September, Oktober, November
In wohl keinem Monat spielt das Thema Achtsamkeit eine so große Rolle wie im Herbst. Das liegt vielleicht daran, dass der Herbst zu den „ehrlichsten“ Jahreszeiten zählt und uns vor Augen führt, dass der Verfall und die Vorbereitung für eine „innere Klausur“ und einen Neubeginn zum Leben einfach dazugehören.
Vivaldi hat es in seinem Stück über den Sommer auf musikalische Weise dargestellt: Im Sommer geht alles wie von selbst. Schwer hängen die Früchte an den Bäumen. Die Natur reagiert nur sehr schwach auf äußere Reize und doch kann sie sich nicht vor dem Unwetter schützen, das sich von weitem androht. Unterschätze nicht die Herausforderung dieser Übergangszeit. Der Herbst leitet auf seine Weise von einer Zeit des Überflusses in eine Zeit der Zurückhaltung über.Ist Geben nicht doch seliger als Nehmen?
Manche lechzen nach den vielen heißen Sommernächten geradezu nach etwas Abwechslung auf dem Thermometer. Bei zu hohen Temperaturen lässt unsere Leistungsfähigkeit nämlich spürbar nach. Nach einem "lethargischen" Sommer spüren wir dann den Drang, ein produktiver Teil der Erntezeit zu sein und der Natur in Dankbarkeit zu begegnen.
Was wir gerade erleben ist der schönste Ausdruck des Sommers, der Nachsommer. Unbeeindruckt vom irrwitzigen Wechsel aus Wolkenbrüchen und Gluthitze erhitzt er ein letztes Mal die Gemüter und nimmt allmählich den Platz im Tagesablauf ein, den er nun bald für längere Zeit einnehmen wird: Das warme Sonnenlicht wird zum kurzen Gast am Mittag und Nachmittag und das kalte Mondlicht wird zu unserem Nachtlicht.
Das liebevolle Wechselspiel aus Sonne und Mond. Es begegnet uns zu mancher Jahreszeit in einer außerordentlichen Heftigkeit. Manchmal könnte man schon fast vergessen, dass es auch noch einen Mond gibt. Und dann prangt er wieder wie selbstverständlich über uns und raubt einigen sogar den Schlaf.
Lass dir nicht den Schlaf rauben! ;)
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