Die Stadt Seligenstadt ist nicht nur von der Architektur her ein bedeutendes Städtchen. Nein, auch ihre Bewohner bewiesen über alle Zeitalter hinweg, dass sie es verstanden ihren Ort erblühen zu lassen.
So trug es sich zu, dass die Gebeine der zwei Märtyrer Marcellinus und Petrus von Rom nach Mainz überführt werden sollten. Nun muss der geneigte Leser hierzu wissen, dass Reliquien, wie eben zum Beispiel die Überreste dieser zwei Selig gesprochenen Männer eine gute Einnahmequelle bildeten. Gläubige Menschen strömten in Scharen zu den Begräbnisstätten solcher tief mit Gott verbundenen Menschen und nun ja brachten Geld zum Ausgeben mit.
Der Sage nach blieb der Ochsenkarren mit den Gebeinen immer damaligen Obermulinheim stehen, welches dann in Seligenstadt umgetauft wurde. Erklärt wurde dies mit einer göttlichen Fügung.
Der Biograph Kaiser Karls des Großen, bekam dieses Landgebiet von dessen Sohn Ludwig für seine Dienste geschenkt und errichtete zu Ehren der zwei Seliggesprochenen die Basilika. Er gründete zudem eine Benedektinerabtei. Kaum war die Klosteranlage gegründet trudelten Schenkungen von Landbesitz im Umland und andere materielle Güter ein. Die fleißigen Mönche verwalteten das Land im guten Sinne, sodass das Land erträglich war und das Kloster sowie die Gemeinde erblühte.
Die Stadt hatte zudem einen natürlichen Zulauf, da die Kaufmannszüge aus Nürnberg und Augsburg in Seligenstadt den letzten Halt hatten, bevor sie die Stadt Frankfurt erreichten.
Somit war ein reger Austausch auf dem Marktplatz gang und gäbe. Die Geschäfte florierten.
Das Wasserschloss am Rande der Stadt