Ein weißer Schmetterlig taumelt leicht über der Kulisse leuchtend oranger Lilien hin. Gaukelt fort, in einen anderen Teil des üppig blühenden Gartens, friedlich im gleißenden Licht der Frühlingssonne. Sonntag in Deutschland, Sonderschutzzone für Wirtschaft.
Das Partyzelt wurde wieder vor dem Europaparlament aufgestellt. Wahlen stehen an und der Lobbyismus feiert fröhliche Urstände. Wie eh und je. Hatten sie das Zelt zwischendurch überhaupt abgebaut? Soviel ich weiß ist das ein wichtiger Ort. Da werden Gesetzestexte entworfen. Das macht sich auch bei Schampus und Fingerfood viel besser. In lockerer Umbebung, unter Freunden ist man einfach besser drauf. Dann werden auch die Gesetze besser, für die Wirtschaft
Planwirtschaft
Ich habe kapiert, dass die Wirtschaft in unserer Gesellschaft eine besondere Rolle spielt. Soll sie ja auch. Sie ist der Motor für relativen Wohlstand. Momentan sieht es aber so aus, als stünde sie gar über dem Gesetz. Ein bisschen Standardjustiz hier, das Nötigste wird dort getan und ab und zu ein Du–Du. Womit sich jede ernstzunehmende Konsequenz für die Verursacher im Wohlgefallen der Verjährung verlaufen soll. Das ist der Plan. Wenn der Bürger mitspielt. Der ADAC ist voll dabei und macht auch nur Du–Du. Vor dem Hintergrund, dass man in München mit den Menschen von BMW die gleichen Biergärten teilt, zeige ich volles Verständnis. Es kommt natürlich auf die Stimmung an und die will sich niemand versauen. Nicht bei dem Wetter!
Souverän
Die Autoindustrie, wird als systemrelevant empfunden und daher verfügt sie offenbar über einige Freiheitsgrade mehr, als jeder Bürger persönlich. Alleine das ist schon ein brachialer Verstoß gegen das Grundgesetz, vor dem alle gleich sind und ich wundere mich, wo der Kläger bleibt – die volle Härte des Gesetzes. Die kommt anno Tobak. Ohne Bürger könnte man den ganzen Zauber zwar nicht abfackeln, aber man hält sie sich ganz geschickt vom Halse, wenn das opportun erscheint. Der Zauber der Oligarchen, den die Wirtschaft sich mit der Hoheit über Politik und Volkswirtschaft auch in Deutschland leistet, gehört beendet. Tut mir ja leid, aber Rechenschaft ist gefordert. Kriminelle Oligarchen haben in einer demokratischen Wirtschaft sowieso den Stammplatz auf der Sünderbank. Ob sie jetzt die Medienlandschaft beherrschen, Autos oder Waffen bauen. Zuerst kommen die Bürger, die sind alle gleich und dann kommt niemand mehr. So geht Politik vom Volk für das Volk.
Klage gegen den VW–Konzern ist deine allererste Bürgerpflicht, Kunde. Damit kickst du allen Palaver aus der Welt und hast als Souverän gehandelt.
Geschädigt
In der Volkswirtschaft heißt es tatsächlich Volk, was faktisch verkehrt ist, aber Schwamm drüber. Ich bin kein Wortfaschist, passe nur manchmal auf, wie ein Begriff verwendet wird. Wir sind ein Volk aus Bürgern und leben im Schutze unserer Verfassung. Manchmal muss man die auch aktiv in seine Hände nehmen. Bürger, wir begeben uns Ende des Jahres in das Stadium der Verjährung. Hast du, z.B. als geschädigter VW–Kunde, liebes Leser, bis jetzt keine Gerichtsmarke für eine Klage gegen deinen Autoverkäufer wegen Entschädigung zur Hand, wird es höchste Zeit, oder du gehst leer aus. Weil, der Plan ist, wie folgt:
Zuerst Verjährung – dann Dieselfahrverbote.
