Kennt Ihr diese Momente, in denen das Leben euch übel mitspielt und doch bleibt man ruhig? Ich habe gerade so Einen. Es ist nichts Lebensbedrohliches passiert und doch stehe ich mit meiner Firma, die ich mir neben dem Studium (sozusagen als Studentenjob) aufgebaut habe , derzeit vor einer Herausforderung, die danach aussieht nur Schwierigkeiten mit sich zu bringen.
Manchmal muss man die Welt aus einer anderen Perspektive betrachten (Bild entstand beim Capoeira-Training)
Gemeinsam mit und noch einem Mitbegründer hatten wir es dazu gebracht tatsächlich einen Umsatz zu generieren, der sogar danach aussah, uns mit dem zum Leben Notwendigen zu versorgen. Und es sah auch danach aus, dass darüber hinaus noch etwas übrig blieb. Klar, es war und ist nicht alles perfekt, doch langsam aber stetig, optimierten und optimieren wir immer noch die Abläufe und unsere Kommunikation. Es gab angenehme Ruhezeiten, doch auch sehr unangenehme Zeiten voller Hektik und Chaos, in denen es stets danach aussah, dass wir es nicht schaffen würden. Und jedes Mal, wenn eine neue Krise uns ins Gesicht spuckte, war dies zwar eklig, doch ich ertrug es mit stoischer Ruhe und Geduld. Und siehe da wir schafften es. Die jetzige Situation hat uns nun mal wieder ordentlich in die Bredouille gebracht.
Ich kann zwar nicht schlafen, doch stelle ich fest, dass ich ruhig wie nie zuvor bin. Und das trotz des Umstandes, dass es existenzbedrohlicher ist, als jemals zuvor.
Nun, ich stellte mir eben zwei Fragen. Ist es wirklich existenzbedrohlich d.h. kann es mich töten? Die Antwort ist Nein, nicht direkt. Höchstens dann, wenn ich vor lauter Hektik und Stress einem Herzinfarkt oder einer Krankheit erliege. Das kann allerdings auch passieren, wenn ich ruhig und gemächlich einer anderen Aktivität nachgegangen wäre.
Die zweite Frage, die ich mir stellte war. Was ist das Schlimmste, was passieren kann? Das wäre in diesem Sinne, wenn wir den Tod nun ausgeklammert haben ( denn wer weiß schon ob der Sensenmann, die gute alte Seele, mich tatsächlich in eine schlechtere Welt führt. Selbst wenn, dann habe ich ja noch genug Möglichkeiten in dieser schlechteren Welt noch mehr Gutes zu tun.) , wäre das Schlimmste in dieser Situation eine Pleite. Das würde bedeuten, weiter mit dem nötigsten auszukommen und es nochmal versuchen. Mit neuen Methoden, verbessert oder vielleicht etwas komplett anderes. Das was hinzu kommt, ist die Erfahrung.
Ich merke deutlich, wie mir die Situation Raum und Nährboden zum Wachsen gibt. Und es klingt vielleicht makaber, aber ich freu mich drauf.
Es hilft, die Welt einmal umgekehrt zu betrachten. Das Gute im Schlechten zu sehen, das Schlechte im Guten. Die Liebe in der Verachtung und den Frieden im Krieg sowie auch umgekehrt. Diese Perspektivenwechsel helfen mir zur Einsicht, sind sie nun körperlicher, geistiger oder emotionaler Natur. Ich finde es praktisch. Hoffentlich wachse ich daran.