Hm grübel
Ja, der Architekt versucht, sich mit der 7. Matrix ein leichtes Spiel zu machen, indem er dafür sorgt, dass die Menschen sich an Gefühlen statt an Fakten orientieren, da er sie auf diese Weise "den größten Mist" glauben lassen kann. Mein erster Gedanke in dem Moment war, dass das ein Kommentar zur aktuellen politischen Lage weltweit ist. Aber letztendlich ist das nur eine mögliche Deutung.
In "Matrix" standen ja (nach Morpheus' Aussage) Angst und Zweifel im Vordergrund, die beseitigt werden müssen. Das war so ungefähr in der Szene mit dem "jump program".
Das wichtigste an dem Satz "Gefühle machen die Fiktion zur Realität" ist für mich aber die Tatsache, dass es sich noch immer um eine Fiktion handelt. Dem steht ja gegenüber, was Morpheus (in Resurrections) andeutet:
Sind Erinnerungen, die Fiktion wurden, weniger real?
Ist Realität, die auf Erinnerungen beruht, nicht bloß 'ne Fiktion?
Er will natürlich andeuten, dass Neo (in seinem Spiel Binary) und Trinity in ihren Träumen eine Version der Realität kennen, die näher an der Wahrheit ist als die Matrix, weil sie diese Realität SELBST erschaffen, also ihre eigene Vorstellungskraft UND die frühere Erfahrung die Grundlage dazu sind.
Deswegen meine ich auch, dass alles, was wir brauchen, um zu entscheiden, was Wirklichkeit und was Wahnsinn ist (die Frage wirft Smith in "Resurrections" auf), eine Kommunikation in die nächste Metaebene ist. Der Beobachter auf dieser Ebene kennt zwar die Wahrheit an sich auch nicht (das Problem des radikalen Konstruktivismus wird hier also auch nicht gelöst), aber er kann prinzipiell eher zwischen Wahrheit und Wahnsinn auf der darunter liegenden Metaebene unterscheiden als jemand, der direkt in ihr ist.
Und genau diese Kommunikation stellen
- das Orakel als Hintertüren in der Trilogie
- Thomas als Hintertür in im Spiel "Binary" in "Resurrections" und
- Tiffany als Traum in der 7. Matrix in "Resurrections"
gekonnt her.
RE: Interpretation: Matrix Resurrections