltung einer fruchtbaren Kommunikation taugen derartige Konstrukte nicht. Sie dienen propagandistischen Zwecken unter der Agenda staatlicher Zersetzung.
Speaker's corner Hyde Park, London, von flickr
Sicher haben aufmerksame Froschkenner längst bemerkt, dass vom Tümpelinstitut aus auch politisch gequakt wird. Dem Institut geht es dabei um eine fruchtbare Kommunikation, die dem behandelten Gegenstand eines Artikels vollumfänglich gerecht wird, um möglichst zu Ergebnissen zu kommen. Das Institut für freiheitliches Quaken bemüht sich dabei um angemessene Kritik. Es gibt jedoch Autoren, die Kritik überhaupt nicht mögen. Was oft in unfreundliche Antworten mündet. Meistens gibt es auf die Forderung nach politisch korrekter Kommunikation gar keine Antwort. Kritik scheint bei vielen Autoren des politischen Genres überhaupt nicht gefragt zu sein. Worauf Inhalt und Wortwahl ihrer zugehörigen Arbeiten meist deutlich schließen lassen.
Eigentlich soll die Elaborate möglichst niemand kritisieren, lassen die Autoren doch deutlich genug dumpfen, nicht zu Ende gedachten Gedanken freien Lauf. Das kann man tun, nutzt im politischen Diskurs aber überhaupt nichts. Da kommt man zum profanen Ergebnis, dass sowieso niemand was tun kann, außer sich zu ärgern. Damit ist unserer Demokratie in keiner Weise gedient, weil sie den Disput vor jede Erkenntnis stellt. Das Tümpelinstitut fand heraus, dass jene Art politisch motivierter Aussage von einem ganz bestimmten, bürgerlichen Phänotyp getragen wird. Der lässt sich als emotional nicht ausgewogen beschreiben, ist gebildet, überwiegend männlich, weiß, deutschsprachig und augenscheinlich sexuell unterfordert.
Letzteres lässt sich leicht daraus schließen, dass sein Genre einzig auf Zustimmung ausgelegt ist. In seinen Elaboraten fallen zuhauf Ausdrücke, deren Aussage im zugehörigen Kontext, nur Eingeweihten vollumfänglich verständlich sein können. Wir haben es mit chiffrierter Botschaft zu tun, deren Wahrheitsgehalt kein Staatsbürger anerkennen kann, der mit beiden Beinen auf dem Boden des Grundgesetzes steht. Um die Klärung einer Sachlage geht es diesen Autoren überhaupt nicht. Sie künden von einer krank machenden Langzeit-Gemütslage und wer des spezifischen Jargons mächtig ist, schreibt dann zurück: „Genau so!“, oder „Weiter so! Immer mutig die Wahrheit schreiben!“. Die Kommentartoren setzen zusätzliche, bildsprachliche Kopfgeburten der gleichen, symbolschwangeren Art oben drauf und patronisieren so mit dem Desinformanten ohne zu merken, dass sie damit nicht nur Opfer geworden sind, sondern selbst zum Populisten.
Menschen im Speaker's corner, Hyde Park London, von redjar / Jared and Corin auf Wikipedia.
Kürzlich lief ein einschlägiger, politischer Austausch mit dem Tümpelinstitut aus dem Ruder, weil am Institut Tatsache Vorrang vor Gefühlslage hat. Das Kommunikations-Experiment musste wegen unzulässiger Aussagen eines kritisierten Autoren abgebrochen werden. Der wurde sogar auf „Mute“ gesetzt, weil er aus persönlichem Missverständnis heraus, einfach mit dem gleichen Vokabular antwortete, das ein Wissenschaftler des Institutes zuvor als Desinformation heraus gearbeitet hatte, will meinen: Es war die gleiche Tirade beliebig verzerrter Synonyme, nur deutlich unfreundlicher als im kritisierten Artikel. Darin wurden die gleichen schwer zu fassenden Idiome, grenzen– wie haltloser Verallgemeinerungen und Unterstellungen genutzt.
Gerne werden solche Worte negativer Ladung auch auf Lustig kombiniert. Gefügt zu Ausdrücken, die nur wenig an Tatsache transportieren, dafür aber ganz viel schlechte Laune und schwer erkennbare Lügen, das übliche Konglomerat reiner Polemik. Abgesehen von der Sorge, das Tümpelinstitut könne sich mit dem Ärger notorisch Zorniger infizieren, wird auch niemand aus diesen Politschriften schlau. Wer guten Willens ist, will sich doch adäquat mit einer vorgetragenen Problematik auseinander setzen. Aber darum geht es diesen Autoren gar nicht. Sie suchen die Gemeinschaft der Übellaunigen und Zustimmung besonders schlecht informierter Bürger.