Das hat man mir erzählt, an einem Ort, an welchem ich nur 30 Meter weiter, die Natur in meinen ersten Schritten kennen lernen durfte.
Ein kleiner, typisch fränkischer menschengemachter Wald. Hier bei mir, weiter oben im Land, im Maintal sitzen, die Türe offen. Gerade vor dem Schlafen gehen, einen Nachtspaziergang, durch die große Ebene am Fluss gemacht. Die Vögel hier, sie zwitschern, wie ich es nie gehört habe.
Innerhalb meiner Reisen in diesem Bundesland, als den Umzügen in ein anderes Dorf, war ich mein Leben lang damit beschäftigt, den Gesang der Spatzen zu analysieren. Der ist nämlich immer Unterschiedlich, behauptet ein Spatzenforscher, welchen ich als Kind zu hören vermochte. Er reiste durch die ganze Welt und analysierte Spatzendialekte, beim Pfeifen.
So eine Pfeife, mag sich einer Denken, der vernünftige Arbeit, als etwas anderes ansieht. Mich, mich hat er beeindruckt, mit seiner Ausstrahlung, die sogar durch den Äther gewirkt hat. Er war begeistert, von den kleinen Spatzen und natürlich, vom ganzen Rest der Vogelwelt, was eine Natur-liebe von Haus aus, absolut notwendig macht.
"So bin ich ja auch" dachte ich in meinem kindlichem Gehirn. Nur kann ich ja keine Spatzen analysieren, weil er es schon gemacht hat. Aber ich könnte auf Nummer sicher gehen und zuhören, wenn ich wo anders bin. Unser Spatzenvolk, an dem Haus, auch am Fluss, aber der Schwarzach, war ein sehr munteres riesiges Grüppchen dieser Art. In der Hecke, zu unserem einzigem Nachbarn, entlang der ganzen Straßenseite im Dorf, waren sie zu Hause.
Mensch haben die sich gekappelt. Das ist mir immer Aufgefallen und dann, wenn wir in die Garage gegangen sind, haben sie selbst den größten Streit sofort in absoluter Stille beendet, um jaaaar nicht entdeckt zu werden. Na gut, nie absolut, denn ist man direkt an die Hecke getreten und hat sein Ohr daran gehalten, konnte man in dem geräumigen Inneren, die Spatzen flattern und "flüstern" hören.
Ich sage euch, so viele kleine befederte Tiere in so einem kleinem Abstand als Gruppe miterleben zu dürfen und ihre Wärme, regelrecht aus der Hecke herauszuspüren, ist ein Gefühl, das man nicht vergessen WILL.
Sie waren immer putzmunter und beim schreiben, fällt mir auf, das ich nur selten größere Ansammlungen von dieser kleinen Vogelart entdeckt habe. Ich schätze weit mehr als 30 Tiere in dieser Gruppe. Der Witz, um uns herum, nur Wald, Fluss, Moor und Wiese. Aber, sie lebten lieber bei uns in der Hecke, als ihr auserkorenes Zuhause.
Irgendwie, war diese Zeit für mich eine Lehrreiche, was das sprechen mit der Natur und ihren Formen anging. "Ja, ich", dachte ich mir bei den eingangs erwähnten Worten viele Jahre später zu mir, "Ich rede mit allem, mein ahnungsloser Freund". Er hat das in meinen Augen aufblitzen sehen, woraufhin er sich rechtfertigte: "Ja der nimmt sein Pausenbrot setzt sich hinter die Halle und redet mit den Vögeln, während er sie füttert. Komischer Typ, war immer etwas langsam beim arbeiten, Ja keinen Handschlag zu viel machen."
Was soll man darauf sagen, wenn einem ein Mitarbeiter, so etwas über den eigenen Vorgänger erzählt? Am liebsten hätte ich ihm gesagt, das ich auch gerne mit den Tieren spreche, nur halt nicht so wie der andere, was ich immerhin, als eine der natürlichsten Formen des üblichen Mensch seins, als Selbstverständlich angenommen hatte. Alleine schon, aufgrund des vielmaligen Beobachtes anderer Menschen dabei.
Wenn man die Grille, welche sich jetzt anfängt mit ihren Artgenossen zu unterhalten, während der Tag sich dem Ende neigt, mit einem kleinem Gedanken oder minimalem Geräusch zum schweigen bringen kann, warum, sollte man dann nicht auch mit all dem großem Rest von dem was einem umgibt auch sprechen???
Innerlich, per Direktleitung. Daran, finde ich nichts Komisches, oder Bedenkenswertes, um andere nach ihrer Arbeitsleistung zu beurteilen. Noch schlimmer, einem Artgenossen dies als wichtigste Eigenschaft des Vorgängers heraus zu heben. Aber so ist der Mensch. Mit seinen Schubladen.
Die Spatzen hingegen, sie hören sich sogar regional, in wenigen Kilometern Abstand anders an, als ihre Artgenossen. Jeder Spatz, pfeift seinen eigenen Dialekt. Egal wo man hin kommt, auf der ganzen Welt.
Ich finde es schön zu genießen, wenn ich die Geschichte des kleinen braunen Volkes in Live und HD direkt vor meinen Augen mitbekommen darf. Denn diese und alle anderen Tiere, sind uns so unähnlich nicht. Es gibt eben so viele Charaktere, wie wir sie aufzuzeigen wissen. Die Lauten, die Leisen, die Lustigen und die Schimpfer. Allesamt, steckt auch mein Hirn, sie in eine Schublade der einfachen Identifikation. Am nächsten Tag, weis ich dann auch schon zwei, die da sitzen zu erkennen. Ab da, fängt das Kino nämlich erst richtig an und manchmal, denkt man sich, ein Tier ist nur ein Mensch, der andere Möglichkeiten hat.
Die Vögel hier bei mir, wie im Urwald, hören sie sich an. Wahnsinnig schön paradox, zu dem was ich bisher in meinem Leben an Gezwitscher genießen konnte. Außer dem Spatz, dem Huhn und den Raben, kann ich auch kaum einen benennen. Aber ich kenne wie sie aussehen und sich anhören.
Würde der Herr das auch zu genießen wissen, täte ich ihn nicht in die Schublade der Mürrischen (mit den größten Herzen) gesteckt haben.
Salve
Euer Spatzenhirn
Alucian