Amici kam im Mai 2012 zu mir. Ihre Geschichte ist bezeichnend für einige der Hunde, die auf der Auffangstation landen. Sie war glücklich mit ihren Besitzern, ein geliebtes Familienmitglied - bis, ja bis sich Nachwuchs einstellte - menschlicher Nachwuchs. Sie akzeptierte das Baby einfach nicht. Und als es dann anfing zu krabbeln, erst recht nicht mehr. Sie hatte sich eine schöne Höhle in der Diele ausgesucht, und genau dorthin wollte das Krabbelkind ständig. Sie warnte und warnte, aber das Kind hörte nicht auf sie. Auch mit einigen Hundetrainern ging es nicht gut, bis sich ihre Leute aus Angst um ihr Kind schweren Herzens dazu entschlossen, Amici abzugeben. Da ihr Bruder ja schon lange bei mir lebte, nahm ich selbstverständlich seine Schwester zu mir. Wir trafen uns auf dem Hundeplatz des Züchters und Amici sah ihren Bruder Andoro ( mein Todi) wieder. Sie folgte ihm auf Schritt und Tritt - als wäre sie happy, ihn wieder zu haben. Sie sprang in mein Auto und von da an war es, als wäre sie schon immer bei mir gewesen...
Zuhause gab es auch keinerlei Probleme, sie war einfach mein Schatten. Eine unkomplizierte, tolle Hovawarthündin.
Sie hörte aufs das erste, leise Wort, war verschmust, total nett zu allen andern Hunden, immer ein verspielter Sonnenschein. Einfach ein toller Hund. Groß fiel sie nie auf, sie war einfach da.
Herbstliche Baumfällarbeiten mit ihrem Bruder.
Reviergang im Winter.
Bei der Zwetschgenernte.
Wasser war ihre große Leidenschaft, wo immer sich eine Pfütze fand, lag sie drin.
Und so still, wie sie neben uns gelebt hatte, so still ging sie auch... am 13.2.2017 mußte ich sie gehen lassen. Sie ging in die Vet-med-Uni Gießen, um der Wissenschaft noch zu dienen im Kampf gegen eine tückische Krankheit, die degenerative Myelopathie, der menschlichen ALS ähnlich.
Meine Amici, eine großartige Hündin, souverän und immer lustig. Ein Milztumor hatte sie geschwächt und letztendlich besiegt.