Angeschmiert
Es wäre fatal, zu den Angeschmierten zu gehören. Das hast du nicht verdient, Bürger. Du zahlst Steuern, GEZ, deine Strafzettel, Mehrwertsteuer auf Versteuertes und all das, was das Leben so kostet. Besonders vor dem Hintergrund der Dieselfahrverbote, wurde Schaden angerichtet, den Konzerne sich jetzt zum Jahreswechsel, gerne millionenfach mit Verjährung vom Halse schaffen möchten. Es ist ja nicht nur VW! Es wurden ja nicht nur Autobesitzer geschädigt. Ich meine gar, die Schädigung dauert an (Danke für den Kommentar, ).
Das Loch
Ganz abgesehen von den Änderungen der Fahreigenschaften deines Fahrzeuges. Du erinnerst dich? Das Software–Zwangsupgrade in deinem Automobil. Das neue Loch beim Beschleunigen ist systemrelevant! Egal welchem Rechtsanwalt du dich als geprellter Dieselkunde nun in den Rachen wirfst, Opfer, Bürger und Autokäufer, das ist vollkommen gleich. Tu es und schließe dich vielleicht einer Klagegemeinschaft an. Oder kaufe deine eigene Gerichtsmarke. Wir bräuchten mal einen Formbrief.
Beleidigung
Für Ratschläge über erfolgversprechende Kanzleien, haben wir Opfer immer offene Ohren. Von der Kanzlerin hört man dazu nur wenig Hilfreiches. Ich setze dabei voll und ganz auf die neu entdeckte Schwarmintelligenz des Bürgers. Daher bin ich gespannt auf Kommentare zum Thema. Wir dürfen sie nicht davon kommen lassen! Besitzt du Diesel? Musst du klagen! Das ist erste Bürgerpflicht in dieser konstitutionellen Notlage. Es handelt sich tatsächlich darum. Das ist nicht zu hoch gegriffen! Ich denke, dass dieser Aspekt kriminellen Handelns unsere Konstitution durchaus beschädigt. Weit mehr noch, der politische Umgang mit der Affäre. Zudecken steht vor Aufklärung und Rechenschaft. Was noch viel verheerender ist, als jeder bezifferbare, private Schaden. Die Vorgänge sind ein Schlag ins Gesicht eines jedes aufrechten Demokraten. Eine Klage wegen Beleidigung ist auf alle Fälle noch drin.
Rechenschaft
Wenn du von einem Verbrechen weißt, musst du es zur Anzeige bringen, oder machst dich mit schuldig. Letzteres passiert natürlich nicht, aber du verlierst deinen Anspruch auf Ausgleich nach dem bürgerlichen Gesetzbuch. Also musst du deinen Schaden beziffern. Vor Gericht. Klage zur Not auf Armenrecht. Egal wie, nur lasse sie nicht davon kommen! Besorge dir deine Gerichtsmarke. Das ist sicherer, als Lotto spielen, oder Sammelkarten horten. Sie müssen dich entschädigen! Also:
Vorschläge?
Titelbild: Focus your Forces Pirate Seite 370 des „The literary digest“ (1919) gehostet von The Archive.
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Crash Test Dummies on Steem
traute sich, mir in einem ausführlichen und insgesamt sehr lieben Kommentar zu schreiben:
… natürlich höre ich auch einen mann in dir, der frühere zeiten vermisst - aber viel wichtiger ist, was du tust und dass du handelst.
Ich komme nicht umhin, das zu bemerken, kann jedoch nicht vermissen, was ich in vollen Zügen genossen habe. Das geht doch gar nicht, weil ich es ja gehabt– und daher für immer habe. Die Freiheit, über die ich geschrieben hatte, ist ein fulminanter Bestandteil meines Wesens. Im Kern des Themas waren Freiheitsgrade, die verloren gingen. Bei der Feststellung war von Klage aber nicht die Rede. Die Interpretation hatte ich doch dem Leser überlassen, oder nicht? Es ist voll in Ordnung, Pawos. Jedes Leser darf aus meiner Schreibe verstehen, was es liest. Mit Post hast du als Autor geliefert. Den Rest macht das Leser aus dir.
In eigener Sache
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