Unser Körpergefühl vs. die Botschaft der anderen
Die liebe Yasmin bzw. hat im letzten Steemit Sisterhood Meet-up ein Wochenthema ausgerufen, das meinen Nerv voll getroffen hat: unser Körpergefühl. Sie hat auch einen Ankündigungspost verfasst.
In der KW 18 veröffentlichen 8 Steemianer inklusive Yasmin (und mir 😉) nun einen Beitrag zum Thema.
- Montag:
VERRATEN -> VERLASSEN- UND DOCH IMMER GELIEBT! - Dienstag:
Einmal im Monat oder das Frauenthema - Mittwoch:
Unser Körpergefühl vs. die Botschaft der anderen - Donnerstag:
Körpergefühl - Embodiment - Freitag:
Ein Lächeln - Samstag:
- Sonntag:
Mich beschäftigt das Thema Körpergefühl sehr. Und zwar, weil ich immer wieder mitbekomme, dass es Menschen gibt, die sich zwischen uns und unser Körpergefühl drängen möchten. Es geht ihnen dabei aber nicht um uns, sonder nur um sich. Ich finde es ziemlich schwer, mit sich und seinem Körper im Einklang zu sein, solange wir von vordergründig positiven, wissenschaftlichen oder „gut gemeinten“ Botschaften umgeben sind, die zum Teil mit einer destruktiven und feindlichen Rhetorik einhergehen, die dazu dient, andere auszugrenzen.
English summary:
The dear Yasmin, respectively , made a call for a topic this week, that instantly hit my nerves: our body feeling. She did also post an announcement.
In calendar week 18 seven steemians including Yasmin (and me 😉) are since publishing a post about this topic.
I am very much concerned about this topic. This is because I notice there are people trying to get in between us and our body feeling again and again. But actually they are not concerned about us, but only themselves. I find it to be rather difficult beeing one with myself and my body considering that we are surrounded by seemingly positive, scientific or "well-meaning" messages that come along with a destructive and hostile rhetoric, that is used to exclude others.
Ich finde es erschreckend, was Ratgeberbücher über Ernährung und die Werbung uns weismachen wollen. Aber auch, was vermeintliche Ernährungsgurus mir im Internet als ihre Weisheit verkaufen möchten.
Es geht mir nicht darum, dass man einem lieben Menschen, der offensichtlich emotionale Probleme hat und diese buchstäblich "in sich reinfrisst" den Rat gibt, etwas zu ändern, damit es ihm besser geht. Ich finde das in Verbindung mit wertschätzender Rhetorik legitim.
Es geht mir um Aussagen, bestimmte körperliche Merkmale oder Unfähigkeiten seien nicht in Ordnung. Solche Sätze empfinde ich, wenn sie losgelöst von einem oder einer Betroffenen fallen, als destruktiv und ausschließend. Aber sie fallen ständig.
Beispielsweise wenn es heißt:
Der Bauchumfang sollte bei Frauen unter 88 cm und bei Männern unter 102 cm liegen!
Lipidforum austriacum, Quelle: https://www.netdoktor.at/krankheit/bauchumfang-5320
Tatsächlich ist es lediglich so, dass ab einem Bauchumfang von 88 cm bei der Frau eine Schwelle erreicht ist, ab der der Bereich der Gesundheitsgefahren beginnt.
Ich halte es daher für falsch, obige Aussage losgelöst von einer real existierenden Person als eine Art universelle Weisheit hinauszuposaunen, der sich gefälligst jeder und jede zu fügen hat. Auch wenn sie wissenschaftlich begründet ist, bietet sie nämlich keine wirkliche Orientierung im Leben und baut eher Schranken im Kopf auf. Der Mensch ist mehr als ein paar Zahlen.
Eine Aussage aus einer anderen Quelle lautet: Man muss, um sich wirklich sportlich nennen zu dürfen, 5 km in unter 25 Minuten laufen können. Im Vergleich zur Obigen ist das eine sehr subjektive Aussage, der keine wissenschaftliche Untersuchung zugrunde liegt. Hier hat eine "Person des öffentlichen Lebens" ihren ganz persönlichen Anspruch an ihre Mitmenschen kundgetan.
Ich kann mir in diesem Zusammenhang kaum eine Aussage vorstellen, die destruktiver ist. Sie war nämlich zusätzlich noch in eine respektlose Rhetorik eingebaut, die dazu diente, eine andere Person bloßzustellen. An dieser Stelle keine Quelle, weil es mir um die Botschaft und nicht um die Person geht.
Bei diesen Beispielen belasse ich es jetzt mal.
Diese Stimmen haben nur einen Zweck: uns zu blenden, uns einzuschüchtern und unseren Selbstwert anzugreifen. All' das tun sie, um Aufmerksamkeit zu erhalten. Das schlimmste wäre es, wenn wir unseren Selbstwert und unser Körpergefühl von ihnen abhängig machen würden.
Ich bitte euch, hinterfragt solche oder ähnliche Aussagen! Geht lieber einen Schritt zurück. Eignet euch eine differenzierte Sichtweise an. Und seid kein Richter über eure Mitmenschen, wenn ihr nicht selbst gerichtet werden möchtet.
Ich danke euch für's Lesen und hoffe, ich konnte vielleicht jemanden dazu inspirieren, solche Allgemeinplätze und Glaubenssätze zu hinterfragen.
Eure Nadine
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