4 Uhr morgens, aufgewacht, kaum fit im Gehirn, nach der dritten schlaflosen Nacht. Alles ziept und zwickt und schmerzt. Ich denke mir, irgendwie ist das schon in Ordnung, nach all der Zeit. Während ich mich quälend wälze, um vielleicht doch noch ein winzig kleines Mützchen ab zu bekommen, denke ich mir: Hat die Welt doch ihren Sinn.
Wie Leben fühlt es sich an, das Sterben. Ich denke, sagt den anderen noch, das Du jemanden hier hattest, aus dem Leben geschieden, kommentiert, als einer der Ersten, von meiner Seite aus. Wer es liest, viel Spaß beim Suchen, dich wird die Melancholie erschlagen, aber ein Geist, wie ich nun im gleichen Alter, dessen Schmerz man nicht einfach von sich weist.
Ab tut, als wäre man einfach besser dran.
Wohl dem, denke ich mir immer wacher werdend: Der etwas zu hassen hat, in all dem Wahn. Ich wünschte in diesem Moment, es könnte wenigstens noch ich sein, der übrig dafür bleibt. Als letztes, von allem um mich herum und in mir drin, hab ich aufgehört, mich zu hassen, für all die Schande, die ich über mich und andere gebracht habe. All das, was ich wider Wissens gegen dessen getan habe.
Ist es doch ein Leben gewesen, auch, wenn ich irgendwie unter dem aushauchen dieses, doch wohl wünsche, es wäre so schön schnell, wie durch einen Knall vorbei. Der Beschluss verfestigt sich, mir mein Leben doch, wenn es nur noch ein Bettliegen ist, ein bisschen selbst zu nehmen, statt auf den "Rest" zu warten, damit mich die alte Hölle, aus welcher ich scheide, gleich in die nächste neue bringen möchte.
Sicherheit was kommt, oder ob es mich mitnimmt, bleibt beim bewusst werden das ich doch nicht mehr schlafen kann, ein ungelöstes Rätsel, mit der Vermutung, es doch zu wissen, so wie meistens, fast schon immer.
Bedauern, über das was übrig bleibt, ist was mir meine Kraft neu entfacht, während ich mich nach einer Stunde Schlaf aus dem Bett aufmach. Torkeld, wild vor rasendem Dasein im Körper, wird mir bewusst, wie scheise es so vor sich hinläuft und in welcher misere man steckt. Gehe ich ins Krankenhaus? Ein bisschen, will er, aber gleichzeitig, denkt er sich, nee, das will ich nicht. Hier, bin ich frei, wenigstens das. Ich möchte nicht unter Aufsicht dahinsiechen, sondern in Würde in meiner kleinen Welt.
Froh ist er, das sich die Geister gleich so schnell ermuntern lassen. Gut gelaunt, fast schon, obgleich in der Teufel selbst, aus seiner dringend notwendigen Ruhe gerissen hat. Was könnte man tun, des frühen Tages. Antworten müsste er... und verwirft es sofort.
Heute nicht, morgen nicht, manchmal mag auch ich zu viel Antworten nicht.
Also, mache ich etwas, das selten ist, bei mir in meiner Welt. Ich mache Pudding, entschließt sich der Geist. Schließlich, hindert mich niemand daran, ihn Warm zu genießen und mich an dieser Winzigkeit zu freuen. Während er überlegt, was wohl zu tun wäre, entdeckt er eine alte Bekannte, gegenüber ihm, hoch oben an der Wand herum irren.
Die kleine mittelgroße schwarze Spiderfrau, gehuscht ist sie mir vor wenigen Tagen. Über meinen Arm, hinten am Rücken entlang, natürlich noch nackt gewesen, auf zum anderem Arm, in Windeseile, um sich hier, bei mir, in der neuen Wärme zu empfinden.
Doch, habe ich ihr schon in diesem für mich urgrausigem Moment der erklärbaren Angst gesagt, ist sie hier nicht glücklich, auf die Dauer, und solle sich doch bitte wohin verkrümeln, wo sie mich nicht erschrecken mag.
