Ich war damals um die 17 Jahre alt und noch in meiner Ausbildung, am Wochenende auf dem Weg zu meiner ersten richtigen Freundin. Ich war damals schon auf meinen eigenen Beinen gestanden mit meinem kleinem Ausbildungsgehalt, welches zwar überdurchschnittlich hoch war, aber schon streng kalkuliert werden musste, damit ich meinen Lebensunterhalt bestreiten konnte. Natürlich mehr Schlecht als Recht, da wollen wir mal keine Blumen malen dazu.^^ Aber immerhin. Ich habe keinen gebraucht, der mir finanziell wirklich weiter hilft und durfte trotz Minderjährigkeit eben alleine Leben.
Ich war also auf dem Weg zu meiner Freundin im Zug eingestiegen, und dort, habe ich einen Soldaten so um die 30 Jahre alt gesehen, der noch in Uniform verpackt wohl auf dem Heimweg war. Zu dem habe ich mich hingesetzt. Ich weis nicht mehr genau, wie wir ins Gespräch gekommen sind. Aber was mir der Soldat erzählt hat, das weis ich noch einigermaßen Gut und ich werde es wohl nie vergessen solange ich Lebe.
Es ging darum, das er einen Supersportwagen gekauft hatte. Ich glaube, das es ein Ferrari war, bin mir da aber nicht mehr so Sicher. Es könnte auch ein Lamborgini gewesen sein. Auf jeden Fall, wollte er mir offensichtlich was mit auf den Weg geben bei unserer Zugreise und ich hörte Aufmerksam zu, was er zu erzählen hatte.
Er hat davon berichtet, das es sein ganzes Leben lang der Traum gewesen sei, sich dieses Auto zu kaufen um damit am Wochenende durch die Gegend zu fahren. Er hat also gespart und gespart, und keinen Kredit aufgenommen. Das hat mich noch Aufmerksamer werden lassen, weil ich das von meinem Großvater auch so Gelernt habe. Eben keinen Kredit zu nehmen, wenn ich was haben will, sondern darauf zu sparen und es einfach zu bezahlen. Nichts mit Raten und dergleichen, war mir schon damals klar zu machen.
Irgendwann hat er gesagt, hatte er dann das Geld zusammen. Das muss sehr viel Geld gewesen sein. Er hat auch die Summe genannt und ich glaube das war was mit 100.000 Euro, was für so einen Wagen ja nicht allzuviel Geld ist. Er hat dann auch berichtet, das er das Auto reparieren musste, was ihn noch mal viele Tausend Eure gekostet hatte. Wohl war das Auto ein Gebrauchtes, zumindest müsste das so gewesen sein, ich weis das aber nicht mehr so Sicher. Es klingt nur Logisch inzwischen.
Er hat also sein Auto repariert und ist damit herumgefahren. Im Ersten Jahr. Im zweiten Jahr, hat er es Abgemeldet.
Weil er sich den Unterhalt nicht Leisten konnte.
Die Versicherung und die Steuern, welche natürlich bei so einem Wagen recht hoch sein dürften, haben sein Einkommen aufgefressen. Am Ende, hat er mir Erzählt, hätte er nicht mal mehr die Kohle für das Bezin zusammen kratzen können, um eine Sonntagsfahrt zu machen.
Das hat mich sehr Beeindruckt zu hören. Da hat er sich so viel Zeit und Mühe gegeben, sich sein Traumauto zusammenzusparen und am Ende hat es ihn im Endeffekt Pleite gemacht, OBWOHL er ja das Auto abgezahlt hatte.
Am Ende stand das Auto ungenutzt und unangemeldet in der Garage und rostete vor sich hin. Ich weis selbst, wie sensible solche Autos sind, wenn sie nicht gefahren werden. Da geht dann alles kaputt was nur kaputt gehen kann. Wir hatten mal einen Bughatti in der Werkstatt stehenm der einfach nicht mehr angehen wollte, weil er ein halbes Jahr nicht gefahren worden ist. Die ganze Elektronik war im Eimer und so richtig gefunden was Los war hat keiner. Ein Supergau von Wertverlust sozusagen.
Ich war dem Mann schon damals sehr Dankbar dafür, das er mir seine Geschichte erzählt hat und mir eben geraten hat, das wenn ich was haben will, auch die Folgekosten bedenken sollte.
