Ohne Übertreibung, kann ich das so sagen. Natürlich, liebe ich die Menschen, welche mir meine Heimat gegeben haben genauso, mindestens genaus, aber im Gegensatz zu uns Franken, haben die Berliner keinen Stock im Arsch. Auch, wenn das Pauschal natürlich nicht Stimmt, kann man sich schon Denken, was ich damit meine. Im Grunde, sind die Menschen immer sehr Lieb zu mir, das ist ein Fakt. Alt wie Jung, sind viel lieber wenn ich ihnen begegne, als ich es verdienen würde, täte man mich fragen. In Berlin wiederum, fällt mir schon sehr auf, das die Menschen wesentlich offener mit ihren Mitmenschen umgehen, als man es eben kennt, würde man Berlin nicht selbst kennen.
Dabei bin ich ein halbes Kind der Stadt und des Landes. So ziemlich genau sogar, habe ich jeweils meine Kindheit und Jugend in beiden Arealen verbracht und kann sagen, das ich Menschen schon auf viele Faetten kennen lernen durfte. Aber in Berlin, bin ich überaus positiv davon überrascht, nach einem jetzt halben Jahr dort Leben und herumeiern.
Die Berliner, sind viel Ruhiger, als wir Nürnberger. Die Nürnberger wiederum, sind natürlich eine Nummer für sich, das weis ja jeder. Wir haben vieles gemacht, das uns andere erst mal vormachen müssen. Wir sind die Drahtzieher der Weltgeschichte und natürlich Franken, was wir dabei aber ein bisschen verlernt haben, ist die Menschlichkeit, die Zwischenmenschlichkeit eben. Hier, sind wir ein bisschen kälter als die Berliner, wenn es um die Oberfläche geht. Aber ich würde die Nürnberger auch nicht missen wollen, als Menschen zu kennen, weil sie die Treuesten sind, die ich Kenne von allen. Wenn ein Nürnberger mal weich geworden ist, dann bleibt er das auch, gegenüber seinem Nächsten. Ob das mit den Berliner auch so ist, wird sich zeigen.
Klar ist aber, das ich nicht Bereue hier hergekommen zu sein. Es ist kein Moloch, wie ich dachte, kein Chaos, wie ich dachte. Klar, man muss den Berliner ein bisschen zeigen, wo es Lang geht, auf der Straße und am Gehweg. Weil dafür, sind sie zu Dreißt und Risikofreudig, mag ich mal sagen. Man bleibt halt stehen, für den Verkehr und man bleibt auf seiner Seite, wenn es denn schneller gehen soll, als man glauben könnte, würde man es nicht anders kennen. Einem Nürnberger, laufe ich so Gut wie nie über den Weg, sondern an ihm vorbei, wobei hier in Berlin das Laufen eine kleine Achterbahnfahrt ist, wenn Man(N) nicht den Schritt vorgibt als gutes Beispiel.
Ich mag Berlin. Ich mag die Menschen hier mehr, als ich mir hätte träumen können und dabei habe ich vorher nur einen echten Berliner näher kennen gelernt in meinem Leben, den ich auch bis heute nicht vergessen konnte, wegen seiner Offenherzigkeit. Das haben die Menschen hier eindeutig drauf im Ganzen betrachtet und dafür sind sie Liebenswert.
Salve
Alucian
Edit kann es nicht lassen und sagt in meinem Namen, was mich Traurig macht, und ich bisher nicht kannte, in dieser Dimension, ist die Armut hier. Ich kenne die Nürnberger Unterschicht sehr Gut, habe große Teile meiner Zeit mit den Menschen am Boden der Gesellschaft dort verbracht, und gleichzeitig weis ich zu Schätzen, und habe immer irgendwo gespürt, das ich am besten Ort der Welt gelebt habe, was das angeht. Ja, nein auch kein München kann da mithalten. Weil München, ist schon wieder viel zu Groß und der Schein mehr als Sein. Da ist es anders als bei uns in Nürnberg. Die zwei, kenne ich, und natürlich den ganzen Großen Rest dazwischen. Ich befinde mich, mehr, als nur im Ausland, in meinem Dasein als Einzelner, weil ich natürlich nie außerhalb Bayerns, gar groß außerhalb Frankens gelebt habe. Dafür aber dort, sehr Intensiv, ich behaupte Intensiver, als man es mir Vormachen könnte, auf meine Art betrachtet. Das hat mir die Zeit und die Möglichkeit gegeben. Es war, wie ich jederzweit wusste, ein kleines Wunder, was ich in meiner Heimat erleben durfte.
Dabei war das Fernweh, immer etwas, das mich Bewegt hat und natürlich die Angst vor dem Fremden nicht ganz auskommen lassen hat, in dem was wir Franken so lieben. Denn das weis einer nur, wenn er alles gelesen hat bei mir hier in der Blockchain, meiner dritte, gar vierten oder fünften Heimat. Die Franken, sind mit Abstand auf der ganzen weiten Welt das einzige Volk, das die Gastfreundschaft mehr als gemeistert hat. Kein Bereich der Welt ist so Groß, und gleichzeitig so Gut Bewirtet wie Franken als ganzes Betrachtet. Es ist eine Pracht bei uns zu Essen, so einfach ist das. :-D Wenn Du Essen gerne hast unter anderen, dann MUSST du nach Franken kommen in deinem Leben. Nirgendwo sonst, wirst Du zu schätzen wissen lernen, was in Masse gutes Essen ist.... und Essen meine lieben Menschen, geht durch Mark und Bein. Es ist die Grundlage des Lebens, der Liebe und des Seins.
Wir können Uhren machen und Züge bauen, wir können Musik in digitaler Form hör und verwaltbar machen, wir können Draht ziehen und klöppeln wie keine anderen und wir können Geheimnisse Bewahren, wie es die Menschheit nicht kennt. Wir können bauen und vorraussehen, das es allen eine Freude ist, aber wir haben in alledem ein wenig vergessen, wieso wir das machen. Wir haben uns genauso verloren, wie alle anderen auch. Deswegen, mag ich mit meiner Liebe zu meiner Heimat nur zeigen, was ich von dir über deine Heimat gerne wissen will. Weil das, hat uns Groß gemacht, dort wo ich herkomme, ihr alle. Wir waren und sind etwas gewesen an Ort, an dem man nicht Vorbei gekommen ist, auf seiner langen Reise durch das Leben und die Zeit. Deswegen wissen wir soviel über die Welt und um uns herum, weil wir Mittendrin sind. Das erklärt euch auch zum ersten mal in der Geschichte der Menschheit, warum wir so gerne Bewirten und Verkosten. Wir lieben das Treiben, den Trubel und das Leben, wir lieben die Bewegung, den Schwank und das Geben. Denn das Nehmen und das Geben ist unsere Ader.
:-)