Seit Anfang des Jahres arbeite ich daran, mehr Bewegung in mein Leben zu integrieren. Mein vordergründiges Ziel war damals, Fettmasse abzubauen weil ich mich zum einen mit meinem aktuellen Gewicht unwohl fühle und zum anderen, weil es ungesund ist.
Ich möcht heute meine Erfahrungen aus diesem Prozess mit euch teilen und hoffe, einige von euch können da etwas für sich mitnehmen. Was auch immer es sein wird.
Am Anfang habe ich viel mit dem Verstand gearbeitet. Egal ob ich Lust hatte oder nicht, ich habe mich selber zum Sport gezwungen. Ich erklärte meinem Schweinehund jedes Mal aufs Neue, dass Bewegung wichtig ist, ich mich danach besser fühlen würde etc. Die ersten drei Wochen funktionierte das (wie immer) sehr gut. Ich wurde fitter, bemerkte die Fettreduktion und der Zwang war weniger massiv als die Freude über den Erfolg. Doch mein innerer Widerstand wurde mit jedem Tag stärker. Irgendwann war ich an dem Punkt, wo mir klar wurde, so funktioniert das nicht. Ich kann nicht den Rest meines Lebens diesen täglichen Kampf gegen mich selber führen. Mit Selbstliebe hat das nichts mehr zu tun, es schürt nur Abneigung, Frust und Selbsthass.
Doch was nun?
Aufgeben, Sport eben sein lassen, kam nicht in Frage. Ich wusste, ich will mein Leben wieder zurückbekommen. Ein gutes Körpergefühl und Bewegung gehören für mich dazu.
Mir war klar, warum die Bewegung für mich so schwierig war, aber dagegen konnte ich auf die Schnelle nichts machen.
Ich erinnerte mich daran, wie gern ich mich als Kind bewegte. Meine Freizeit bestand überwiegend aus sportlichen Aktivitäten, ich hätte sie nur nie so genannt. Auf Bäume klettern, in den Wald hoch gehen, auf den Pferden reiten oder auf dem Sportplatz mit dem Skateboard über die Anlage düsen, war einfach Spaß. Ich wär im Traum nie auf die Idee gekommen jemandem zu sagen, sorry, ich muss Sport machen gehen, für die Figur, du weißt schon. Ne das war meine Leidenschaft. Ich wollte das machen aus Freude, weil es mich glücklich machte und jede Stunde in der ich mich nicht bewegen konnte, war ätzend.
Und dann habe ich diese Freude irgendwie verloren.
Doch tief in mir ist sie noch da. Dieser Teil von mir lebt noch und muss nur aus seinem Dornröschenschlaf geholt werden. Ich muss irgendwie meine Leidenschaft für die Bewegung wieder finden und erneut die Freude an meinem Körper, an der Aktivität erwecken.
Also forschte ich in meinen Erinnerungen. Was genau machte mir die größte Freude und genau da ging ich wieder rein. Ich hörte auf, mich zum Sport zu Zwingen und begann damit, mich wieder für die Bewegung zu begeistern.
Egal ob zügige Spaziergänge, Wanderungen, Pennyboard fahren oder Trampolin springen. Manchmal habe ich sogar tatsächlich Lust, auf das Sportprogramm und je näher der Termin mit dem Testo rückt, umso mehr drängt es in mir danach, gezielt an den Muskelgruppen zu arbeiten.
Mein Wunsch ist es, ein Sport begeisterter Mensch zu sein für den die Bewegung wie das Atmen zum Leben gehört.
Und mit Zwang werde ich da niemals hinkommen, sondern nur, in dem ich meiner Freude folge und in diesem Fall, meiner kindlichen.
Wie geht es euch mit dem Thema, seid ihr sportbegeistert, zwingt ihr euch aus Vernunft oder sagt ihr, Sport is Mord, geh bloß weg damit?