Guten Tag/Abend oder wann auch immer du das liest,
das hier wird meine kleine Geschichte zum Selbstbeschiss. Ich bin üblicherweise nicht der Typ dafür. Ich möchte gerne wissen was ich denke und warum, mir etwas "vor zu machen" ist vielleicht in den wirren Details meines Seins vorhanden, wie sicher bei jedem von uns, meist kann ich dennoch allzugroße Verwerfungen diesbezüglich vermeiden. Ich habe heute etwas verstanden, eine Situation erkannt, die mich in die jetzige Lage manövriert hat und die ich willentlich in Kauf genommen habe durch das gekonnte ignorieren der bestehenden Tatsachen.
Wenn man denkt wie ich ist die Welt im Grunde ein einfacher Ort, weil einfaches Denken in der Welt. Doch manchmal verirre ich mich in dieser Welt und bilde mir ein etwas darin bestimmen zu können das nicht bestimmt werden sollte. Ich kann das recht gut, in Situationen in welchen es von Nöten ist zum Beispiel einem Gespräch von dessen Ausgang etwas abhängt. Dann denke ich mir im Vorherein aus was gesagt wird, wie ich darauf reagiere und wie ich meinen Standpunkt zu setzten pflege. Anders hätte ich nämlich keine große Chance. An sich ist diese Fähigkeit sich "selbst zu belügen" um anderen etwas vorzumachen in dieser Welt ganz nützlich.
Normalerweise. Nicht in dieser Geschichte. Hier geht es darum das ich diese Fähigkeit auf mich angewendet habe. Ich habe das gemerkt und dachte auch ich hätte es unter Kontrolle, aber weit gefehlt wie ich inzwischen weis und sicher noch lange nicht alle Folgen kennen gelernt habe. Vor etwa zwei Jahren habe ich meine Beziehung zu kaputt gehen lassen in dem dümmlichem Glauben mir würde die Zeit davon laufen etwas Beruflich eigenes aufzubauen. Bis dahin habe ich einigermaßen viel Zeit mit meiner Liebe verbracht und ständige auf und abs mit ihr durchlebt. Ich war da schon nicht gerade der "große Fang" für sie, aber zumindest war ich da....
Das habe ich nach unserem großem Umzug immer weiter vernachlässigt. Er mit dem Bau des Schreins und anschließend der Arbeit in der Kryptowelt. Ich dachte es würde reichen ihr zu erklären wie wichtig dieser Schritt für mich ist und das die Konsequenz daraus ist, erst einmal Scheiße zu fressen um anschließend ein "freieres" Dasein zu fristen. Gemeinsam wohl gemerkt. Immer im Gedanken das wenn ich meinen Geldbeutel entsprechen fülle um ein halbwegs unabhängiges Leben zu führen und ihr etwas zu bieten das sie von Natur aus braucht. Ohne sie wäre ich niemals so weit gekommen überhaupt diesen Schritt zu gehen, denn unsere Beziehung basierte meinerseits darauf das ich mich nach Kräften bemüht habe mich zu verändern. Das habe ich zwar, aber leider habe ich dabei die wesentlichen Dinge aus den Augen verloren.
Dinge wie Zeit, Liebe und Zuneigung. Dinge wie Verantwortung, Spaß und Freude zu bringen. All dieses fehlen meinerseits hat schließlich dazu geführt, das sie nicht mehr konnte und mir immer wieder klar gemacht hat das sie etwas von mir möchte, das ich nicht mehr bieten konnte. Ein Wettlauf mit meinen Gefühlen und der Zeit selbst hat dazu geführt das sie sich immer weiter distanziert hat und ich ihre Nähe regelrecht als selbstverständlich genommen habe. Das diese Rechnung nicht lange gut geht sieht jeder, das man handeln sollte habe sogar ich gesehen. Aber ich habe es nicht getan. Pausenlos war ich vor dem Rechner gesessen und dachte ich könnte die Zeit besiegen. Wie ihr seht, ist mir das nicht gelungen. Nicht wie ich es geplant hatte. Schon bald war sie ganz weg und ist aus unserer Wohnung ausgezogen. Friedlich, besorgt und dennoch befreit von meiner Welt, hat sie sich selbst in dieser Zeit um mich gekümmert. Ohne Bedingung, ohne Forderung, einfach aus einem Herzen heraus, das ich nie richtig zu schätzen wusste.
