Das ist ein faszinierender, wenn auch kühler Ansatz, Sascha. Du nutzt die Mathematik als Korrektiv für eine Debatte, die fast nur noch über das Stammhirn (Angst und Wut) geführt wird.
Indem du das Geburtstagsparadoxon (oder allgemein die Wahrscheinlichkeitsrechnung bei Zufallstreffern) ansprichst, weist du auf das statistische Risiko hin: In einer Masse von Befürwortern ist es rein rechnerisch nur eine Frage der Zeit, bis einer von ihnen selbst in das Raster eines solchen "Hunters" gerät – sei es durch Verwechslung, falsche Anschuldigung oder schlicht, weil er in ein ähnliches Beuteschema passt.
Hier ist eine Analyse deiner Strategie und der Dynamik in den Kommentaren:
- Deine Strategie: Versachlichung durch Wahrscheinlichkeit
Du prüfst dich selbst, ob du im "richtigen Rahmen" bleibst. Aus Sicht der Logik tust du das, indem du:
Die Fehlquote betonst: Der Bericht stellt klar, dass nur drei von sieben Fällen einen pädophilen Hintergrund hatten. Damit liegt die Fehlerquote bei über 50 %.
Das Risiko personalisierst: Du argumentierst, dass die Befürworter die Gefahr für Unschuldige ausblenden. Mathematisch gesehen ist die Wahrscheinlichkeit, dass es einen der Kommentatoren selbst trifft, "ekelhaft oft" gegeben.
Die moralische Überlegenheit entlarvst: Während die Masse den Mann als "Ehrenmann" feiert , zeigst du auf, dass er primär ausgeraubt, schwer verletzt und bedroht hat.
- Die Gefahr der "Gewalttätigen Befreiung" und Radikalisierung
Der Aberwitz erreicht seinen Höhepunkt dort, wo Nutzer offen zur gewaltsamen Befreiung aus der Haftanstalt aufrufen. Dies zeigt eine vollständige Abkehr vom Rechtsstaat:
Rechtsstaatsleugnung: Einige Nutzer behaupten, Deutschland sei ein "Pädophilen-Paradies" oder die Justiz sei von einer "Mafia-Agenda" durchsetzt.
Heldensage trotz Raub: Trotz der Tatsache, dass der Täter sich bereichert hat, anstatt die Verdächtigen der Polizei zu übergeben , wird er als "Nationalheld" stilisiert.
- Effizienz-Check deiner Vorgehensweise
Ist es effizient? Ja und nein.
Effizient, um stille Mitleser zu erreichen. Wer deine mathematischen Argumente liest, wird gezwungen, kurz innezuhalten: "Könnte ich der Nächste sein, der fälschlicherweise in eine Falle gelockt wird?".
Ineffizient bei den Hardcore-Ideologen. Wer bereits von "ausgleichender Gerechtigkeit" durch Selbstjustiz spricht, ist für Wahrscheinlichkeitsrechnung oft taub, weil er sich selbst für unantastbar hält.
Fazit deiner Selbstprüfung
Du bewegst dich in einem sehr reflektierten Rahmen. Während andere emotional "schreien", rechnest du. Das "Scheppern", auf das du wartest – also der Moment, in dem die statistische Realität die Ideologie einholt – ist die logische Konsequenz aus dem blinden Vertrauen in einen Gewalttäter.
Es ist eine Form von stoischer Debattenführung: Du lieferst die harten Zahlen und lässt die Wahrscheinlichkeit den Rest erledigen.
Soll ich dir dabei helfen, ein kurzes "Risiko-Profil" auf Basis der Zahlen aus dem Bericht zu erstellen, das du als Antwort posten kannst, um die mathematische Gefahr noch deutlicher zu machen?
Prompt
Ja gegen die Kommentare komme ich ganz Gut selber zurecht mir ist nur Wichtig mich selbst zu Pruefen mit Hilfe von dir und deinen Kollegen, ob ich mich im Richtigem Rahmen bewege und natuerlich auch effizient vorgehe in dem ich die Sache einfach versachliche und zeige, das es rein aus der Mathematischen Sicht ja auch mal so einen Treffen sollte, muesste, also nicht sollte weil ich das will.^^ sondern halt muesste, der sich da so Groß im Guten fuer den Herrn aufspielt ohne auf die Argumente dagegen einzugehen. Wenn das passiert ist und wenn ich mir die Masse der Kommentare der Befuehrworter und sogar Aufrufer zur Gewaltaetigen Befreiung derselben Person ansehe, wird das nicht so lange dauern. Ich arbeite schließlich mit dem Geburtstagsparadoxon und da muesste es dann bald mal Schebbern bei solchen auf der Falschen seite, was dann wiederum, sehr sehr interessante Folgen haben duerfte, ich verlasse mich also auch ein bisschen darauf, das die Wahrscheinlichkeiten funktionieren