Im vorherigen Teil ging ich allgemein auf eine Krypto-Nachfolgeregelung und ein Bitcoin-Testament ein. Das Warum sollte daher geklärt sein. Heute geht es darum, wie Sie eine Übersicht über Ihre Krypto-Assets erstellen.
Welche Software hilft?
Das Inventarverzeichnis ist am wenigsten geheim. Es weist daher nur ein geringes Schutzbedürfnis bzgl. Einsichtnahme durch Dritte auf. Dennoch sollte es nicht öffentlich für jedermann zugänglich sein.
Es eignen sich
eine Exceldatei mit mehreren Tabellenblättern, die nur in Ihrem Heimnetzwerk verfügbar ist. Sie können diese Datei mit Passwort schützen. Das hält leider nur neugierige Nutzer Ihres Rechners/Netzwerks mit geringen IT-Skills davon ab zu erfahren, wie reich Sie wirklich sind. Steuerfahndung, Polizei und Hacker lassen sich damit nicht beeindrucken. Gelegentlich sollten Sie eine Sicherungskopie machen. Diese Kopie sollten Sie in einem anderen Brandschutzbereich lagern oder in Ihrem Tresor. Sofern Sie noch nicht so reich sind, dass Sie stolzer Besitzer eines Tresors sind, so legen Sie eine elektronische Kopie in Ihre feuerfeste Dokumentenkassetten, dort, wo bereits Ihre Geburtsurkunde und andere wichtige Dokumente auf Gesellschaft warten.
ein Notizbuch, welches normalerweise in Ihrer feuerfesten Dokumentenkassette lagert.
Krypto-Tradingsoftware (z.B. CoinTracking) bzw. Krypto-Steuersoftware (z.B. CryptoTax). Diese Software muss ein Begünstigter zwar erst einmal verstehen. Aber mit ihrer Hilfe hat er eine Chance zu erfahren, wo welche Assets wo lagern. Glücklicherweise, nachdem er die Software kenne gelernt hat, ist die steuerliche Auswertung in aller Regel kein großes Problem mehr. Wichtig ist zudem, dass die Existenz einer solchen Software bzw. der Onlinezugang bekannt sind - einschließlich der erweiterten Zugangsdaten (Sicherheitsabfragen etc.). Zudem sollte ein Hinweis vorgefunden werden, ob die dort hinterlegten Daten vollständig sind oder nicht. Es muss klar sein, wo sich die genannten Assets befinden. Den Zugang und die Verfügung klären wir an anderer Stelle.
Online-Musterdepots. Da Krypto-Verwaltungssoftware meist kostenpflichtig ist, ein Notizbuch nur einmal vorliegt und die Exceldatei unter Umständen in verschiedenen Versionen vorhanden ist, haben uns für eine einfache kostenfreie Variante entschieden, bei der von verschiedenen Orten auf eine zentrale Datenbasis im Internet zugegriffen werden kann. Von dieser Datenbasis sollte man gelegentlich PDF-Kopien oder einen CSV-Export anfertigen (sofern Ihre Begünstigten damit umgehen können). Diese Daten sollten Sie irgendwo sichern. Derzeit gehen wir davon aus, dass der betreffende Webdienst noch eine Weile im Netz angeboten werden wird. Das Wissen über Ihre Assets kann selbstverständlich ausgedruckt, um naschließend wasser- und feuersicher verwahrt zu werden (Dokumentenkassette). Ansonsten sollte eine elektronische Kopie auf wassergeschützt verpackten USB-Sticks in anderen Brandschutzbereichen gelagert werden, z.B. bei Freunden, Verwandten oder an einem anderen sicheren Ort. Das könnte beispielsweise bei nahen Verwandten auf dem Friedhof oder im Spint in der Firma sein.
Speicherung in der Cloud. Irgendwie bin ich skeptisch gegenüber einer Nur-Speicherung in einer fremden Cloud. Ihre Vermögenswerte sind zwar nicht so sensibel wie Ihre Gesundheitsakte. Aber meinen Kontostand möchte ich nicht im Internet speichern. Wer da alles mithört und liest, das haben Sie sicher schon gehört. Jede Verschlüsselung lässt sich knacken. Es ist nur eine Frage des Aufwandes. Alles, was in einem Notizbuch steht, lässt sich nicht elektronisch abhören und auch nicht elektronisch auswerten. Der Speicherung einer selbst verschlüsselten Kopie in einer Cloud könnten wir noch zustimmen - aber nur Ihr Inventarverzeichnis, keine Zugänge und keine genaue Beschreibung der Lagerorte ihres Vermögens. Da wir für Ihre Begünstigten aber auch Kryptobörsen mit Guthaben benennen müssen, sehen wir hier ein gewisses Risiko.