Dezember, Januar, Februar
Sanft und geheimnisvoll ist die Stimmung nach dem großen Herbststurm. Was darauf folgt, ist reine Stille, in der sich die Urkraft neu formt.
Lass dich nicht vom männlichen Artikel täuschen. Der Winter ist eigentlich eine weibliche Jahreszeit. Du erkennst es an der Dunkelheit und an der Kälte. Beides steht für eine unergründliche Tiefe, in der unvorstellbare Schätze warten. Eine Jahreszeit, in der es unter der Oberfläche einer Natur, die sich selbst in eine Zwangspause versetzt hat, immerzu "brodelt". Das muss sie auch, damit sie sich der Herausforderung der kommenden Erneuerung überhaupt stellen kann.
Darunter wartet aber auch ein Abgrund. Wie der "Winter des Herzens", in dem wir unsere Seele verlassen, weil wir den Schmerz über einen Verlust nicht aushalten und nicht annehmen können.
"Untiefe", "unvorstellbar", "unergründlich". Der Winter sträubt sich mit allem, was er hat, davor, vollständig von uns verstanden zu werden. Ist er nicht ein bisschen wie das Weltall, das immer dann expandiert, wenn wir glauben, es erforscht zu haben oder auch nur erforschen zu können?
Ich glaube, das größte Geschenk macht der Winter uns dann, wenn wir genau das annehmen können.
Die extremen Gegensätze dieser Jahreszeit können einem Angst machen. Aber egal, in welches der Extreme es uns zieht, wir kommen immer wieder an die Oberfläche. Die sehe ich im "Luft holen", dem Moment, in dem wir wieder auftauchen und aufhören, uns mit vielen Fragen zu belasten.
Auch wenn der Winter einem vielleicht nicht so viel gibt wie der Sommer: Wenn man achtsam ist, kann er einem zumindest auch nichts nehmen. Das gilt besonders dann, wenn man in der Innerlichkeit ist. Und keine andere Jahreszeit bietet mehr Gelegenheiten, unser inneres Reich zu kultivieren, als der Winter.
Gerade in dieser Zeit ist es wichtig, dankbar für das zu sein, was man hat, und gleichzeitig das Herz für die Fülle zu öffnen, die darauf wartet, entdeckt zu werden. Wärmende, hoffnungsvolle, positive Gedanken sind das, was wir in den dunklen Abgrund schicken sollten.
Du willst zurück in den Herbst? Nichts leichter als das ;) Hallo Herbst