Über den ökologischen Fußabdruck von Bitcoin
Im BTC-Echo-Artikel mit dem Titel Bitcoin, die Umweltkatastrophe? Was gesagt werden muss (Phillip Horch, 3. November 2018) scheint die Kommentarfunktion kaputt zu sein, da wieder einmal unsere Anmerkungen vom 2./3.11.2018 keinen Eingang in die Kommentarspalte finden. Übrigens nicht zum ersten Mal. Daher verlegen wir die Diskussion zu Steemit und der informierte Leser darf mitdiskutieren.
Worum geht es?
Zitat aus dem Artikel:
Ryan Brieza und die Lösung von Plattsburgh
In Plattsburgh ist es also – wieder einmal – ein recht junger Kopf, in dem Ideen sprießen, um das Ökosystem etwas zu verbessern. Ryan Brieza arbeitet derzeit an modularen Mining-Geräten, die in der Lage sind, Wärme zu recyclen. Der Prototyp soll aus Holz sein, das Endprodukt bastelt der junge Erfinder aus Metall. Das Geniale an der Sache: Die gesamte gesammelte Energie wird an einer einzigen Stelle abgegeben, dass man sie auffangen und wiederverwerten kann.Solche Dinge sind es, um die sich (nicht nur) die Krypto-Community kümmern muss. Wie kann man Energie sinnvoll weiterverwenden, ohne sie zu „verbrauchen“? Und wie kann Energie hergestellt werden, damit sie dem Planeten nicht so sehr aufs Gemüt drückt? Ob Bitcoin oder nicht: Die Erde hat ein globales Energieproblem, das es zu lösen gilt.
Und hier kann man sogar das Versöhnliche an der verzwickten Lage sehen: Vielleicht schafft es die Problematik rund um Bitcoin – wie am Beispiel von Plattsburgh zu sehen – eine Debatte anzustoßen, die es auch ökonomisch attraktiv macht, ressourcenschonender zu arbeiten. Denn – man kann davon halten, was man will – Geld ist letztlich der (nicht gerade umweltfreundliche) Motor der meisten Gesellschaften.
Unsere Meinung
Guter Artikel. Die Wärme zu recyceln führt leider aber überhaupt nicht zu einem verbesserten ökologischen Fußabdruck des Bitcoin-Minings, maximal marginal am Anfang.
Denn wenn die Miner z.B. netto 50% ihrer Stromkosten über selbst genutzte oder verkaufte Wärmeenergie einsparen, dann werden sie doppelt so viel minen und treffen sich auf einem höheren Stromverbrauchsniveau wieder. Eine Lösung werden die erwähnten 2nd-Layer-Technologien wie z.B. das Lightning Network und RSK sein.
Die raffinierte eigentliche Lösung verdanken wir aber Satoshi Nakamoto. Sie liegt im Bitcoin-Code selbst. Die Bitcoin-Vergütung für das Minen ist die Obergrenze dessen, was alle Miner zusammen mittelfristig/langfristig für Strom ausgeben. Diese unterliegt starkem exponentiellen Zerfall (alle vier Jahre erfolgt eine radikale Halbierung). Heute sind es durchschnittlich jede 10 Minuten 12,5 BTC. 2032 werden es aber nur noch ca. 0,78 BTC sein und 2048 nur noch weniger als 0,05 BTC, d.h. 50 mBTC.
Vernachlässigt man Strompreiserhöhungen, so müßte der Bitcoin-Preis bis zum Jahr 2048 beispielsweise auf 1,43 Millionen Euro ansteigen, damit die Miner genauso viel Kapital verdienten, wie sie heute im Jahr 2018 für Strom ausgeben.
Stimmt das?
Wer es selbst rechnen will, findet hier die Formel samt Erklärung.
Und nebenbei bemerkt:
Der Stromverbrauch von Bitcoin ist seine Sicherheit!
(mg)