Wir hatten mal eine Situation, als meine ältere Tochter noch ein Kind war.
Sie war zehn Jahre und spielte draußen mit anderen Kindern, als plötzlich ein Kind zu ihr sagte:
„ meine Mama, hat mir gesagt, ich darf nicht mit Dir spielen, weil Du Behindert bist.“
Weinend, kam meine Tochter zu mir angelaufen und heulte bitter.
Sie hatte in diesem Augenblick die Welt nicht mehr verstanden.
Ich nahm Sie in den Arm und beruhigte Sie erstmal.
Als Sie sich wieder von der schrecklichen Aussage des Kindes erholt hatte,
versuchte ich ihr in kindgerechter Sprache, zu erklären was behindert heißt.
„Behindert zu sein, mein Kind ist nichts schlimmes.
Behindert heißt, das man eingeschränkt ist.
Wer eine Brille trägt, ist eingeschränkt im sehen, wer einen
Arm gebrochen hat ist eingeschränkt in der Bewegung und im Tun.
Jeder Mensch, hat irgendwelche Probleme, auch die, die wir vieleicht nicht direkt erkennen.“
„ Mama, bist du dann auch behindert?“
Ja, auch ich bin eingeschränkt!
Bei mir sieht man es nicht direkt.
Wenige Tage später als meine Tochter draußen wieder spielte, kam dieses Kind plötzlich wie der Zufall es wollte, mit einem Gibs Arm um die Ecke.
In dem Moment, als meine Tochter es sah, sagte sie zu diesem Kind: „ jetzt bist du auch behindert.“
Jeder sollte sich vor Augen halten, was wir unseren Kinder beibringen.
Eine kleine Seele, kann so für ein lebenslang geprägt werden.
Meine Tochter hatte es durch gute Erklärung akzeptieren können und konnte sich revanchieren.