Kurze Einleitung: Ich habe heute bei einer AfD-Gegendemonstration mitgewirkt. Das hier soll kein Aufklärungstext werden, in dem ich Background Informationen liefere. Du als Leser musst selbst entscheiden, ob du genug informiert bist um diesen Text zu beurteilen. Hier soll es auch viel um meine Beobachtungen und Empfindungen gehen. Dinge, die ich recherchiert habe und deren Auswirkung, die ich heute zu spüren bekam.
In der sechsten oder siebten Klasse war ich das erste Mal auf einer Demo gegen Studiengebühren. Ich hatte zu der Zeit so gut wie keine Ahnung von Politik. Aber ich fand es spannend etwas Rebellisches zu erleben.
Bis heute war das auch die einzige Demo bei der ich mitgelaufen bin. Durch Kommilitonen wurde ich auf einen Wahlkampfauftritt der Afd in Gelsenkirchen aufmerksam. Frauke Petry sollte dort auftreten. Und das traut die sich? Das hat mich neugierig und wütend zugleich gemacht. Ich will hier gar nicht groß ausschweifen, aber...
Solltet ihr pro Afd sein - Tschüssi
Der Islam gehört nicht zu Deutschland, Homosexuelle Paare werden nicht toleriert und Alleinerziehende Elternteile nicht unterstützt, Frauen werden Karriere-technisch demotiviert, Volksentscheide sollen bestimmen, was mit Deutschland passiert, der Euro und somit auch Europa wird abgeschafft, Abtreibungen sollen verboten werden, der Grundwehrdienst wird wieder eingeführt, ... Mir geht die Puste aus. Und es gibt wirklich Menschen, die sowas unterstützen? Frauke Petry stimmt dem Waffengebrauch bei illegaler Grenzüberschreitungen zu. Muss man da noch was sagen?
Liebe Menschen, macht doch mal eure Augen und Ohren auf. Bitte! - Danke.
Schätzungsweise wenige hundert besorgte Bürger standen vor der hässlichen, kleinen AfD Bühne. Ein Polizist neben dem anderen um sie herum. Sie versuchten uns auseinander zu halten und erledigten ihre Arbeit für unsere aller Sicherheit. Natürlich schaffte es keiner der Parteimitglieder pünktlich zur Veranstaltung. Wir machten ihnen keinen Platz! Ihre Autos sollten nicht den Weg zur Bühne schaffen. Aber die Blöße, sich von ein paar Linken einen Strich durch die Rechnung machen zu lassen, wollten die sich natürlich nicht geben.
Zwischendurch erwischte ich mich selbst dabei, dass ich das Programm dieser Veranstaltung fast schon lächerlich fand. Die machen sogar Musik! Sucht es gerne bei YouTube. Als ich die zahlreichen Ergebnisse dort sah, war ich fassungslos. Wollte nichtmal aus Neugier Klicks verschenken. Aber was viel Stärker als die humorvolle Verachtung war, waren Hass, Verwirrung und auch ein bisschen Angst. Oder sagen wir eher Respekt. Respekt davor, dass es für einige Menschen aus Sorge und minderem Zuspruch der anderen Parteien, eine Zuflucht ist. Eine Zuflucht in der sich Parteimitglieder und Interessenten gegenseitig in einen Strudel fernab der Realität ziehen.
Ich will es auf den Punkt bringen: Es macht mir Angst, dass es Nazis gibt.
Doch wir waren locker 2.000 Gegendemonstranten. Und wir waren laut! Laut gegen Rechts!
Laut für Multikulti. Laut für Liebe jeder Art. Laut für Frauen. Laut für Minderheiten. Laut für Europa. Laut für uns. Positive Energie ist immer stärker als negative. Das gibt mir Hoffnung. Und gleichzeitig Motivation meiner Stimme bei Demonstrationen öfter Kraft zu verleihen.
Es war für mich teilweise verwirrend. So starke Emotionen, die sich vermischen, wachsen und etwas auslösen. Auch in uns allein. Liebe für uns, die Welt und den Frieden. Hass für Menschen, die solchem im Wege stehen.
Ich finde hier keinen wirklich sinnvollen Punkt. Ich wollte euch zum Nachdenken anregen und vielleicht auch zum Gegendemo-Mitlaufen motivieren. Sonntag, am Muttertag, sind hier in NRW Landtagswahlen. Ich habe mich selbst auch schwer getan, mich für eine Partei zu entscheiden. Aber unsere Stimmen bedeuten etwas. Nur gemeinsam, kann man was schaffen!
Tschüss und bis bald!
With love ♥