Wer heute von Angelsachsen redet, redet von einer längst vergangenen Kultur, die auf zwei germanischen Stämmen beruht. Heute dort lebende Völker noch mit diesem Begriff zu benennen, ist nicht ganz korrekt, doch immer noch gängige Praxis.
Das heutige Großbritannien hat eine bewegte Geschichte
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Die Angelsachsen sind Teil der Geschichte Großbritanniens
Wenn heute von Angelsachsen die Rede ist, sind meistens die Bewohner der englischen Insel gemeint. Wie es zu dieser irrigen allgemeingültigen Meinung kam, dass dies so ist, wird wohl nie wirklich zu ergründen sein. Die Zeit der Angelsachsen ist schließlich seit 1066 zu einem endgültigen Teil der Geschichte geworden. Obwohl sich mit Sicherheit auch heute noch Nachkommen der damaligen "Siedler" unter der Bevölkerung finden werden, existiert das sich mit der Urbevölkerung vermischte Angelsächsische nicht mehr.
Wie der Name zu erkennen gibt, handelt es sich bei dieser Einwanderergruppe um eine Zusammensetzung zweier Volksstämme: zum einen den Angeln, die aus dem heutigen Schleswig-Holstein stammten, und den Sachsen aus dem benachbarten Niedersachsen. Nach dem Abzug der Römer, ca. 410 nach Christus, besiedelten diese beiden Gruppen aufgrund der Völkerwanderung Teile Britanniens. Sie vermischten sich mit dem romanisch-christlichen Volk und drängten die restliche, aus heidnischen Kelten bestehende, Bevölkerung in Richtung des heutigen Schottlands ab.
Die Einwanderung der Angeln und Sachsen erfolgte anfangs auf den direkten Wunsch der britischen Völker, diese fühlten sich von den Pikten bedroht und erhofften sich von den nun einreisenden Angeln und Sachsen tatkräftige Hilfe, die ihnen dann auch zuteilwurde.
Im Laufe der folgenden 3 Jahrhunderte kamen bis zu 200.000 Siedler aus dem heutigen Schleswig-Holstein und Niedersachsen, um sich hier als herrschende Klasse zu etablieren, wie dies von Historikern schon seit Jahrzehnten als erwiesen angesehen wird.
Wie die Machtverhältnisse sich änderten
5 Jahrhunderte hielt die Vormachtstellung der Angelsachsen, die zwischenzeitlich durch nachfolgende Friesen und Jüten verstärkt wurden, an. Einige angelsächsische Königreiche entstanden. Erst im 9. Jahrhundert drängten sich die Wikinger als Bündnispartner auf und unterstützten die einzelnen Reiche mit ihren vornehmlich aus Dänen bestehenden Männern nach Kräften.
1066 brach das Ende, mit dem Einfall der Normannen, an. Diese eroberten die angelsächsischen Königreiche und sorgten damit für das Ende der eigentlichen Angelsachsen.
Wer durch diesen Beitrag neugierig gemacht wurde, kann seinen Wissensdurst hier stillen:
http://www.wissenschaft.de/home/-/journal_content/56/12054/1024496/
http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Angelsachsen.html