Die Politik ist gefordert, der Gesetzgeber muss ran! All das knurrige Gezeter über Dinge, die nicht stimmen. Ich kann es nicht mehr mit ansehen und habe deshalb gehandelt. Es geht konkret um Google, Amazon und Facebook.
Steuern
Die Firmen machen Milliarden mit unserer Infrastruktur und zahlen keine Steuern. Ich glaube, auf den banalen Nenner kann man es bringen. Das ist immer viel zu viel Gelaber um nichts, was sowieso nie passieren würde. Wir kennen das schon, geändert hat sich nichts. Ja, innerhalb der EU wird das sogar noch legitimiert, wenn ein Unternehmen seine Almosensteuer in Dublin, Irland abdrückt.
Ich mache jetzt ganz einfach Schluss mit der Diskussion. Das ganze Gezeter, alle Leitartikel und Leserbriefe, all der Schmonzes, Gebettel bei der EU–Kommission, mediales Brausen, Meinungsbildungsgedönse, wer braucht das schon? Es sind drei ganz einfache Maßnahmen, mit denen ich renitente Konzerne in die Knie zwinge. Grundlage meines Handelns ist die Tatsache, dass der deutsche Markt allen Schlüsselfiguren der Internetwirtschaft als „Keymarket“ gilt. Besonders wichtig also. Wenn hier was nicht klappt, kannst du mal Konzerne springen sehen. Was liegt also näher, als den Dreien die Freundschaft zu kündigen? Diese Woche habe ich z.B. meinen Facebook–Account gehimmelt. Endgültig. Mit Google suche ich nur noch dann Kontakt, wenn mir die Alternativen nicht genügend Varianz bieten. Was kann dabei schon schief gehen? Für mich nichts. Bei Amazon muss ich auch nichts bestellen und Müller Milch geht schon seit Jahrzehnten gar nicht.
Das Besondere am Dogma? Was mich packt? Das liest du jetzt aber nur ein einziges Mal. Ich hänge das normal nicht an die große Glocke. So esoterisch, wie wir alle drauf sind, ganz besonders die Waldis unter uns, da verlasse ich mich voll und ganz auf die Schwarmintelligenz. Wenn in China der Affe hustet, heult in Deutschland ein Hund. Die Welt ist eine Insel im Universum. Im Prinzip sind wir als Kollektiv mit den Firmen voll verbunden. Was, wenn sie feststellen, dass sie es gar nicht mehr sind? Wäre doch lustig mit anzusehen.
EU first.
Microsoft macht schon seit vier Jahren keinen Stich mehr mit mir. Seit Ubuntu gibt es dafür einfach keinen Grund. Es kneift mich gerade nur ein bisschen, weil jetzt Bing (Microsoft) statt Google meine erste Not–Wahl ist. Na ja, DuckDuckGo steckt noch in den Kinderschuhen. Aber das wird kommen. Mein Freund Ulrich hat mir eine krisensichere Suchmaschine empfohlen. Hier liegt sie auf dem Tisch:
Qwant – die neue Suchmaschine,
die deine Privatsphäre respektiert. Das sagen sie jedenfalls und ich probiere Qwant jetzt mal aus. Wenn Qwant die Bildersuche wie Google kann, ist alles in Butter.
Network
Mit Schwarmintelligenz ist Networken kein Problem. Demokraten müssten sich da einig sein. Ich wüsste jedenfalls nicht, was gegen eine völlig neutrale Enthaltsamkeit sprechen sollte. Ein großzügiges Steuer–Angebot, vielleicht. Das wäre mal ein Anfang. Die Firmen wissen ja am besten, wie man es im Medienwald rauschen lässt.
Natürlich muss ich die Wirtschaft nur an den Stellen regulieren, an denen es mir nicht weh tut. Ich kaufe z.B. keine Waffen. Von mir aus soll sie auch keiner verkaufen dürfen.
Weil ich aus den Fünfzigerjahren komme, weiß ich sogar noch, wie es früher war. Da gab es in jedem Viertel und Quartier einen Lebensmittelladen und wenn du Glück hattest, sogar einen Bäcker, Metzger und Gemüsehändler. Zu manchem Laden waren es nur ein paar Schritte. Da ging immer eine Glocke oder Klingel beim Eintreten. Zu anderen Läden waren es ein paar Schritte mehr. Aber man war fußläufig vollversorgt. Nein, ich denke nicht weiter, was aus uns geworden ist. Wenn du heute kein Auto hast, bist du der Sonderarsch.
Zeiten und Wandel
Menschen, die du früher noch regelmäßig getroffen hast, weil sie etwa im gleichen Zeitfenster und Raum unterwegs waren, die sind heute nicht mehr zu sehen. Zum Beispiel Alte, die der Duft eines frischen Brötchens noch vor die Türe lockte, sind seltener geworden. Eine aussterbende Art- Jetzt kommt das frische Brötchen aus der Tiefkühltruhe. Wo sind die Kinder des Quartiers? Die Kinder sind weg! Zu meiner Zeit strotzten die Viertel nur so, vor marodierenden Banden. Da gingen schon mal Glasscheiben zu Bruch und ein kleines Feuerchen konnte die Feuerwehr auf den Plan rufen.
Entstellt
Heute leben wir in einer isolierten, entsolidarisierten Gesellschaft. Die klassischen Mileus existieren nicht mehr und die neuen werden immer wunderlicher. Sogar die Familien bröckeln. Das Individuum sollte gezielt vereinzelt werden, damit es zum Ersten mobiler wird und des Weiteren, geschmeidiger zu nutzen ist. Es wurde industriegemäß auf einen flexiblen Typus nivelliert. Menschen, von jeder tradiditionellen Fessel entbunden, fehlt die Sicherheit der Gruppe. Als Surrogat werden digital induzierte Solidargemeinschaften mit lockerem Zusammenhalt angeboten. Diesen Zustand zu erreichen, war erklärtes Ziel der Wirtschaft in den siebziger und achziger Jahren. Der Thinktank der Wirtschaft hat es geschafft. Wobei ihm die Digitale Revolution perfekt in die Hände gespielt hat und die Massenmigration das Werk nur noch faktisch besiegelt hat. Der Bürger ist entstellt.
Titelbild: Image from page 364 of "The literary digest" (Ausg. Feb./März 1919) hosted by archive.org.
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Crash Test Dummies on Steem
Es sind mir die zarten Gemüter unter meinen Lesern die Liebsten. Doch muss ich euch, ihr tiefen Seelen, noch bis Montag im Ungewissen lassen, wie es dem Vögelchen vom Depot geht. Meine Tochter hat mir versichert, dass es sich bei dem Tierarztpaar um Mitglieder der Aufzuchtstation Dönrnigheim handelt. Wir wissen das Tierlein also immerhin in berufener Hand. Sobald ich mehr erfahren konnte, werde ich selbstverständlich kundtun, wie es dem gefiederten Patienten geht.
In eigener Sache
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