Hallo lieber Leser,
das ist ein weiterer Eintrag, über mein inzwischen langjähriges Hobby des Hanf-Anbaus und soll mit Absicht, diesmal ohne Bilder statt finden. Ich werde versuchen, zu beschreiben, wie das aussieht bei mir und dem Götterkraut. Ganz so, wie man sehr lange in Foren nur zu lesen hatte, was man gerne sehen würde.
Zuerst jedoch, muss ich warnen, der Hanfanbau ist in Deutschland noch immer Genehmigungspflichtig! Auch wenn man einen roten Schein für die medizinische Benutzung von Präparaten hat, ist das kein Freifahrtsschein, seine Medizin selbst zu machen. Man kann für den Anbau von Hanf nicht nur in die örtliche Zeitung kommen, sondern im extrem Fall von zum Beispiel kommerziellen Absichten auch in das Gefängnis.
Zuerst einmal etwas zu meiner Vergangenheit, mit dem grünem Wunder. Ich kenne dieses Kraut seit ich geboren bin. Sozusagen, war es inklusive. Es war die einzige Droge in meiner Umgebung, welcher ich von Anfang an wohl gesinnt und neugierig war. Hanf hat mir mein Leben im schlimmsten Fall verlangsamt und im bestem Fall verschönert. Allerdings, ist hier wie bei allen Dingen, das Maß und die Menge, ein ernst zu nehmender Faktor, welcher nicht aus den Augen verloren werden sollte.
Du mit der Droge, nicht die Droge mit dir.
Dieser Satz ist ein Leitspruch für mich gewesen und hat mir immer geholfen, wenn ich anfing es zu übertreiben. Insofern, genug der warnenden Worte.
Selbst baue ich erst seit meinem 23 Lebensjahr Hanf an, das hatte Anfangs vor allem mit der Beschaffungskriminaltiät zu tun. Die Logik, das ich mein Kraut einfach selbst mache und damit nicht zu viele "falsche" Freunde habe, welche mich durch ihr Unwissen in Gefahr bringen, ist über die Jahre herangewachsen und hat sicherlich irgendwo ihre Berechtigung, gedacht zu werden.
Vor allem am Anfang, seiner bewusst "klein" gehaltenen Hanfanbau Karriere, ist man dem Thema gegenüber natürlich sehr aufgeschlossen und man liest sehr viel, wenn man etwas wissen möchte. Hanf ist ein Unkraut, und normalerweise wächst es wie von selbst. Wasser, Erde, Licht. Mehr braucht es eigentlich nicht.
Aber es gibt so Freaks wie mich, die das auf die Spitze treiben mit den Jahren und ein Foto von meinem Hanfschrein und dessen Ergebnisse, findet man sicher irgendwo weiter unten im Blog. Dieser Schrein, war die letzten fast zwei Jahre außer Betrieb gestanden. Das Interesse für den Anbau und vor allem den Konsum, ist dem älter werden und dem konzentrieren auf andere Dinge gewichen.
Dieses Jahr jedoch, war anders und ich habe mich nach etwas gesehnt, das man "Anfassen" kann, von meinen Werken. Mir etwas Gutes zu tun, in dem ich ein paar Körner in den Dreck werfe und begeistert wie beim ersten mal zusehe, wie daraus Leben und eine Möglichkeit zur Symbiose entsteht, hat mich lange nicht los gelassen.
Also habe ich den Schrein vor etwas mehr als einem Monat wieder die Steckdose zur Stromversorgung gegeben und mich mit den Resten meiner Samenvorräte beschäftigt. Das heißt in diesem Fall, das meine Samen lange, viel zu lange, in der Schublade herum gelegen haben. Das allerdings, habe ich nicht bedacht, als ich erst mal nur 5 Stück zum Keimen bringen wollte.
Man sollte meinen, ich hätte nach all der Zeit etwas gelernt, die schwere und harte Phase, einer Geburt zu meistern. Wo früher noch ausfallraten von so gut wie nicht vorhanden für mich normal waren, hat es diesmal, so gar nicht geklappt. Die ersten Samen, gingen allesamt nicht auf. Das heißt, zwei Wochen vergeudet. Dann aus Verzweiflung, habe ich einfach die Hälfte meiner Samen genommen und es wieder versucht, das Wenigestens ein paar aufgehen.
50 Samen waren es ungefähr. Aus den 50 Samen, haben nur zwei Pflanzen das Licht der Welt erblickt und die ersten Wochen geschafft. Eine davon, habe ich verschenkt. Die andere, eine besondere Pflanze, vom Breeder ACE hat sich inzwischen sehr gut gemacht, so ganz alleine.
Sie hat jetzt 16 Nodien (Abzweigungen) und durfte bis auf eine Köpfung und dem deleaven der Sonnensegel "natürlich" aufwachsen. Normalerweise, würde man eine Hanfpflanze bei einem MiniSchrein wie meiner es ist, nicht so "lange" in der vegetativen Phase lassen. Vor allem nicht, weil sie wahrscheinlich ein Langblüher ist. Das was heute Sativa-lastige Genetik genannt wird, ist in Wahrheit nicht von einer Indika-Sorte zu unterscheiden, zumindest nicht wissenschaftlich.
