September - ein Tag, an den ich von nun an immer denken werde. Von vorne erzählt. Durch meine Auffangstationsarbeit bin ich natürlich auf Spenden und auch auf Hilfe angewiesen. Manche spenden Geld, manche haben eine Patenschaft für einen der anwesenden Hunde und wieder andere helfen vor Ort.
So ein Tag war der 1. September: Arbeitseinsatz. Wir wollten den alten Garten endlich weiter bearbeiten. Es standen sehr hohe Bäume - Thujas - hier drin, die einfach jegliches Licht und jeglichen Platz weggenommen haben. Außerdem waren die schon so hoch, daß sie gefährlich wurden im Sturm... also hab ich sie absägen lassen, die Stümpfe stehen noch. Die wollten wir wegmachen und gegossene Betonteile, die vom Vorbesitzer des Grundstücks noch angelegt wurden - wofür auch immer. Conny, Tanja, Reinhold und Wolfgang reisten an und halfen tatkräftigst.
Eine irre Asterei - mit einem Preßlufthammer mußte der Beton weggemacht werden:
Mit einer Motorsense wurde das ganze Gestrüpp freigeschnitten.
Bis zum Nachmittag ging alles gut. Wir kamen gut voran, haben aber auch richtig geackert.
Tanja war guter Dinge und hat richtig viel gemacht.
Wir haben dann nebeneinander das Gestrüpp auf die Schubkarre geladen. Plötzlich stand sie stocksteif da, vornübergebeugt, fing an zu zittern und zu zucken und stürzte zuckend kopfüber nach vorne - mit dem Kopf direkt auf einen Pflanzring.
Sie hatte einen epileptischen Anfall erlitten. Wir rasten zu ihr hin, hielten sie fest und sahen, daß ihr Kopf offen war - eine Seite wie skalpiert offen. Ich rief sofort den Notarzt, die kamen auch relativ schnell und verarzteten sie erstmal im Krankenwagen.
Völlig geschockt beantworteten wir Fragen, rannten aufgescheucht rum und suchten ihre Sachen zusammen und dann wurde sie auch schon in die Uniklinik Aachen gebracht - mit Blaulicht und Martinshorn.
So sah sie dann verarztet im Krankenhaus aus... eine riesige Narbe an der Seite ihres Kopfes, Schmerzen - klar. Was ein Schock, an Arbeit war nicht mehr viel zu denken.
Am nächsten Tag fuhr ich morgens ganz früh zu ihr und brachte ihr Sachen. Sie konnte sich noch gar nicht richtig bewegen, hing noch an Apparaten, aber war wieder ansprechbar. Gott sei Dank.
Samstag haben wir weiter gemacht - ging auch einigermaßen, aber zu dritt war nicht viel zu bewegen mehr. Also haben wir es auf Oktober geschoben - da wird der Rest gemacht.
So einen alten Garten renovieren ist richtig Arbeit.
Und so sieht Tanja nun aus, wie ich sie heute aus dem Krankenhaus geholt habe - wieder fröhlich, frisch - mit ner dicken Narbe auf ihrem Dickschädel:-))))
Ihr Hund, die kleine Penny, ihres Zeichens ein rumänischer Straßenmischling, war in der Zwischenzeit hier bei mir und genoß sichtlich den Aufenthalt hier:
Das mußte ich mir einfach mal von der Seele schreiben und jemandem erzählen. Da ich alleine wohne mit den Hunden, fehlt schon öfter mal jemand zum Sprechen, dem man was erzählen kann. Ja - ich erzähl meinen Hunden ganz viel, aber es Menschen mitzuteilen ist schon nochmal was anderes. Und es sich von der Seele schreiben - das tut sehr gut. Danke fürs zulesen:-)))
Mal etwas aktuelles - oder - arbeitsreiches Wochenende und Tanjas U...