Am Tag ihres Auszugs war es für mich besiegelt das sie gehen würde, das meine Chancen, so viele ich hatte, versiegt waren. An diesem Tag habe ich beschlossen das wenn ich den Schmerz, der mir schon Monate zuvor sichtbar zugesetzt hatte, einfach ignorieren würde. Ihn Ausschalten, so wie immer wenn ich etwas erreichen wollte und zum Mittel der Lüge gegriffen habe. Ich habe mir gesagt sie sei meine Frau, so wie immer. Dabei ist Meins und Deins ein schwer definierbarer Begriff, aber dennoch haltbar in meiner eher konservativen Ansicht der Dinge und Welt. Ich konnte mich schließlich schon länger darauf vorbereiten was passierte und wusste das es funktionieren würde. Auch weil eher ein Mensch ist der sich vorher schon nicht "einsperren" lies in meine vrstellung einer Beziehung. Sie ist und war ein Freigeist und hätte ich sie nicht vorher schon etwas fliegen lassen, wären wir zusammen niemals so weit gekommen.
Ich stand also da in einer Wohnung, die nie "Meine" hat sein sollen, in einem Raum, den sie gestaltet hatte, ihr ihren bunten Stempel aufgedrückt hatte. Selbst nach ihrem Auszug war ihr Geist und ihre Nähe für mich noch spürbar, spürbar genug um s zu tun als ob nichts passiert ist. Alles nur ein böser Traum und ich nur in "Watrestellung" bis sie von ihren gewohnten Reisen wieder kommt. Das hat im ersten Jahr sehr gut geklappt. Denn sie kam wieder, immer wieder, einfach weil sie lieb ist und mich mochte. Sie hat mir geholfen wie kein Zweiter Mensch im letzten Jahrzehnt Ihr habe ich zu verdanken was ich erreicht habe. Sei es noch so wenig, so habe ich etwas erreicht. Ich habe meine Berufung gefunden (egal wie man dieses Wort auslegt, für mich ist es Wichtig und Richtig so). Ich schreibe und studiere, habe Spaß an meinem Wirken und fühle mich erstaunlich wohl dabei.
Nach all der Zeit bin ich noch immer bereit weiter zu machen, zu geben was ich habe und ein Teil dieser Bewegung zu sein, die wir "Krypto" nennen. Fast zwei Jahre später nun trifft mich meine Illusion trotz besseren Wissens wie ein Schlag. Erst ein anderer Ort, der Kontakt mit anderen Menschen und das sehen meines "Selbst" hat mich dazu bewegt, das ich verstanden habe was ich eigentlich wirklich angerichtet habe. Welchen Preis ich bezahlen werde müssen, für diese grundlegende Selbstverarsche. Ich werde reparieren was zu reparieren ist und ich werde dafür Sorgen, das ich all das was ich in Zukunft mache, nicht mehr zur Dauerausrede für eine Beziehung mache, die lange nicht mehr existiert. Es gibt nur einen Menschen für den ich das alles mache und das bin ich selbst. Denn wenn ich mich nicht selbst liebe, dann bin ich unfähig jemand anderen zu lieben. So einfach ist die nackte Wahrheit über mich. So einfach könnte ich es mir schon den Großteil meines Lebens machen. Denn dieses Wissen ist wahrlich schon sehr lange keine Unbekannte mehr für mich.
Ich werde damit nun schließen und bewusst nicht korrigieren, tue ich das, würde ich den Text löschen, weil ich mich sonst nicht trauen würde das was nun einfach so geflossen ist, weiter zu geben. Vielleicht nimmst du etwas daraus mit, vielleicht bleibt etwas bei dir damit.
Ich möchte auch keine großen Antworten auf diese Zeilen beantworten, das wäre mir aktuell zu viel, denn ich bin gerade mal ein wenig Aufgewacht damit und es ist noch viel zu tun....
für mich.
Salve liebe Menschen. Könnte man mit Worten besser danke sagen, wrde ich der kleinen Hexe diese Worte geben und sie wären immer noch zu wenig.
In liebe
Sascha