Wer bei mir mitliest, dem kann mein Faible für Kanada aufgefallen sein.
Die Natur dort ist überwältigend, die Menschen sind freundlich, und ich kann einen Abstand zum Alltag gewinnen, der mir hier nicht (mehr) möglich ist.
Natürlich spreche ich vom ländlichen Kanada und nicht von einem der Moloche wie Vancouver, Toronto oder Montreal. Die sind bei der von mir empfundenen Lebensqualität nicht viel anders als Berlin, Hamburg oder Köln aufgestellt…
Mittlerweile steht auf dem 12ha Waldgrundstück ein kleines Cottage mit eigener Wasserversorgung und Stromerzeugung; der ganzjährige Aufenthalt ist damit möglich.
Ein bisschen hadere ich mit mir, diese kleine Geschichte dazu ins Internet zu stellen, denn das Projekt soll bleiben, was es ist:
ein privates Rückzugsrefugium.
My cottage is my castle!
Wer also die GPS-Koordinaten wissen möchte, wird Pech haben… :)
Auf diesem Drohnenfoto kann man die Lage erahnen. Ein bisschen haben wir den alten Forstweg ertüchtigt und den Bauplatz eingeebnet, ansonsten ist alles grün, soweit das Auge reicht.
Durch die Lage auf dem am wenigsten kleinen Hügel ergibt sich ein 180°-Panorama von der Veranda.
Der Atlantik liegt 2,5km Luftlinie "nach hinten" raus.
Der Wald in der näheren Umgebung hat noch ein paar Narben von der letzten kommerziellen Forstaktion vor ca. 15 Jahren, aber die Natur ist hier so produktiv, dass man bald nichts mehr davon sieht. Die kanadische Provinz fördert die Renaturierung hin zum klassischen Ur- und Mischwald.
Grundstücksgrenzen, so sie denn von Relevanz sind, werden hier übrigens mit den kleinen bunten Markierungen an den Bäumen gekennzeichnet, die ihr rechts auf dem Foto erkennt. Interessiert die Koyoten, Weißwedelhirsche und Eichhörnchen aber auch nicht… :)
Egal, in welche Richtung man sich wendet, über kurz oder lang steht man am Wasser. In diesem Fall ist das sogar ein Stück Atlantikküste, obwohl es gar nicht danach aussieht.
Ich liiiebe diese kleinen Leuchttürmchen!
Hier seht ihr einen Teil "unserer" Badebucht am Atlantik. Wie oben beschrieben, sind das 10min mit dem Pkw oder 40min zu Fuß durch den Wald.
Wer Kanada automatisch mit "Schnee, Eskimos und Eisbären" in Verbindung bringt, sollte ein bisschen in Erdkunde nachsitzen. Hier in Atlantic Canada sind wir südlicher als Paris und der Golfstrom sorgt bis spät ins Jahr hinein für rustikale, aber badetaugliche Wassertemperaturen! Das Foto ist im Oktober letzten Jahres aufgenommen.
Das hier ist eine sehr moderate Welle.
Wenn der Atlantik richtig loslegt, sollte man schon ein versierter Surfer sein. Dann packe selbst ich die Badehose nicht mehr aus…
Der abgewrackte Fischerkahn symbolisiert Fluch und Segen der Gegend.
Die Fischerei, im speziellen die Hummerfischerei, spielt traditionell eine große Rolle. Aber immer weniger Söhne übernehmen das Geschäft des Vaters, weil die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Familienbetriebe sich von Jahr zu Jahr verschlechtern.
Aber noch gibt es sie, die langen Reihen der Hummerkörbe!
Hier haben wir so einen Kollegen, der einem für 20 kanadische Dollar in den Topf hüpft.
Das abgebildete Werkzeug ist tatsächlich zum Einsatz gekommen. :)
Man muss sich eben zu helfen wissen in der Wildnis…
Wer dann irgendwann des Hummerschlemmens überdrüssig ist, der kann sich auch ganz zünftig auf dem Holzofen etwas brutzeln.
Die Wärmeleistung von so einem Ding, erstmal richtig eingestellt, ist beeindruckend! Ein minus 15° kalter Winter macht mir keine Angst mehr, denn das Holz wächst hier schneller nach, als ich es fällen kann.
Ob drinnen oder draußen; gemütlich machen kann man es sich immer.
Der Nachtmodus der Wildkamera unterscheidet halt nicht zwischen Vier- und Zweibeinern… :)
Und so kann man sich einen argalfianischen Feierabend vorstellen:
je nach Wetterlage drinnen oder draußen auf der Veranda.
Solche Panoramen sind fast schon kitschig und ein Foto kann die Stimmung nur teilweise einfangen.
Völlige Stille, ein paar Tiergeräusche, etwas Wind, keine Lichtverschmutzung…
Bald bin ich wieder vor Ort!
In einem zweiten Teil werde ich Euch zeigen, wie ein "echter" Sternenhimmel aussehen kann ohne störende Zivilisation.
EDIT: Ein kanadischer Sternenhimmel