Naja, das Ganze hat noch eine andere Seite.
Polizisten sollten schon das Gefühl haben, in ihrer Tätigkeit von Gesetz und Staat hinreichend den Rücken freigehalten zu bekommen.
Alles andere führt zu einem hohen Maß an Frustration, entsprechender Arbeitsmoral und Prägung der politischen Meinung.
Davon hat exakt niemand etwas.
Bepöbelungen, Anspucken, Beleidigungen übelster Art einfach nur wegstecken zu müssen, macht jeden irgendwann aggressiv oder depressiv.
Tatsächlich werden die Auswirkungen gering bleiben, was allerdings weniger an der Klientel, als an den nicht hinreichend greifenden Sanktionsmaßnahmen liegt. Wer beispielsweise - wie meine Freundin - aus Russland kommt, nimmt deutsche Polizeikräfte eher als plüschige Betroffenheitsspezialisten wahr.
Wer darüberhinaus die Sanktionskulisse nicht ernst nimmt, wird sich entsprechend verhalten. Das war im Umgang mit bestimmten Rockerbanden im Detail zu verfolgen. Die Jungs haben sich schlapp gelacht, sie wissen genau, dass die Politik die Polizei nicht wirklich von der Leine lässt.
Und wir reden hier nicht von Schummelei bei Motorradauspuffanlagen, sondern von schwersten Vergehen.
Was nun in aufsteigender Reihenfolge passiert, ist, dass um einzelne Intensivtäter zu treffen, ganze Serien an Gesetzesänderungen vorgenommen werden, die nicht immer zielführend sind. Beispiel Sexualstrafrecht. Völliger Blödsinn, aber man hält halt mit der Schrotflinte drauf, in der Hoffnung, auch die richtigen zu erwischen.
Das ist auch bei den Übergriffen auf Polizeibeamte hochgefährlich, denn wo der Eindruck eines eher auf Freiwilligkeit beruhenden Respekts vor der Arbeit der Polizei entsteht, sollte man sich nicht wundern, wenn es politisch Erdrutsche gibt. Wie das gerade passiert.
Und wenn es dann zum ersten großen Terrorschlag kommt, wird man sich schon fragen, wie und von wem die Polizei über die letzten 20 Jahre abgewirtschaftet wurde.
Der Rechtsruck dann ist etwas, wovor mir graut. Aber Linksgrün"mitte" haben es ja nicht anders gewollt.
Und wir wissen alle, dass es nicht um ein paar Dutzend Rechs- oder Linksradikale und ein paar Besoffene geht.
Es geht um polizeiliche No-go-Areas.
Genau wie die Änderung des Sexualstrafrechtes auf eine Feier in Köln zurückgeht. Es geht um einzelne Problemgruppen. Marokkanische Intensivtäter, bestimmte afghanische, türkische und kurdische Gruppen und so weiter. Demnächst auch um die IS-Fuzzies, die kleinen Fische bisher waren ja selbst zum töten zu blöd.
Das Schlimme ist, dass jegliches Zögern der Gesetzgebung gegenüber den Intensivtätergruppen zu einer Problematisierung der ganzer Bevölkerungsgruppen führt.
Die eifrigsten Wahlkampfhelfer der AfD sind Gabriel, Stegner, Schulz, Künast, Roth und wie sie alle heissen.
Das läuft nicht nur bei uns so, sondern ist ein Polarisierungsmechanismus, der in ganz Europa abläuft.
Wir haben derzeit nur die Wahl zwischen kontrollierten und unkontrollierten Gesetzesverschärfungen.
Diesen Mechanismus als übliches ritualisiertes Politikmanöver abzutun, halte ich für sehr gefährlich. Es sind momentan viele schwarze Schwäne unterwegs, die EU pfeift auf dem letzten Loch und die Signale von den Finanzmärkten sind beunruhigend. Fehlt bloß noch die Kombi aus einem deutschen 9-11 und einer Wirtschaftskrise vor der Wahl.
Dann heisst die nächste Bundeskanzlerin Petry.
Das hältst Du für unmöglich? Unwahrscheinlich, ja.
Aber guck mal, wer da aus der EU austritt. Und wer in Washington president-elect ist.
Beides Entscheidungen auf Basis von Widerstand gegen Immigration, der in beiden Ländern nicht offen debattiert wurde, sondern den man totzuschweigen versucht hat. Morgen ist in Italien Referendum, immerhin werden dort mittlerweile Gesetze und Politik von Berufskomikern mitgestaltet, das ist immerhin ehrlich. Griechenland braucht im Sommer spätestens das nächste Hilfspaket. Die Zeichen stehen ringsum auf Sturm und bestätigen die "spinnerten Vorstellungen" der "Rechtspopulisten". Ein ums andere mal. Galoppierender Vertrauensverlust.
Zu Deiner Frage: Ja. Ein Polizist im Dienst hat durch seine Aufgabe einen verstärkten Absicherungsbedarf. Wenn das sich nicht im Strafmaß zeigt, was es meines Wissens aber auch bereits tut, wäre das ein gefährliches Signal an Täter wie Opfer.
Sobald ein Polizist als solcher potentiell erkannbar ist, sei es durch seine Uniform, Ausweis, Handlungsweise (Waffe gezogen) darf es kein Pardon geben.
Im Übrigen dürfte auch beim Karneval eine halbwegs echt aussehende Polizeiuniform strafbar sein.
RE: Härtere Strafen für Angriffe auf Polizisten – ein Schuss in den Ofen?