Brav war sie, im Wissen das ich selbst Götter töte. Hat sie sich immer nur mal an der Wand gezeigt um mir mitzuteilen, das sie noch hier ist und umherirrt. Doch wer Götter tötet, muss auch seine Ängste töten, denkt sich er, und macht sich auf für das Gedankenspiel der Spiderfraubefreiungsaktion.
Während, ich also den Pudding vorbereite, und mir überlege, ob der Oetker es besser macht, als der Billigheimer, weis ich, zu ignorieren die Spinnenfrau, welche sich zum geduldigen Warten aufgrund der ätherischen Kommunikation entschieden hat, wäre fatal, für das ewige Rad der Zeit.
Also, macht er es wie bei allen anderen auch, nimmt sein Glas und sein Papier und stülpt es über ihr. Geschockt, das ich so plötzlich bin, springt sie erst mit einem Schubser hinein und lässt sich brav mit einem winzigem Blick meinerseits, von mir heraustragen.
Eines mehr Abgeschüttelt, komm ich drinnen an und das Puddingwasser fing das kochen an. Hand in Hand, so geht mein Leben, immer mehr, beim Kochen und einrühren, werde ich zu Ehren des Alten ein wenig Salz hinzu geben. Noch immer während ich gemütlich zum 100ten male in meinem Leben rühre, frage ich mich wieder, was denn nun anzustellen wäre, mit dieser ungewollten, aber dahin genommenen Zeit.
Was wohl jemand anderes an meiner statt täte, denke ich durch. Alles würden sie tun, weis er bestimmt, alles, nur nicht das meine. Sie wären stärker, selbst in ihrer Schwäche, würden 8 Stunden machen, jeden Tag, jeder gleich, als gäbe es eine biologische Gleichverpflichtung, 8 Stunden oder mehr, als eine Selbstverständlichkeit zu nehmen. Und doch wes er, das es nur eines gibt, in diesem Leben hier, die Arbeit, zu schaffen, sich zu befreien.
Sie würden alles machen, besser als ich an meiner statt. Sowieso, wüssten sie das, täte er es ihnen sagen. Ein bisschen, würden sie wohl mehr dafür brauchen, als er selbst, aber, das ist auch, was ihn größer macht, als er sich sagen würde. Was sie nicht alles brauchen, da draußen, die armen Schweine.
Und ich, stehe hier, rühre meinen Pudding und denke mir, 2 mal, hatte ich sie, die Schokolade in den letzten vielen Tagen. Ein Genuss, genau so. Dafür, 8-10 Kilo Fleisch, diesmal fast Roh, was sehr sehr gut war, für das verzehren und nähren. Doch, leider immer noch zu wenig. Ja, sie da draußen, würden es auf jeden Fall besser machen, als er hier drin.
Sie würden sagen, geht doch und iss mehr, so wie sie es sagen, wenn sie ihn kaum kennen und er ihnen nicht sagt, was keiner gerne hört. Steht er doch dann dort und denkt sich, als würdest Du wissen, wie es ist, wenn man nur essen muss. Der Pudding der weile, konzinsetiert inzwischen und wie immer, braucht er das Gefühl, als einziges Maß, um genau das von der Festigkeit zu bekommen, was er erwarten würde, täte er erwarten dürfen.
Es klickt ein bisschen, ein Zeichen, das Katharina schlafen geht, während ich weiter wach sein werde. Beschlossen, das zu schreiben, was ich denke. Sie darf nun ein bisschen wachsen, als Nachtschattengewächs und wird weiter ein bisschen mehr das Glitzern anfangen, in der Faszination, die sie mir damit zu Stande bringt. Eine Dankbarkeit, sich um sie zu kümmern, wenn schon sonst weder um mich, noch um sonst etwas oder wen.
Bleibt übrig, da der Auftrag, mein Ziel, während ich den warmen vollen Topf mit Pudding vor das Wortbrett stelle und mich umsehend dazu setztend geselle. Die eine Sache, welche ich zu erledigen gedenke, ohne Lohn, für das Brot, aber vielleicht für meinen Seelenfrieden, etwas von mir und meinem Wissen, hier hereinzugeben.