Diese Folgekosten sind es, welche viele auch nicht auf dem Schirm haben, wenn sie mit dem Mining anfangen. Hier übernehmen sich viele in mehrerlei Hinsicht. Erstens, kaufen sie die Geräte meist dann, wenn alle solche Geräte kaufen wollen und die Preise dafür entsprechend hoch sind und die Zeit für das Einarbeiten der Ausgabekosten sehr hoch ist und zweitens vergessen sie, das es Strom kostet, diese Geräte zu betreiben. Sehr viel Strom. Hier in Deutschland heißt es immer, das sich Mining nicht Lohnt, weil wir ja so teueren Strom haben und das war noch vor dem Anziehen der Preise weit über die 30 Cent Marke vor Corona.
Damals wusste ich aber auch aus der Erfahrung des Herren raus, das ich mir beim ersten mal Bitcoin Mininig nicht eben das Zimmer voller Grafikkarte mache, wie so manch einer damals, der mehr wusste und weniger wollte, als die meisten anderen die danach gekommen sind.
Ich wusste, das ich viel zu wenig Ahnung habe, und mich wahrscheinlich damit übernehmen würde, täte ich jetzt lauter Computer zusammen bauen, damit ich sie Arbeiten lasse und ich hatte einen sehr Guten Strompreis damals in meinem Zuhause, welchen ich sogar noch in Bar ohne jeden direkten Vertrag zahlen konnte an unseren Hausmeister.
Trotzdem, habe ich eben nicht die Chance ergriffen und mich gleich voll in die Sache gestürzt und "nur" einen PC gekauft, für ca. 400 Euro selbst zusammen gebaut um mit dem Bitcoin Mining auf meiner Grafikkarte anzufangen. Das war eine HD7770Ghz Edition wie ich immer noch weis.
Am Ende, hat mich das damals auch schon viel Geld gekostet und ich habe es natürlich in Anbetracht der Marktsituation, welche schlicht noch nicht mal ein richtiger Markt war, meine Ausgaben nicht zurück bekommen können. Weil ich net mal gewusst hätte, wem ich meine gemineten Bitcoin verkaufen sollte, geschweige denn eine Börse dazu gehabt hätte, wo ich sie handelt hätte können. Die Datenlage war einfach noch sehr Klein damals.
Am Ende habe ich mir aber auch durch diese Vorgeschichte vorgenommen, mit meinem Auge immer wieder drauf zu schielen und darauf zu achten, ob die Leute drüber reden. Denn je öfter ich das Wort Bitcoin hörte im Laufe der folgenden Jahre, desto mehr wusste ich, das ich mich darin dann irgendwann mal mit meinem Interesse für Computer einbringen kann. Einbringen. Also Arbeiten. Du weist Bescheid.
Heute, habe ich zu verzeichen, das ich viele Jahre eben nicht aufgeben musste mit meiner Mining Arbeit, obwohl ich nicht viel Geld habe zum Leben und trotzdem, konnte ich meine Hashrates von zu Hause aus bezahlen. Die Stromrechnungen waren hart, aber Gut kalkuliert und immer ein Equivalent zu dem was ich eben nicht direkt geben hätte können um ein bisschen was anzusparen.
Dabei ging es mir am Anfang sowieso nicht darum. Geld damit zu verdienen, sondern zu Lernen, wie ich Geld damit verdienen kann. :-)
Das Denken hat mich nämlich auch davor gerettet, die Sache aufgeben zu müssen. Ich nenne die bewusst kalkulierten und nach oben hin begrenzten Verlust immer mein "Lehrgeld" Leergeld. :-) Das ist und war der Preis, um mich in der Sache zu bilden und zu lernen, wie das zu machen wäre. Natürlich habe ich festgestellt, das es sehr Schwer werden wird für mich als kleiner Mini-Miner überhaupt je auf eine schwarze Null zu kommen damit. Und da reden wir noch nicht mal von Verdienen. Es würde also viel Zeit kosten. Wodurch auch mein 10 Jahres Plan entstanden ist, den ich immer noch einhalten kann.
Hätte ich das damals nicht gelernt von dem Soldaten mit meinen bubbeligen 17 Jahren, wäre ich heute nicht mehr hier, weil mir das Gleiche beim Mining passiert wäre und bei vielen anderen verlockenden Situationen davor in meinem Leben.
Danke für das Lesen und Schreiben! Ich hoffe das Du auch was für Dich in der Geschichte mitnehmen konntest.
Liebe Grüße
Alucian