Apple und Google haben Ihre Schnittstellen für die Kontaktverfolgung in der Corona Pandemie seit vorgestern in die Betriebssysteme iOS und Android implementiert und mit den aktuellen Softwareupdates kommt diese auf das Smartphone. Hierzu sei gesagt das im Auslieferungszustand das Protokoll für die CoVid-19 Kontaktverfolgung ausgeschaltet ist.
Was macht diese Schnittstelle? Sie erzeugt eine einmalige Kennung des Smartphones und stellt einen Übertragungsweg zur Verfügung mit einer Datenbank zu kommunizieren die die Daten enthält wo sich eine Infizierte Person aufgehalten hat.
Das ganze funktioniert noch nicht da es erst mit diesem Update für Entwickler möglich ist die Corona Tracing Apps für die App Stores einzureichen. Solange keine solche App installiert ist kann man die Schnittstelle auch gar nicht nutzen. Wenn dann eine App verfügbar ist und man die Kontaktverfolgung aktiviert hat wird praktisch abgeglichen ob man sich mit einer, als infiziert markierten Kennung irgendwo aufgehalten hat. Ergibt sich ein Treffer wird man per App gewarnt und das Protokoll erzeugt praktisch eine Kontaktverfolgung.
Dies ist wichtig im Umgang mit Pandemien und die Funktion übernehmen im hier und jetzt die Gesundheitsämter. Das funktioniert folgendermaßen:
Als positiv getestete Person bekommst Du einen Fragebogen auf dem Du angaben machen sollst mit welchen Personen Du im Zeitraum X Kontakt gehabt hast. Dies Liste wird dann durch das Gesundheitsamt bearbeitet und alle Personen die auf der Liste stehen sollen dann informiert werden und, je nach Kontakt, Länge, Intensität usw. ebenfalls in Quarantäne gebracht werden und/oder auch getestet werden.
So entstehen natürlich wieder neue Liste von Menschen die ebenfalls bearbeitet werden müssen und ebenfalls getestet oder Quarantänisiert werden müssen.
Wenn man sich nun einmal selbst hinsetzt und versucht zu notieren mit wem man wann wie lange wo Kontakt gehabt hat innerhalb der letzten sieben Tage versteht man wie schwierig und aufwändig diese Arbeit werden kann. Hat man in den letzten Tagen dann auch noch Bus oder Bahn genutzt wird es nahezu unmöglich die Kontakte nachzuvollziehen. Veranstaltungen, Messen, Restaurantbesuch oder ähnliches sorgen für weitere Fragezeichen. So erklärt sich dann auch warum man seinen Namen angeben soll wenn man ein Restaurant besucht.
Somit ist vielleicht auch zu verstehen das ein solches Tracking viel einfacher und schneller funktioniert und viel automatisierter Daten zur Verfügung stellt.
Wer nun Angst um seine Daten hat, dem sei folgender Vortrag von David Kriesel ans Herz gelegt:
David hat mal Artikel von Spiegel Online heruntergeladen und sich so eine Datenbank erstellt anhand er Daten auswertet und Rückschlüsse zieht. Es handelt sich lediglich um Metadaten, diese erlauben jedoch schon echt umfangreiche Analysen, zum Beispiel welche Autoren zusammen Urlaub haben wo eventuell mehr als ein Berufliches Verhältnis bestehen könnte.
Da die meisten Leute freiwillig Ihre "Daten" wie Likes, Kommentare, Fotos usw ins Netz stellen (Facebook, Twitter, Instagram, auch die Blockchain) ins Netz stellen sind meistens ausreichend Metadaten von jedermann vorhanden. Da braucht man sich um Corona Tracking dann auch keine Gedanken mehr machen und braucht kein Datenschutzaufschrei veranstalten.
Wer groß rumheulen will Soll sich einfach dem Internet und Smartphones fern halten. So einfach. Die Büchse der Pandora ist bereits seit Jahren offen und die wird sich auch nicht mehr verschließen solange Menschen Smartphones, Apps, Fitnesstracker uvm. nutzen. Und es zwingt Dich niemand ein Smartphone zu benutzen.
Also, das Tracking funktioniert ab vorgestern bereits theoretisch, in Anbetracht der Lage finde ich das sehr gut denn es ermöglicht ein vernünftiges handling infizierter Personen in Phase 1 der Pandemie. Zukünftig wird uns das ermöglichen das Containment besser zu gestalten.
Einen guten Überblick über die Phasen einer Pandemie gibt Mai Thi Nguyen-Kim hier