Empedokles galt als ein Mann mit vielen Talenten: So wirkte er als Staatsmann, Dichter, als Prophet und glänzender Redner, er erwies sich als guter Arzt und wurde auch als Wundertäter gepriesen. So schuf er ein Bild von sich als schillernde und zugleich faszinierende Persönlichkeit, der Wissenschaftler und Scharlatan in einem war.
Man schreibt ihm zu, dass er Luft als einen Stoff an sich erachtete, ihm wird die Entdeckung der Zentrifugalkraft angedichtet und er wusste mit Bestimmtheit verständlich zu machen, dass das Mondlicht nur reflektiertes Licht war.
So konnte er auch das Phänomen der Sonnenfinsternis erklären, denn in dem Moment in dem der Mond sich vor die Sonne schiebt, zeigt er uns seine Schattenseite.
Er erklärte auch, dass Licht nicht immer da ist, sondern, so wie alle anderen Dinge auch, seine Zeit braucht um die Reise durch den Raum zu machen.
Empedokles ging bei den Pythagoreern, den Ordensanhängern des Pythagoras in die Lehre, so dass er mit Seelenwanderung und dem Gedanken der Befreiung der Seele durch Reinigung in Berührung kam. In seiner Jugend begegnete er zudem Xenophanes und auch später besuchte er die Stadt Elea und bekam den Parmenides zu Gesicht.
Als Philosoph war er "Eklektiker" , dass heißt er suchte sich stets aus jedem Gedankensystem das aus, was er für brauchbar hielt.
So sagte man ihm nach, dass er den Widerspruch zwischen Parmenides und Heraklit löste, indem er das Werden mit dem Sein verbunden hatte.
So zeigte er auf, dass das Werden aus dem Sein entsteht und doch zugleich das Sein seine Unveränderlichkeit erhält.
So ist er mit Parmenides einer Meinung:
"Nichts was ist kann aus dem Nichts entstehen
Er zieht jedoch nicht den gleichen Schluss wie Parmenides, der behauptete, dass alle Bewegung ein Trugschluss ist, den uns die Sinne vorspielen.
Die vier Elemente
Empedokles versucht die Wirklichkeit als eine Mischung von vier unzerstörbaren Elementen zu beschreiben, die beweglich und teilbar sind.
Feuer, Wasser, Erde und Luft.
Durch Mischung und Trennung ist aus ihnen alles geworden, was es an Seiendem gibt.
Damit begründet er eine Lehre, die sich mithilfe des Aristoteles noch bis ins Mittelalter hinein hielt und noch heute ist es im umgangssprachlichen Sprachgebrauch verankert.
Liebe und Streit, die treibenden Kräfte
Dem Stoff, also den vier Elementen, aus denen alles entsteht, setzt Empedokles die zwei Kräfte Liebe, die anziehende Kraft und Streit, die ausziehende, äh abstoßende, trennende Kraft. ( Randbemerkung: Mein Versuch ein Beispiel für einen Freudschen Versprecher zu geben)
Die Entstehung der Arten von Lebewesen erklärt er damit, dass erst niedere Organismen entstanden, bevor dann aus ihnen "höhere" Lebewesen hervorgingen.
Der Wandel der Welt hängt, damit zusammen, dass in abwechselnden Perioden jeweil Hass und Liebe vorherrschen.
Die Erkenntnis ist für Empedokles nur insofern möglich, dass nur das was wir in uns tragen auch im Außen erkannt werden kann.
Unser liebe Goethe trifft es ganz gut:
" Wär' nicht das Auge sonnenhaft
die Sonne könnt es nie erblicken;
Läg' in uns nicht des Gottes eigene Kraft,
wie könnt uns Göttliches entzücken?"
Der Tod des Empedokles und der Schuh
Empedokles setzte sich für die Demokratie ein, nachdem der Sturz eines Tyrannen in seiner Heimatstadt erreicht ward.
Allerdings wurde er in guter griechischer Manier später verbannt, obwohl oder vielleicht gerade deswegen. Sehr typisch für die alten Griechen Leute zu verbannen, um sicherzugehen, dass sie sich nicht zum Tyrannen (zum Alleinherrscher) aufschwingen. Bei Empedokles war dies wohl eher unbegründet, wir werden es jedoch nie erfahren.
Dennoch war er weiterhin sehr hoch angesehen, einige hielten ihn für göttlich, was er selbst übrigens auch von sich behauptete.
So rankt sich eine Legende um seinen Tod.
Empedokles war mit 60 Jahren darum bemüht einen Weg zu finden, wie er sich töten könne, dass sämtliche Spur von seinem Tode getilgt war und er so auf mysteriöse Art und Weise einfach verschwand. So beschloss er sich in den Krater des Vulkans Ätna zu stürzen (in Italien auf Sizilien).
Allerdings war der Ätna nicht erfreut darüber, dass ein Mensch versuchte Gott zu spielen und vereitelte den Plan des Empedokles indem er einen seiner Schuhe wieder "ausspuckte".
So war nicht jede Spur von ihm verschwunden und die Nachwelt kann sich noch eine weitere tolle Geschichte über den Begründer der vier Elemente zu Gemüte führen. Ein sagenumwobener Abgang, was will man mehr.