Bild aus https://jakubmarian.com/wealth-per-capita-by-country-in-europe-map/
Werte Mitleser,
Zwischen zwei Reiseposts aus Nordungarn an einem Ruhetag ist mir oben abgebildete Graphik bezüglich des medianen Vermögens pro Kopf in Europa bei der täglichen Blätterwaldsichtung aufgefallen.
Ich möchte mich heute auch im wesentlichen auf die monetäre Seite der Sicht auf Reichtum beziehen.
Dass ich persönlich zu der Begrifflichkeit "Reichtum" sehr, sehr viel mehr als das "rein" Monetäre zähle, versteht, wer meine Artikel schon etwas länger mitverfolgt.
Die aus meiner Sicht etwas verzerrte Wahrnehmung der Deutschen bezüglich Ihres eigenen Wohlstandes,
verglichen mit anderen Ländern in Westeuropa, natürlich nicht mit Afrika!, beschäftigt mich -auch oder gerade als jemand mit zwei Pässen- ja schon lange.
Meine Gedanken dazu erheben natürlich nicht den Anspruch, das Fort Alamo der reinen Wahrheit zu sein, sie sollen einfach nur zum Nachdenken anregen.
Die Credite Suissie definiert nach dem Artikel Wohlstand als:
"Credit Suisse defines wealth = financial assets (e.g. bank deposits) + non-financial assets (e.g. real estate) – debt (if assets are less than debt, wealth can be negative). The map below shows estimates of the median wealth per adult by country, which is the middle value (50% own more, 50% own less):"
Zum Vergleich noch einige andere große Ökonomien:
"How do other major economies fare? The medians are (in 1000 USD): Japan 124, United States 56, China 6.7, Brazil 4.6, India 1.3."
Bekanntlich sind die Deutschen ja ein Volk von Mietern und scheuen eher Assets wie Aktien, das mag den Unterschied zum Teil erklären.
Eine Verpflichtung den -eh schon utopischen- deutschen Wohlfahrtstaat, den der deutsche Steuerzahler finanziert, als Weltsozialamt im Zuge der Armutsmigration der ganzen Welt anzubieten, vermag ich aus diesen Zahlen jedoch nicht zu erkennen.
Betrachten wir die Lebenshaltungskosten vergleichend, ergibt sich folgendes Bild, wobei der Autor die numbeo-Datenbank verwendet https://www.numbeo.com/cost-of-living/
Bild aus https://jakubmarian.com/local-price-and-purchasing-power-index-in-europe/
Und nun betrachten wir das verfügbare Einkommen, wobei der Autor hier die Daten von Eurostat zu Grunde legt.
https://ec.europa.eu/eurostat/web/products-datasets/-/tgs00026
Eurostat definiert dazu eine künstliche Währung, PPP.
"Eurostat takes that into account and defines an artificial currency called PPS, which is essentially the euro adjusted according to price levels (purchasing power parity) in different countries."
https://jakubmarian.com/disposable-income-per-capita-by-region-in-europe/
Wichtig ist dabei natürlich die Definition von "Disposable income", den sie sagt eben aus, das Lebenshaltungskosten und Mieten etc. davon bestritten werden müssen.
"Disposable income is defined as income (from employment, business, property, or social security) minus taxes and social security contributions paid per year. In other words, it is the real amount of money a person has available for spending for goods and services (including basic needs, such as food and rent)."
Und die Lebensarbeitszeit sollten wir auch noch betrachten, hier aus dem Artikel https://finanzmarktwelt.de/lebensarbeitszeit-deutsche-arbeiten-sieben-jahre-laenger-als-italiener-nordeuropa-deutlich-laenger-als-suedeuropa-69005/
dessen hier verlinkte Graphik sich auf Eurostat Angaben bezieht.
Die Deutschen arbeiten immer noch überdurchschnittlich lange, an der Spitze in Europa sind wir jedoch nicht.
"Arme" Isländer, Schweizer, Norwegen, warum müsst ihr bloß so viel arbeiten, möchte man hier ausrufen!
Es zahlt sich aber in punkto Vermögen für eben diese Länder auch aus, das sollte man dazu sagen, hier kann man also "arm" durch "reich" ersetzen
Und als "unglücklich" gelten ja gerade Isländer und Norweger trotz längerer Lebensarbeitszeiten auch nicht gerade.
Für Niederländer, Briten, Dänen, die ebenfalls länger als wir arbeiten, scheint sich das auch noch auszuzahlen, für Schweden, die deutlich länger arbeiten, eher nicht.
Für andere wie die Italiener scheinen sich eher die geringeren Lebensarbeitszeiten auszuzahlen- naja, solche Vergleiche hinken ja auch immer ziemlich und alles beruht hier auf Statistiken, die der Balte nicht selbst gefälscht hat!😎
Die Schlüsse aus diesen hier dargestellten Daten und die Bewertung der Glaubwürdigkeit muss letztlich jeder selbst ziehen.
Die aus meiner Sicht eben etwas verzerrte Wahrnehmung der Deutschen über ihren eigenen finanziellen Wohlstand im Vergleich zu "West und Süd-Europäern", der zudem mit einer -wenn auch nur noch gering ausgeprägten- überdurchschnittlichen Lebensarbeitszeit erwirtschaftet wird, drängt sich jedoch auf, andere Interpretationen gibt es sicher, wir sollten diese dann diskutieren natürlich.
Die Sicht des "überfleißigen" Deutschen scheint jedoch nach diesen Daten zumindest inzwischen eine Mär zu sein.
Insgesamt neige aber den Sichtweisen aus diesem Artikel zu, über den ich den Einstieg zu diesem Post gefunden habe.
https://sciencefiles.org/2018/08/21/die-deutschen-verarmen-merkels-sozialismus-durch-die-hintertur/
Er bezieht den aktuellen Bericht der Bundesbank mit ein https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Veroeffentlichungen/Monatsberichte/2018/2018_08_monatsbericht.pdf?__blob=publicationFile
und zeigt schön die schleichende Enteignung der Deutschen über Negativrenditen durch die finanzielle Repression.
Zwei Sätze aus diesem Artikel seien hier zum Schluss zitiert, ich empfehle, ihn ganz zu lesen!
"Das ist Sozialismus durch die Hintertür, der in Deutschland auf besonders fruchtbaren Boden fällt, denn hier haben die Privathaushalte sowieso schon mit der hohen Besteuerung, den vielfältigen Abgabenformen, die ersonnen wurden, um Bürger zu schröpfen und der Tatsache zu kämpfen, dass sie kaum eine Chance haben, Vermögen anzusparen."
"Die EZB sorgt nun dafür, dass dies nicht dazu führt, dass über Vermögen soziale Unterschiede festgeschrieben werden können, in dem sie mit der Niedrigzinspolitik all diejenigen enteignet, die bislang Inflation und Enteignung getrotzt haben. Auch ihr Vermögen wird nun systematisch reduziert, so dass sich am Ende alle in der selben Lage wiederfinden, in der man weder Eigentum anhäufen noch Wohlstand erwirtschaften kann: Im Sozialismus, in dem Gleichheit in Armut herrscht."
Bezahlen muss die Rechnung und die Umverteilung und die politische Utopie letztlich die heutige Jugend, der ein eigener Vermögensaufbau nur sehr schwer oder gar nicht gelingen wird unter den heutigen politisch-ökonomischen Bedingungen.
Peace, sisters and brothers
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