Hand aufs Herz: Trump hat als Präsident beachtliche Erfolge vorzuweisen. Foto: CC0 Coast Guard Petty Officer 2nd Class Patrick Kelley
Donald Trump ist seit fast genau einem Jahr Präsident der Vereinigten Staaten. Was hat er erreicht? Was nicht? Und wie steht es um seinen Plan „Amerika wieder groß“ zu machen? In seiner 80-minütigen Rede zur Lage der Nation zählt er die bisherigen Erfolge seiner Administration auf, doch seine Gegner in Washington und anderswo lassen dennoch kein gutes Haar an ihm.
VON MARC DASSEN
Ist das der „neue amerikanische Moment“, auf den die vielen Millionen Trump-Wähler so lange gewartet haben? Ihr Präsident erzählt in seiner Rede zur Lage der Nation von einer „Welle des Optimismus“, von wirtschaftlichem Aufstieg, vom Erfolg der Steuerreformen, von Millionen neuer Arbeitsplätze, historisch niedrigen Arbeitslosenzahlen und der Wiederbelebung des Amerikanischen Traumes. Alles nur Selbstbeweihräucherung und Pathos? Nein. Tatsächlich hat der „böse weiße Mann im Weißen Haus“ im Laufe seiner bisherigen Amtszeit mehr zustande gekriegt hat, als viele Präsidenten vor ihm.
Aus dem Faktencheck im aktuellen COMPACT-Magazin:
2017 legte die Zahl der Beschäftigten um 2,05 Millionen zu. Wie Zahlen so sind, sagen sie für sich allein genommen zugleich alles und nichts aus. So ist dieser Wert ein etwas geringerer Zuwachs als 2016. Jedoch hat Trump offensichtlich mehr qualifizierte Arbeitsplätze in der mittleren Lohnklasse geschaffen als sein Vorgänger: Waren unter Barack Obama vor allem Dienstleistungen im Billiglohnsektor entstanden, sind es heute auch Stellen in der Produktion und im Bau. Innerhalb eines Jahres stieg ihre Zahl von 12,3 auf 12,5 Millionen. Unter Obama war sie zuletzt rückläufig gewesen.
Die offizielle Erwerbslosenquote fiel in Trumps erstem Jahr von 4,6 auf 4,1 Prozent – der niedrigste Stand seit Dezember 2000! Auch diese Zahl sagt jedoch nicht viel über die Realität aus. Das Büro für Arbeitskräftestatistiken berücksichtigt nur Menschen, die in den letzten vier Wochen aktiv nach Arbeit suchten. Immerhin erfasst die Behörde in einer weiteren Zahl neben den offiziell Arbeitssuchenden auch die Unterbeschäftigten und die Entmutigten, die sich zwar nicht regelmäßig, aber mindestens einmal im Jahr bei den Behörden blicken lassen. Auch hier kann der Präsident punkten: Zwischen Januar und Dezember 2017 sank deren Zahl von 10,1 auf acht Prozent. Vielleicht das beste Argument für den Republikaner: 2017 waren mehr als zwei Millionen Amerikaner weniger auf Lebensmittelmarken angewiesen als 2016 – der niedrigste Wert seit 2010.
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