In unserer reizüberfluteten Welt sucht die Menschheit sehnsuchtsvoll nach Liebe. Nach wahrer Befriedigung. Doch was ist wahre Befriedigung? Warum suchen wir danach? Wie versuchen wir sie zu erreichen? Was kann jeder einzelne von uns tun, um ein erfülltes, befriedigendes Leben zu führen?
Wir wollen wieder fühlen, doch wenn sich Gefühle in uns breit machen, fürchten wir sie und wir fühlen sie nicht mehr, sondern lenken uns ab. Wir flüchten uns in Beschäftigungen jeder Art. Wie sollen wir dann bitte fühlen, wenn wir zu feige sind, das Kribbeln in unserem Körper einfach über uns ergehen zu lassen. Warum drücken wir unsere Gefühle weg um leistungsfähig zu sein, obwohl wir genau diese Gefühle als Antrieb nutzen könnten, um über uns selbst hinauszuwachsen.
Alles was wir wollen ist Kontrolle: Über uns selbst, über andere, am liebsten über das gesamte Universum. Das würde ja alles gehen, sagen wir uns, wenn da nicht unsere Gefühle wären.
Doch warum haben wir Gefühle? Welchen Sinn haben sie? Und am wichtigsten, wie bewerkstelligen wir es, sie in unser Leben so miteinzubeziehen, dass wir glücklich und zufrieden sind?
Warum sollten wir danach streben unsere Gefühle kennenzulernen und im Zusammenspiel mit unserem Verstand zu nutzen? Was müssen wir dazu wissen und wie machen wir das?
Ich habe ein Problem. Ich will das Kind beim Namen nennen, doch es verhält sich wie mit dem Rumpelstilzchen. Nur das ich noch nicht am Lagefeuer der Märchengestalt den Namen erhascht habe. So rate und rate ich, anstatt loszugehen und den Übeltäter ausfindig zu machen.
Das Gefühl, dass es nicht reicht einfach nur da zu sein, ist sicherlich tief in mir verankert. Doch anstatt an meinen Schwächen zu arbeiten und mich als Mensch zu verbessern, ist es für mich von jeher stets leichter gewesen mich als besseren Menschen darzustellen, sprich andere zu blenden. Die polierte Seite der Medaille zeigen, während die andere Seite, vergammelt und verrostet im Prinzip niemand zu sehen bekommt. Doch diese Rechnung habe ich ohne eine sehr wichtige Person gemacht. Meinen schlimmsten Feind und zugleich meinen engsten Verbündeten. Mich selbst. Egal was ich tue, ich kann mich nicht selbst belügen, ich kann mir nicht dauerhaft vorgaukeln, was alle anderen sehen sollen, die goldene Seite der Medaille.
Und all das nur, weil ich mir meine eigenen Schwächen nicht eingestehen will, weil ich mir alles so zurechtbiege, dass es mir passt. Zumindest kurzfristig. Dabei ist das einfach nur eine Entscheidungssache. Doch wenn ich mich zu gut fühle, um simple Entscheidungen zu fällen bleibe ich ewig in diesem Teufelskreis stecken. Der Fokus ist fehlgeleitet. Ich könnte hier jetzt wieder dazu übergehen, die Schuld auf andere und/oder äußere Umstände schieben, doch DIESMAL NICHT.
Der Welt ist es egal, was ich als Kind durchgemacht habe, der Welt ist es egal ob ich Gefühlsstimulierung durch Sex, Essen und Trinken, Sport, Drogen, Steemit oder was auch immer bekomme und mich kurzfristig befriedigt, hinterher aber noch schlechter fühle, weil ich mich selbst betrogen habe.
Wie also erreiche ich das höhere Glück, dass ich so sehr erzwingen will, dass mich in ein so unerfülltes Leben in absoluter Ohnmacht fallen lässt. Wie nehme ich die Steine die in meinem Weg liegen und baue eine Brücke damit, wie erfülle ich meine Bestimmung. Wie motiviere ich mich um weiterzumachen, auch wenn es hart ist?
Ganz einfach. Ich muss akzeptieren, dass das Leben eben kein Zuckerspiel ist. Es ist eine hochintensive Erfahrung, die hochgradig anstrengend ist. Doch wie mit einem Dauerlauf fühlt man sich nach bewältigten Aufgaben glücklich und zufrieden. Ich muss also bereit dazu sein, Schmerz und Anstrengung in Kauf zu nehmen um den Grad an Selbstverwirklichung zu erreichen, der für mich Glück bedeutet.
Ich muss das machen, was ich wirklich machen will, doch zunächst einmal muss ich genau definieren, was das ist, was ich wirklich machen will.
Dabei sollte ich mir nichts vormachen und nicht zielorientiert, sondern prozessorientiert handeln. Denn was bringt mir eine Million auf dem Konto, wenn ich mir zu schade bin, den Weg dahin zu genießen. Der Weg ist das Ziel und ich bin mir ziemlich sicher, dass Konfuzius, dass damit gemeint hat.
Weißt du was, ich kann soviel labern, wie ich will, ich kann so vielen Leuten erzählen, was ich alles Tolles vorhabe, doch es kommt einfach nicht darauf an. Es kommt auch nicht darauf an, was und wie ich etwas mache. Die einzige Hauptsache ist, dass das, was ich mache, so gemacht wird, dass mein Herzblut drin steckt, dass ich nach bestem Gewissen am Ende meines Lebens sagen kann, so und nicht anders hätte ich Leben wollen ist ein behinderter Spruch. Es kommt darauf an, dass man dem Tod ins Angesicht blicken kann und ein glückliches, erfülltes Leben gelebt hat. Wir versuchen zwar mit Worten alles auszudrücken, was wir fühlen und denken und doch müssen wir am Ende nur uns selbst beweisen, dass wir es geschafft haben.
Text meines jüngeren Ichs. Immer noch recht aktuell. Ich poste ihn um und
einen Hauch meiner Gedankengänge zu zeigen. Es gab dort keine Rostwurstbude, ich lebte ausschließlich von nichtfleischlichen Speisen (abgesehen von Heuschrecken.)
Meine Persönlichkeit ist sicher von all diesen durchflochten. Macht euch einen schönen Abend.