Sex - Liebe- Berührung - Gesundheit - Sport- Alles steht und fällt mit der Fähigkeit, sich selber zu fühlen!
Die liebe hat das #wochenthema Körpergefühl eröffnet.
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Es ist mir eine Ehre, wieder mit dabei sein zu dürfen.
Danke dir, du gute Seele der Steemit-Community. ❤
Und jetzt steh ich vor dem Problem, darüber etwas schreiben zu ....
Eigentlich fühle ich mich dahingehend extrem unterqualifiziert. Körpergefühl, ich mein, was ist das?
Meint das, wie ich meinen Körper wahrnehme? Da ist die Antwort ganz einfach, doof, blöd, kacke, fühlt sich alles einfach scheiße an.
Oder geht es darum, welche Beziehung ich zu meinem Körper habe?
Beziehungsstatus kompliziert,
wäre da wohl die passende Antwort.
Ich weiß, es auch nicht. Körpergefühl ... bhu ...
Ehrlich gesagt, bin ich froh, wenn ich meinen Körper nicht fühlen muss.
Ich stelle mir manchmal vor, wie es ist, seinen Körper zu spüren und sich dabei gut zu fühlen. Kräftige Muskeln, straffes Gewebe, harte Kanten, eine flache Brust. Einen sportlichen, kantigen Männerkörper ... unfassbar weit weg von der Realität, aber muss sich großartig anfühlen.
Ich erinnere mich daran, wie ich mich als Kind fühlte. Natürlich war mir damals nicht bewusst, welches Glück ich mit einem kräftigen, schlanken, androgynen Körper hatte.
Ich liebte es, den Wind auf der Haut zu spüren, im Wasser den Widerstand, diese wilde Kraft und Leidenschaft in meinem Innern. Wenn ich kletterte, spürte ich meine Muskeln und liebte das Brennen, die Kontrolle und die Hormonausschüttung.
Ich mochte meinen androgynen Körper und liebte ihn. Er war mein Freund, mein Verbündeter und mein Partner.
Aber dann passierte uns etwas, Erwachsene nennen es
Pubertät.
Ich verlor meinen Partner, fühlte mich verraten und gedemütigt. Er hatte mich nicht nur im Stich gelassen, sondern betrog mich jeden Tag aufs neue um mein Leben.
In meiner Wahrnehmung hatte mir mein Körper alles geraubt, was jemals von Bedeutung für mich war.
Mein Körper wurde mein Feind.
Ich fing an, ihn regelrecht zu hassen. Meine Periode erschien mir wie eine Strafe, ohne dass ich gewusst hätte, womit ich sie verdiene. Jeden Monat aufs Neue diese Qual. Die Brüste wuchsen unaufhörlich und ich war dem gegenüber völlig machtlos. Ich empfand mich vergewaltigt, von meinem eigenen Leib.
Jetzt fühlte sich der Wind auf meiner Haut nicht mehr gut an, das Wasser glitt nicht mehr so an mir vorbei wie vorher und beim Klettern, störte mich der Vorbau extrem. Nichts war mehr wie vorher und ich hatte keine Ahnung, wie ich damit umgehen sollte.
Mein Körper war mein schlimmster Feind und es fühlte sich an, als würden die Menschen mich nicht mehr richtig erkennen. Als lebte ich in einer art Spiegelwelt, der Spiegel verzerrte meine Realität für alle Anderen.
Ich tat alles, um kein Körpergefühl mehr zu haben.
Und diese Bemühungen hielt ich die nächsten 20 Jahre aufrecht.
Es ist also sehr lange her, dass ich positive Erfahrungen mit diesem Thema machte. Heute versuche ich, mich dem zu stellen. Ich bemühe mich, meinen Körper zu beleben, meine Seele auszustrecken bis in den letzten Winkel. Aber ehrlich, es tut scheiße weh. Der Druck in meinem Innern zerreißt mich manchmal und auch jetzt, bin ich damit heillos überfordert. Wie soll ich bloß damit leben?
Ich weiß es nicht, keine Ahnung.
Ich versuche, jeden Tag zu nehmen, wie er ist. Wenn ich Tage habe, an denen ich mein Körpergefühl nicht aushalte, gebe ich mir den Raum für den Schmerz, den Verlust und die Trauer. Ich erlaube mir dann, mich irgendwie zurückzuziehen aus dem Empfinden.
Es gibt auch gute Tage. Tage, an denen ich voller Hoffnung bin, dass ich irgendwann mein Körpergefühl zurückerobern kann. Es gibt Tage, an denen fühle ich die Dankbarkeit dafür, dass ich gesund bin, dass ich atmen und mich bewegen kann ohne Schmerzen oder größere Einschränkungen.
In der Pubertät hasste ich meinen Körper, ich wollte ihm so weh tun, wie er mir weh tat. Ihm das Herz brechen, ihn zerreißen, ihm ... irgendetwas an tun, egal was.
Heute weiß ich, wir sind eins. Mein Körper ist ein Teil von mir. Er ist mein Partner geblieben und schenkt mir immer wieder einen neuen Tag, Lebenszeit, Lebensqualität und Lebensfreude.
Ich habe gelernt, meinen Körper ansatzweise zu lieben. Die Dankbarkeit, die ich für mein Leben empfinde zu spüren und zu genießen.
Was für ein Geschenk, dass ich die letzten 32 erleben durfte, wie großartig all die fantastischen Momente die ich hatte. Ich werde mir das Leben mit meinem Körper zurückerobern. Ich kämpfe mich zurück in ein Körpergefühl, das mich glücklich macht und in die Selbstliebe für meinen Körper.
Ich will wieder den Wind auf meinem Bauch genießen, das Wasser an meiner Haut, die Wärme, die Kälte, das pure Leben. Wenn ich nackt vor dem Spiegel stehe, möchte ich mich erkennen und wissen, das ist mein Körper, das bin ich.