Hallo lieber Leser,
heute, mal wieder was "Neues" oder eben anderes. Viele Menschen, schreiben, lesen und zeigen heutzutage per Stream und Co. wie sie Computer Spiele spielen. Ich würde mich als "Alt" bezeichnen, was diese für mich immer noch ungewohnte aber sicher nicht unbeobachtete Situation angeht. Der Spielemarkt, ist inzwischen ein Milliardengeschäft und eine regelrechte Industrie, der freizeitlichen Unterhaltung geworden. Eine Industrie, welche mit meinem "Jahrgang" aufgebaut wurde.
Denn ich bin ein Jugendlicher der 2000 Jahre und habe den Lauf auf Computer/ Internet und eben auch Spiele, in einem Alter erlebt, das genau "richtig" war, wie ich finde. Denn ich konnte lernen, lachen und Spaß haben dabei, wie man es denke ich eher selten später noch für "neues" macht. Natürlich lernt man immer dazu, aber wirklich "Jung" ist man schließlich nur einmal.
Also 2003 habe ich einen "VolksPC" von meinem Großvater zum Arbeiten gesponsort bekommen, mit allem Pi Pa Po und so. Das Teil hat damals noch gute Tausende gekostet, wo man heute vernünfig mit einem davon "zurecht" kommen sollte als "Anfänger". Was hat klein Alu natürlich damit gemacht???
Dreimal dürft ihr raten, natürlich gespielt. :-) Da waren die Klassiker, Command & Conquer Generals, Unreal Turnament 2003 (versteht sich von alleine^^) und natürlich, mein heute noch geliebtes Counter-Strike /1.3-1.6, und kurz darauf Source. Ich hatte mir bei Half Life 2 gedacht, das die "Grafik" für mich als Pixelbeschleunigerinteressent erster Klasse, "ausreichen sollte" für den Rest meines Lebens.
Das heist auf Deutsch, ich war Glücklich, der Drang nach immer mehr "Blendergames" war bereits am sterben. Die für mich Krönung der Spielgeschichte, war genau diese 2000er bis 2010er Jahre. Das heißt nicht, das heute keine guten Spiele mehr gemacht werden. Aber es heißt, das damals, die Spiele, wie auch davor übrigens, noch mit einer gehörigen Portion "Liebe" gemacht wurden.
Denn....
man hatte Hunger. Wie gesagt, die Märkte und ebendiese "Publisher" waren damals noch lange nicht so groß. Ich war gerade in der Zeit am Ball, als die ersten E-Sport Ligen in Starcraft und Counter-Strike die Mainstream presse erreichten. Eine gewisse Akzeptanz dieser sich noch jung und neu entwickelnden Welt, war bereits in Asien verkennbar.
Hierzulande, haben sich Schwachmaten von sogenannten besorgten Bürgern und Politikern darüber echauffiert, das Computer-Spiele, insbesondere Ego-Shooter, doch "Killerspiele" wären, die Gewalt fördern würden. Erzähl das mal heute der Jugend.... Die lachen dich aus.
Wir haben nicht gelacht, weil es "ernst" war, so manch einer von uns, hat noch Ärger für sein "Hobby" neben dem sonst in meinem Freundeskreis sehr beschaulichem und "normalem" Umfeld bekommen. Meist waren es die Mütter, oder eben Großmütter, welche sich durch sinn freie Verbote dagegen aussprachen, andere "virtuell" zu töten.
Doch es wuchs und wuchs weiter, manch einer von uns, hat sich dem Hype von WoW, von den Meistern der Sucht, wie ich sie liebevoll nenne, hinreisen lassen und viel dadurch verloren, um in einem PC-Spiel der Gewinner zu sein. Leider. Aber das war ein Lerneffekt, für Menschen wie mich. Alleine die Möglichkeit aufgezeigt bekommen zu haben, und auch selbst die Erfahrung des "zu viel zockens" gemacht zu haben, hat mich gelehrt das eine vom anderem zu Unterscheiden, und meinen Spaß daran finden zu können.
So spiele ich heute mit 33 Jahren lange nicht mehr ein paar Nächte durch, oder gar Wochenlang fast alle Abende das geliebte Counter Strike, ja, all das habe ich gemacht, und ich bereue es nicht! Aber man wird älter. Der 1.000.000 Kill ist eben nicht mehr so spannend wie der Erste. So wie Drogen eben, irgendwann wird man "erwachsen" und spielt, wenn man klug ist, vorher schon "weniger", damit man sich ein wenig von dieser schönen bunten Welt als Dopaminschuss für den Rest seines Lebens in notwendigen Zeiten aufheben kann.
Manch einer mag das jetzt nicht nachvollziehen können, aber ich habe es schon genau richtig ausgedrückt. Es ist und bleibt ein Spiel und wir sollten wissen, warum wir spielen. Jeder von uns, ob am Rechner oder nicht, ist unerheblich. Wichtig ist, zu erkennen wo man, wie und wieso spielt, jeder für sich genommen. Weis man das, hat man so etwas wie "Kontrolle" darüber.
Ich kann das sagen, denn ich kenne es zu genüge, diese Kontrolle zu verlieren. Aber dies an anderer Stelle.
Was mich vor allem an den "modernen" Spielen aufregt, sind vor wenigen Jahren noch die "Details" in welchem bekanntlich der Teufel sitzt und heut so ziemlich "Alles". Spiele werden wie sonst auch alles "Neue" nur noch aus purer Gier gemacht, zumindest die Publisher, welche meine Generation dort hin gebracht hat mit ihrem Geld, wo sie heute stehen, bekommen nicht genug. Die Augen und Bäuche werden so fett und gierig, das sie den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen können.
