Wenn Du dir gerne alte Gemäuer ansiehst und dich auch an einer schönen Aussicht erfreuen kannst, dann wäre ein Abstecher in die Pfalz zur Burgruine Drachenfels für dich genau das Richtige.
Burgen zählen zu den beliebtesten Sehenswürdigkeit, wenn es denn noch viel zu bestaunen gibt
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Die Burg Drachenfels ist ein Wahrzeichen des Siebengebirges
Falls Du dich zu den reiselustigen Menschen zählst, die auf dem Weg zu ihrem Zielort alles Sehenswerte, links und rechts der Fahrtroute, gerne für einen Zwischenstopp nutzen, so könnte die Burg Drachenfels in der Pfalz deine Liste der besuchten Sehenswürdigkeiten bald erweitern, wenn dich denn dein Weg eines Tages in diese Umgebung führen sollte.
Du solltest dich jedoch nicht auf eine Burgbesichtigung einrichten, sondern eher auf das Bestaunen einer Burgruine, denn nichts anderes ist von der Burg Drachenfels in Königswinter in der Pfalz, deren Bau bereits 1138 begonnen wurde, mehr geblieben.
Jedoch bietet die Aussichtsplattform, zu der die Reste der Hauptburg nun genutzt werden, einen imposanten Blick auf die gesamte Region, selbst das Erahnen der Umrisse Kölns wird bei sehr guter Sicht möglich, die Spitzen des Kölner Doms sind bereits bei etwas widrigeren Wetterverhältnissen sichtbar, sowie auch die anderen höheren Gebäude Kölns.
Dadurch, dass man in dieser Höhe von ca. 321 Metern keinerlei störenden Erhebungen in seinem Sichtfeld hat, kann man auch den gesamten Talbereich Bad Honnefs, mit den Inseln Grafenwerth und Nonnenwerth, deutlich einsehen. Auch den dir womöglich geläufigen "Langen Eugen" sowie den "Post Tower" - beides Gebäude des früheren Regierungsviertels der ehemaligen deutschen Hauptstadt Bonn - kann man hier aus der Ferne betrachten.
Sollten die Überbleibsel in dir die Neugierde geweckt haben, kannst Du im Siebengebirgsmuseum, in Königswinter, eine Rekonstruktion der Burganlage in Augenschein nehmen, wie sie in vergangenen Zeiten ausgesehen haben könnte. Leider konnten keine Zeichnungen oder Pläne mehr dafür Sorge tragen, dass das Modell dem Original möglichst nahe kommen konnte.
Wie die Pfalz an diese Befestigungsanlage gelangte
Als der Erzbischof von Köln, Brun, in der Mitte des 10. Jahrhunderts die Grafrechte erhielt, entstand Kurköln. Die Kirche gewann generell in dieser Zeit an Einfluss und dehnte ihr Territorium weiter aus, hierbei hatten Burgen eine große Bedeutung.
Gerade für das Siebengebirge, welches sich am Anfang der Kölner Bucht befindet, wurde der Bau einer eigenen Wehranlage schon bald als sinnvoll angesehen, jedoch dauerte es noch bis 1138, bis der Bau dieser Befestigungsanlage vom Erzbischof Arnold I. angedacht wurde.
Da diese Region zu damaliger Zeit als recht wichtig angesehen wurde - die bereits vorhandenen Burgen Rolandseck, Godesburg und die Wolkenburg gaben darüber ein deutliches Zeugnis ab - und einige Gegenspieler des Erzbischofs hier auch ihre Löwenburg zu errichten gedachten, wurde mit dem Bau der Burg Drachenfels begonnen.
Bereits 1149 wurde dem Erzbischof Arnold bewusst, dass er die Fertigstellung der Burg Drachenfels wohl nicht mehr erleben würde und auch die Kosten dafür nicht mehr tragen konnte und zog es vor, die Wolkenburg, die bereits dem Erzstift gehörte, als ausreichend anzusehen und ließ die Pläne für "seine" Burg fallen.
1168 wurde die Befestigungsanlage durch den St. Cassius Stift in Bonn fertiggestellt, der damit eine Absicherung der eigenen Güter in Bonn sicherstellen wollte.
So konnte doch noch, allen Widrigkeiten zum Trotz, diese Burg, die Sie heute zwar nicht mehr in Gänze bewundern können, errichtet werden, und zu einem Wahrzeichen des Siebengebirges werden.