Deutschlands Kraftwerkbauer zahlen die Zeche der Energiewende: Trotz steigenden Strombedarfs sind die Auftragsbücher der Industrie leer. Opfer sind die Malocher von Siemens & Co. in Görlitz und anderswo: Ihre Existenzen stehen auf dem Spiel.
von Karel Meissner
Der Untergang begann am 16. November. «Wir werden diese Maßnahmen sorgfältig, umsichtig und langfristig anlegen», versprach Siemens-Personalvorstand Janina Kugel noch vollmundig – und verkündete im gleichen Atemzug die Streichung von fast 7.000 Stellen der Kraftwerks- und Antriebssparten im Konzern, darunter 3.500 in Deutschland. Die Werke für Prozessdampf-Turbinen in Görlitz mit 1.000 und Leipzig mit 270 Beschäftigten werden geschlossen.
Die Verlagerung dieser Arbeitsplätze nach Mühlheim soll den Standort im Ruhrgebiet stabilisieren, nachdem die dortige Produktion von Großturbinen praktisch zum Erliegen kam. Auch Berlin – der Geburtsort des Konzerns – erlebt einen Kahlschlag: Das Dynamowerk mit 700 Angestellten fällt weg, beim Gasturbinenwerk müssen 300 Mitarbeiter gehen.
Die Fertigung in Offenbach und Wien will Siemens mit der Filiale in Erlangen fusionieren – ob der hessische Standort überhaupt überlebt, ist bislang unklar – ebenso, wie viele Existenzen bei Zulieferern auf dem Spiel stehen. Es ist nicht das erste Streichkonzert im deutschen Weltkonzern. Bereits im Frühjahr 2015 hatte Siemens-Chef Joe Kaeser das Aus für 13.500 Arbeitsplätze in mehreren Schritten verkündet.
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