Stelle ich jungen Menschen in meinem Alter ( 26 ) oder jünger die Frage, was sie machen würden, wenn Geld kein Thema mehr sei, kommt sehr oft eine ausführlichere Version von "Ich würde gerne reisen und die Welt sehen"
Weil es den Horizont erweitert, neue Perspektiven eröffnet und die Erfahrungen sehr schön sind.
Ich schmunzle dann immer in mich hinein, denn ich kenne eben eine Menge Leute die reisen und trotzdem zuhause bleiben.
Wie wäre es mal mit einer Reise ins Innere, so wie das dauernd praktiziert.
Eine anständige Reflektion oder eine schriftliche Bewältigung im Stile von
Disclaimer: Sowas ist ziemlich anstrengend.
Ich besuchte heute einen Kommunikationskurs. Wozu brauche ich das, dass dachte ich mir auch. Ich kenne die Konzepte ja aus meinem Studium und ich bin auch in der Lage mich in fremde Kulturen und andere Menschen hineinzuversetzen, das habe ich schließlich auf meinen Reisen gelernt.
Denkste.
Ich wurde heute ordentlich durchgeschüttelt. Mein Verstand arbeitete daran eine plausible Erklärung für das Gehörte zu erlangen. Mein Ego ratterte auf Hochtouren. Ich wollte recht haben, es besser wissen.
Ich wurde förmlich gebrochen. Richtige Gehirnwäsche könnte man mit böser Zunge behaupten.
Doch ehrlich gesagt, ich habe lange nicht mehr geweint und das hat echt gut getan.
Ich konnte plötzlich erkennen, dass ich als Mensch oft unehrlich bin, andere für meine Zwecke verwende, sie manipuliere, dass zu tun, was ich gerne hätte, mich so gut wie möglich darstelle indem ich bescheiden bin und vor allem, dass ich diese Welt als geteilt empfinde. Sie zerreißt mich; jeder braucht mich; jeder will, dass ich Zeit mit ihm verbringe.
Weit gefehlt. Dicke Story, die ich mir einrede, nur weil sich meine Eltern getrennt haben und ich das Empfinden hatte, dass die zwei sich um mich gestritten haben. Hachja Harmoniebedürfnis.
Ich sag scheiß drauf.
Ich würde mich lieber nach Werfen in die Eisriesenwelt zurückziehen, die so schön beschrieb: https://steemit.com/deutsch/@flurgx/besuch-der-eisriesenwelt-werfen-salzburg-oesterreich
Kurz vor Schluss verlasse ich den Raum, nachdem ich dem Kurs mit Tränen den Rücken kehrte.
War mir zu hart mich mit mir selbst zu beschäftigen.
Im Rausgehen bemerkte ich jedoch etwas: Ich bin jederzeit frei. Ich kann tun und lassen, was ich will. Ich bin FREI
Es fühlt sich an, als sei ein Teil meines Egos gestorben. Wächst natürlich schnell nach mit diesem Steemitpost hier.
Dann entscheide ich mich aus freien Stücken wieder zurück in den Seminarraum zu gehen. Diesmal freiwillig.
Schiss habe ich schon. Irgendwie ist es unangenehm, wenn man sich mit sich selbst auseinandersetzt.
Ich kann die Angst im Raum riechen. Mein Herz ballert gegen die Brust.
Ich mache einen großen Schritt. Es fühlt sich gut an mutig zu sein.
Augen zu und durch.
Übrigens das Seminar ist in der Heimatstadt von . Vor lauter Anstrengung habe ich nichtmal Fotos gemacht.
Ai ai ai.
Gute Nacht!
Bild ist in Schottland gemacht worden und dient nur zu Dekorationszwecken.