Es wird einem ja ständig suggeriert, daß man als halbwegs denkender Mensch nicht mehr fähig ist, unsere Kinder oder noch heftiger unsere Haustiere ernähren kann. Daß unsere Hunde/Katzen/Kinder ohne Mittelchen X einfach nicht mehr überleben können. Wir uns ruhig zurücklehnen können, unsere besten Freunde, die Industrie, uns alles abnimmt und nur gesunde Nahrung, ausgewogen, alle nötigen Inhaltsstoffe enthaltend, zur Verfügung stellt.
So der Plan.
Fakt ist, daß die Industrie absolut nicht unser Freund ist, sondern damals nur eine Lücke gesucht hat, um ihren Abfall aus der Lebensmittelherstellung für Menschen loszuwerden, gewinnbringend, versteht sich. Durch geschickte Werbung und ständiges Einreden - nur Trockenfutter ist gesund, hat Mensch das übernommen. Ausgewogen ist Fertignahrung niemals. Der Einfachheit halber halte ich mich an den Hund, hier soll es ja um Hunde gehen.
Viel früher hatte ich auch die Meinung, was es zu kaufen gibt, ist gut und hab alles von der Industrie angebotene in rauhen Mengen in meine Hunde gekippt. Und mich dann gewundert, wieso Wehwehchen hier und Knochengeschichte da entstand.
Eine Portion Futter heute für einen Fleischfresser. Bis hierhin war es für mich auch ein langer Weg.
Erst seit es Internet gibt, wurden die Informationen mehr, es wurden Stimmen laut, daß nicht alles was im Fertigfutter ist, gut ist, daß nur Abfälle darin verarbeitet werden, Überschüsse aus Produktionen, Reste aus Abdeckereien. Man konnte damals noch Fleisch aus Schlachthöfen beziehen, von Hausschlachtungen Reste kriegen, in Metzgereien nach Hundefutter fragen.
Das tat ich dann auch und habe mir so langsam eine Infrastruktur aufgebaut, wo ich Nahrung für meine mit mir lebenden Fleischfresser herholen konnte.
Ab da waren meine Hunde plötzlich viel gesünder, leistungsfähiger, zufriedener. Krankheiten verschwanden und sie sahen einfach anders aus.
Heute kann ich sagen, daß alles, was nicht dogmatisch betrieben wird, gut ist.
Beispiel Smoochie: So gesund sieht er heute wieder aus - Fell ist in Ordnung.
Ich kenne ihn seit er Welpe war und in seine Familie kam. Ich war seine "Nanny". Seine Besitzer waren in Deutschland stationierte Amerikaner bei der Air Force. Er hatte von Anfang an große Probleme. Juckreiz, sich wund kratzend, Durchfall, Erbrechen. Wenn er längere Zeit bei mir war, war das nicht mehr, schlagartig ging es ihm besser. War er wieder zuhause, mußte er wieder Cortison und Co. bekommen, weil man anders nicht mehr Herr der Lage war. Als sie zurück gingen in die Vereinigten Staaten, war er wieder todkrank. Sie hatten keine Hoffnung, daß der Hund alt werden würde. Sein Verhalten änderte sich, er wurde zunehmend aggressiver, bis sie es nicht mehr aushalten konnten und mir schrieben, daß sie den Hund wohl abgeben müßten. Ich habe zurückgeschrieben, daß sie ihn mir gerne wieder nach Deutschland schicken könnten. Was sie dann auch taten. Hier war er wieder gesund und munter, ist er bis heute. Nur eine Epilepsie ist übrig geblieben, die aber leicht ist und meiner Meinung nach von den Medikamenten, die er ständig nehmen mußte, herrührt. Er wird dieses Jahr seinen 12. Geburtstag feiern können - zufrieden und fit.
Was ich mit diesem Posting sagen möchte? Wenn einem etwas als unbedingt notwendig suggeriert wird, sollte man kritisch recherchieren und überlegen, ob das wirklich das einzig selig machende Mittelchen, Pülverchen oder Futter sein soll.
Meist ist es nicht mal die Verpackung wert, in der es eingetütet ist.
Eine normale, nichtdogmatische Ernährung ist für unsere Hunde immer noch das beste. Und wenn man sehen kann, was im Futternapf ist, weiß man, was drin ist. Was ich in komischen Kügelchen einfach nicht sehen kann - und glauben - der Industrie? Nein, nie.
Die ersten Minuten wieder in Deutschland. Aufgedunsen vom Cortison, kaum Fell...
Auch so sieht mal eine Mahlzeit aus: Tintenfisch, Hühnerinnereien, Gemüse und Kräuter.