Warum behaupte ich das? Ganz einfach, weil ich es beobachte, messe und mir gößte Mühe gebe, das Bild vielleicht nicht Objektiv nieder zuschreiben, aber sicherlich möglichst realistisch in mir wachsen zu lassen. So wie bei sehr vielem, das mich "interessiert" eben auch.
Die Publisher und ihre 100derste Auflage des immer gleichen Spielprinzips, haben zu Aspekten und Mechanismen gegriffen, den vor allem jungen Spielern möglichst viel Geld aus der Tasche zu ziehen, die vor eben 10 und mehr Jahren noch absolut Tabu gewesen und einen gewaltigen Shitstorm der damals noch überschaubaren Spielergemeinschaft mit sich gebracht hätte.
Lootboxen.
Der für mich Anfang vom Ende, eines guten Spieles. Der "Glücksspieleffekt" war bisher im Vollpreistitel enthalten und damit in einem vertretbar und vor allem auch für den Dümmsten Käufer erkennbar!
Heute, ist es schick, wenn man einen Skin für eine Waffe, per Glückspieleffekt "kauft". Vor allem für unter 18 (meiner Meinung nach min. 21) Jährige, ein nur kurz diskutiertes Thema in der Vergangenheit. Der deutsche Staat, zu einem seltenem Lob gesagt, hat versucht, sich dagegen zu stellen. Aber die Lawine war bereits zu groß und bevor der Kampf los gehen konnte, wurde eingeknickt.
Naja, ein Versuch, ist besser als nichts. Und dann ging es los. Aus Lootboxen, wurden dann immer weitere kleine Tricks, den Kunden bei der Stange zu halten. Psychologische Mittel, welche wie gesagt, vorher der Inhalt eines Vollpreistitels und damit der Spielspaß waren, sind perfektioniert worden und häppchenweise Verkauft. Add-Ons, waren früher eine Ausnahme. Nicht jeder hat sie gerne gesehen, auch wenn sie gut waren. Heute zerhack stückelt man ein Spiel und verkauft es in Scheiben.
Online Zwang und das immer weitere aufkommen von Spieleplattformen, um welche sich die Publisher mit dem Platzhirsch Steam zu streiten versuchen, mögen den Markt vielleicht kurzfristig für die Spieler begünstigen, weil dadurch ein enormer Preiskampf und Druck statt findet, auf Dauer jedoch, sehe ich dort nur Chaos.
Wie Steam schon selbst schlecht vorgemacht hatte, ist das anbieten von "Spielen" die nur halb fertig und von wenigen kleinen Leuten gemacht wurden, eine Strategie, die sich aufgrund der eigenen Reichweite, sehr wohl bezahlt machen kann. 30% Anteile und mehr, werden von Steam gefordert, für diese "Indie" Games, bei welchen es nur wirklich selten mal echte "Perlen" gibt. Die meisten davon, sind schlicht eines. "Schrott" Zeitverschwendung. Das hätten wir in unserer Jugend mit dem Arsch nicht angeguggt.
Tripple AAA Titel, haben nicht umsonst diesen Rang und Namen verdient. Sie sind Bugfrei und Qualitativ Hochwertig. Sorry, ich vergas, sie WAREN, Bugfrei und Hochwertig. Denn man verkauft heute auch mal ein Spiel, das noch nicht mal richtig läuft, natürlich dann billiger und mit vielen vielen Versprechen. Es gibt unzählige Fälle im Netz zu recherchieren, wie das geendet hat. Abzocken sind leider die Regel, statt eine Ausnahme, wie spätestens seitens Staat zu regulieren wäre, mit entsprechenden Verboten seitens der großen Player.
Aber wie bereits erwähnt, hat man den Regierungen schon gezeigt, wie der Geldwerte Hammer zu nutzen ist. Umsätze und damit Steuereinnahmen, gerade im verhältnismäßig reichen Mitteleuropa, die nicht einfach mal so abzuschreiben wären, sind auch sicher jetzt noch Druckmittel, um illegales Glücksspiel mit absolut unethischem Verhalten als "normal" und gesellschaftlich "akzeptiert" ja sogar gewollt zu verkaufen.
Ich habe diese Woche Diablo 2 angeschmissen und erfreue mich, an eben besagter Qualität. Dieses Spiel ist jetzt 20 Jahre alt und zeigt mir, was die meisten jüngeren Spieler wohl nicht sehen werden, falls sie diese alten Titel nicht einfach mal ausprobieren.
Spaß´und Freude, an schlicht einem Spiel, mit Grenzen im Preis und nahezu Bug freiem Spaß. Perfektion, in allen Bereichen, Jahrelanger Support und das darauf hin Arbeiten, auf ein Spiel mit LANGLEBIGKEIT.
Man möge darüber nachdenken, was mich noch alles, von einem eifrigen Nutzer, zu einem Gegner der heutigen Industrie werden hat lassen. Ich glaube, in allen Dingen ist es so wie hier beschrieben, aber wir sind nicht reif genug, das als Grundwissen zu aktzeptieren.
Denn Autos liebe Leute, fahre auch gerade mal erst seit grob 100 Jahren.
100 Jahre Autos
20 Jahre Diablo 2
70 Jahre Fernseher
30 Jahre Internet
200 Telefon
Ich könnte ewig so weiter machen. Wer glaubt über all die Entwicklungen einen bewussten Überblick zu haben, ist wahnsinnig, wird wahnsinnig oder depressiv. Denn unsere moderne Gesellschaft, weis weniger den je,
was sie tut.
Salve
Sascha Rene Pürner