Du setzt einfach immer eine Null dran. Und dann,... noch eine Null, dann wieder eine und langsam gewöhnst du dich daran, eine Null dran zu setzen. Bei der nächsten Null musst du schon aufpassen. Ein kleines Männchen in deinem Kopf klopft an den Schädel und sagt: Warum sammelst du noch einmal Nullen? Du ignorierst das kleine Männchen und setzt wieder eine Null dran.
Ab da wird es gefährlich. Noch weist du das und denkst dir, es wird schon nichts passieren. Schließlich blickst du zurück und sagst dir: So viele Nullen, da geht noch etwas und dann höre ich auf. Du machst natürlich weiter. Eine Null folgt der Anderen. Es geht immer schneller und leichter. Du willst nicht mehr aufhören. Bist im Rausch der Nullen gefangen. Du bist schließlich eine Null geworden. Nichts mehr, außer dieses hohle kalten Kreises, existiert in deinem Kopf.
Der Moment, an dem du dich erinnerst. An die Warnungen des kleinen Männchens. Du rufst es. Doch nichts... Stille. Nur eine Null, in deinem Kopf. Du weist dir nicht mehr zu helfen. Du wolltest doch einst so viel anderes. Um es abzuschütteln, hängst du die nächste Null mit zitternden Händen dran. Du weißt, es wird noch viel schlimmer kommen, wenn du so weiter machst. Du machst weiter. Du denkst, du kannst nichts anderes mehr. Nullen formen. Nullen dranhängen. Irgendwann stellst du fest, das all die Nullen nicht ausreichen.
Du kannst nicht einmal mehr zählen, wie viele Nullen du dran gehängt hast. Du wirst dir deiner Sterblichkeit bewusst.
Du siehst, das alles was du getan hast, rein gar nichts war.
Null. Nichts.
Dabei war es die Eins, welche immerzu bei dir war,
die dich hätte interessieren sollen.
Salve
Alucian