Welcome to Titanic. Wär nicht jeder gern 'mal mit diesem Luxusschiff gefahren? Wer wärst Du? Einer der Milliardäre an Board? John Jacob Astor? Oder wärst Du die "unsinkable" Molly Brown? Oder jemand, der in der dritten Klasse von einer neuen Welt mit neuen Chancen für sich träumt?
Wärst Du eine Rose, die spontan mit einem Jack durchbrennen will? Die in gesellschaftliche Zusammenhänge gebunden ist und eigentlich auf völlig andere Art frei sein will?
Hättest Du den Mut dazu auch noch, wenn es keinen Untergang gäbe und Du bei der Ankunft in New York Deiner Umgebung mitteilen müsstest, dass Du ab jetzt alles so machen wirst, wie Deine bisherige Umgebung es hasst? Du einfach mit diesem Jungen aus der dritten Klasse durchbrennen wirst?
Wer ist Jack? Jack ist die Idee von Freiheit. Tun und lassen zu können, was man möchte. Ohne Zwänge. Scheiß auf Geld. Wenig reicht um Spaß zu haben. Und Spaß ist wichtiger. Wirklich?
Riesen Abenteuer, wenn man dann gar nix hat. Auf der Straße sitzt. Oder einfach Miete, neue Waschmaschine oder die Autoreparatur nicht zahlen kann.
Ist ja ganz süß, was uns dieser Film da damals verkauft hat. Die Wahrheit sieht wohl anders aus. Die meisten wollen nicht von der Hand in den Mund leben. Viele müssen es trotzdem.
Die, die es müssen, werden sich meist sehr wenig "Jack und Rose"-mäßig fühlen. Die wenigsten davon werden wilde Mustangs in Texas zureiten.
Hach Du wundervolle Film-Idee... da war der Untergang der Titanic und die ganze Menschheit hat aus dieser Überheblichkeit gelernt. Weil sie den Film von James Cameron gesehen hat.
So wie sie aus der Inquisition, den zwei Weltkriegen und dem Holocaust gelernt hat.
Gab noch Haufen anderen Scheiß. In den Kommentaren könnt ihr das gern ergänzen.
Was hat der Untergang der Titanic wirklich gezeigt? Ja, da gab es die Milliardäre, die würdig und bewusst mit dem Schiff untergegangen sind. Die erst gar nicht an eine Gefahr glauben konnten. Die feinen Damen weigerten sich in die Rettungsboote zu steigen. Deshalb blieben viele weit unterbesetzt und wurden dennoch abgeseilt. Obwohl ohnehin nicht einmal für die Hälfte der Passagiere genügend vorhanden waren. Die Board-Kapelle hat dazu gespielt. Um sich und die Passagiere zu beruhigen. Während Frauen in der dritten Klasse darum kämpften, überhaupt mit ihren Kindern an Deck zu kommen. Und es nicht geschafft haben. Bis heute ist unklar, wieviele unter Deck durch die Klassentrennung gnadenlos abgesoffen sind in ihren engen Kabinen.
Wieviele es wohl auf unserem derzeit untergehenden Schiff sein werden? Who comes first? Familiennachzug verbieten oder? Die jungen produktiven Männer braucht das Land. Die können arbeiten. Die Rettungsboote im Mittelmeer saufen ab. Und? Geht uns das was an? Kommt, lasst uns lieber Titanic nochmal gucken und heulen, wenn Jack langsam im Wasser versinkt.
Hat sich unsere Gesellschaft seitdem verändert? Wenn unsere Erde überbevölkert wird, werden wir doch immernoch unseren Trip zum Taj Mahal haben oder? Wir haben uns das doch hart erarbeitet?
Und die, die ihren Arsch jetzt an die Wand kriegen, haben sich das doch verdient und auch ihren Platz im Rettungsboot? Was geht es uns an, wenn die Erde in Überbevölkerung und Ressourcen-Ausbeutung versinkt?
Wir gehören doch zur ersten Klasse oder? Wir kriegen doch nen Platz im Rettungsboot? Oder? Hauptsache die Boardkapelle spielt und wir sind schick angezogen. Nee sorry. Ich verlange eine Meuterei. Und jetzt nochmal von vorn lesen.