Es hat sich eben so "eingebürgert", das die langen dünnen, gefühlt ewig blühenden, und damit ein sehr klares High erzeugenden Pflanzen, Sativa genannt werden und die kleinen, stämmigen, mit breiten Blattfingern gewachsenen Pflanzen, mit kurzer Blütezeit als eher Indika beschrieben werden.
Meine von ACE, verströmt bereits jetzt einen Duft, den ich in einem so frühem Stadium nur selten vernommen habe. Auch ihre Vorblüte, konnte ihr nicht schnell genug gehen. Kleich nach der dritten Nodie, hat sie sich als deutliches Mädchen geoutet. Natürlich spielt bei der Geschlechts-Bestimmung einer zwitterfähigen Pflanze, die Umgebung eine entscheidende Rolle. Wenn es warm ist und die Luftfeuchtigkeit hoch, sowie auch sonst "alles" passt, entscheidet sich der Hanf eher zu einer Weiblichkeit.
Hingegen, kann man männliche Fruchteigenschaften, eher durch kühle Temperaturen und trockene Umgebungsluft hervorrufen, falls gewünscht. Das die ganzen Samen bei mir nichts geworden sind, ist für mich im Nachhinein mit zwei wichtigen Faktoren zu erklären. Zum einen das bereits erwähnte Alter der Samen. Hanf ist eine Pflanze, die einen Jährlichen Zyklus kennt. Das heißt die Samen halten sich auch nur unter sehr guten Bedingungen (kühl, dunkel und trocken lagern) ein paar Jahre. Ich habe diese Bedingungen nicht erfüllt. Außer das sie Dunkel gelegen sind, waren sie der Raumtemperatur ausgesetzt. Damit dürften sie schlussendlich "vertrocknet" sein.
Der zweite Faktor, ist hier bei mir das Wasser. Seit ich hier wohne, habe ich Probleme mit dem Wasser. Ich messe den PH Wert nicht, weis aber das es oft zu sehr chlorhaltig ist. Die Pflanzen, egal welcher Art auf jeden Fall, mögen es nicht. Der Hanf, reagiert dabei am zickigsten, wenn ich gieße.
Katharina, versuche ich wie beim geübten Cannasöur sicher entdeckt, zu trainieren, so gut ich kann. Sie soll eine hohe Potentz und starkes Wachstum zeigen. Dafür "quäle" ich sie in Maßen ein wenig. Das heißt, mal gibt es mehr Wasser, mal weniger. Vom deleafen, also dem Blätter abschneiden, wird ihr natürlicher Drang stärker zu wachsen angeregt, und vor allem, die Seitentriebe, welche bei ihr nahezu perfekt geworden sind, stärker auszubilden, durch das Licht, welches ohne die großen Sonnensegel, auch nach unten an die kleinsten Triebe kommen kann.
Alles in allem, bin ich sehr sehr froh, das gerade diese Sorte überlebt hat. Zumal ich nur 3 dieser Samen hatte und einen davon schon angebaut hatte. Die Ergebnisse, sprachen in dem Fall für sich und Bilder, sieht man wie gesagt weiter unten.
Doch Katharina ist anders, als ihre Schwester. Sie ist "ausgeglichener" im Wachstum und zeigt nicht ein allzu "Sativalastiges" Bild. Ich würde sie als die goldene Mitte beschreiben, was die Hanfzucht angeht und bin gespannt, wie sich die Blüte verhalten mag, der Strech, den sie in den ersten Wochen hinlegt, dürfte mir die Möglichkeit geben, die Blütezeit besser einschätzen zu können. Geplant ist das sie mindestens bis in den Winter hinein blühen darf. 4 Monate also, wenn ich in einer Woche die Uhren auf 12/12 umstelle.
Da sie meine letzte "Hochqualitative" Pflanze ist, werde ich versuchen sie zu bestäuben und ein paar Samen zu gewinnen. Denn, die andere Hälfte meiner Samen, welche ich vor 10 Tagen einfach als "handvoll" in einen Topf mit Dreck geworfen und ordentlich gegossen habe, zeigte sich gebährfreudiger. 7 kleine Hämpflinge, die allesamt um ihr überleben kämpfen müssen und krüppeln. Diese Samen, habe ich selbst gemacht, unter anderem mit einer Fränkischen Seltenheit unter Growern. Das kleine lila Fuzelkraut, welches nicht mal so etwas wie "Buds" macht, durfte sich vermehren bei mir und mit einer potenten Sorte Hochzeit feiern. Mal sehen ob ein Männchen davon heraus kommt und mit Katharina Liebe machen kann.
Ich werde berichten, aber nur zwei mal mit Bildern. Einmal eines von vor der Blüte und eines mitten drin. Bilder sind immer so "heikel" deswegen bin ich da weiter paranoid.
Liebe Grüße
Alucian