Als erstes ein Riesen Dankeschön an Markus für die Inspiration durch Deinen wundervollen Blogpost https://steemit.com/de-memories/@surripio/kindheitserinnerungen-als-ich-noch-klein-war-unterstuetzt-travelwithus-childhood-memories-when-i-was-little-supports
Meine schönste Kindheitserinnerung
Die Erinnerung an die halbierten, an beiden Enden aufgeschnittenen und gebratenen Würstchen ist auch bei mir noch immer sehr präsent.
Gehört definitiv zu den Leckerbissen, die ich auch für meine Kinder machen würde, wenn ich welche hätte.
Deshalb lauere ich auch so sehnsüchtig auf den Besuch meiner kleinen Freundin Charlotte ...
Um bei den kulinarischen Genüssen zu bleiben:
Ich konnte es als kleines Mädchen kaum erwarten, dass meine Eltern Freitags mit dem Wochenendeinkauf an frischer Wurst nach Hause kamen.
Klar, weil ich ganz genau wusste, dass für mich Leberkäse dabei ist, von dem ich stets sofort ein Stück abbekam.
Und ich möchte auch die Erinnerung an das vorweihnachtliche Plätzchen backen nicht vermissen.
Natürlich durften wir Kinder (zumindest der mittlere Bruder) die Plätzchen ausstechen.
Gerade sehe ich vor meinen inneren Augen meine Mama in der Miniküche vor dem Gasherd stehen.
Es gab da einen Teig, von dem wir nicht kosten durften, weil Weinbrand als Zutat dran gehörte.
Meine Mutter tat gut daran, die Teigrollen gut vor ihrer kleinen Naschkatze zu verstecken ...
Denn das Endergebnis - der Heidesand - gehört noch heute zu meinem Favorit am Keks -Himmel.
Für welche Kindheitserinnerungen bin ich am meisten dankbar
Da überlege ich keine Sekunde lang.
Ich bin in Pulsnitz nahe Dresden und der Sächsischen Schweiz aufgewachsen.
Wenn wir am Wochenende am Frühstückstisch saßen, beschlossen wir häufig:
Heute gehen wir wandern.
Und wieder sehe ich vor meinen inneren Augen meine Mama den großen Topf auf den Gasherd setzen (Wasserkocher kannten wir zu der Zeit noch nicht), um Tee für die ganze Familie zuzubereiten.
Es war auch nicht so selbstverständlich wie heute, dass es an jeder Ecke eine gastronomische Einrichtung gibt, die geöffnet ist.
Wir packten also einiges in den Wanderrucksack und da durften Russischbrot und Gummibärchen auf keinen Fall als Motivation fehlen.
Alle Mann hinein in den Trabi und auf ging es in die Sächsische Schweiz.
Für uns Kinder war es logischerweise am spannendsten, wenn die Wanderwege eine Herausforderung zu bieten hatten. Wie einen Aufstieg mittels Klettern durch Abstützen der Füße rechts und links beispielsweise.
Ich erinnere mich deshalb so gerne an diese Wanderungen , weil sie in mir eine tiefe Verbundenheit zur Natur verwurzelt haben, die ich noch heute so intensiv empfinde.
Ein Detail, was mir in Erinnerung geblieben ist: Wenn die Rotbuchen ihre Früchte zu Boden geworfen hatten, sammelten wir diese und ich mochte den Geschmack.
Das würde ich ebenfalls mit meinen Kindern machen.
Heute nutze ich die Gelegenheit, wenn ich meinen Vater besuche, ihn zu einer Wanderung in der Sächsischen Schweiz anzustiften.
Achja, die Verbundenheit zur Natur vertiefte sich dann noch, wenn wir zusammen Pilze sammeln gingen. Wodurch wir Kinder eine Menge über die großzügigen Gaben der Natur lernten.
Ich sehe noch heute den Gartentisch mit dem Berg an Pilzen vor mir, die es zu putzen galt.
Auch meine liebe Großmutter ging mit mir in den nahe gelegenen Wald im Nachbarort, wenn ich meine Ferien dort verbrachte, um Beeren zu sammeln. In den Sommerferien war das Angebot natürlich groß: Heidelbeeren, weiße und rote Himbeeren, wilde Johannisbeeren, Brombeeren.
Eine nicht zu unterschätzende Kindheitserinnerung, die mich sehr geprägt hat
Dazu muss ich erwähnen, dass ich auch Silvester öfters bei meinen lieben Großeltern im Nachbarort verbringen durfte. Mein Großvater hatte die Angewohnheit, am Neujahrstag stets das Neujahrskonzert im Fernsehen zu verfolgen und das war traditionell Beethovens 9. Sinfonie.
Ich sehe noch vor mir, wie mein Großvater vor dem Fernseher steht und mitdirigiert.
Zu dieser Zeit hatte ich keine Ahnung, dass er selbst einmal Violine gespielt hat.
Diese Liebe zur klassischen Musik hatte offensichtlich meine Mama geerbt, zumindest besaßen meine Eltern einige von den schwarzen Vinylscheiben (Schallplatte) mit klassischer Musik.
Und eines Tages bekam auch ich meine erste Schallplatte mit klassischer Musik geschenkt.
Ich meine, es die Oper "Hänsel und Gretel". Es kam, wie es kommen musste, an Weihnachten lag die Schallplatte mit der Oper "Fidelio" unter dem Tannenbaum. Mir war gar nicht bewusst, dass ich mir diese gewünscht hatte, also glaubte ich es meinen Eltern einfach.
Kurz: Bei der nächsten Gelegenheit durfte ich meine Eltern im zarten Alter von 11 Jahren in eine Aufführung von "Fidelio" ins Große Haus nach Dresden begleiten (die Semperoper war noch Ruine).
Als wäre es gestern gewesen, höre ich noch heute, wie beim Hinausgehen jemand zu meinen Eltern sinngemäß sagt:
"Na, das war doch viel zu schwere Kost für Ihre Tochter". Obwohl ich völlig abwesend war und wie in Trance an der Hand meiner Mutter nach draußen lief.
Um die Brücke zu heute zu schlagen:
Heute morgen hörte ich in meinem inneren Ohr aus dem Finale von "Fidelio" die Stelle
"Gott, welch ein Augenblick ...welch unaussprechlich süßes Glück" in dem Moment, als ich die Spende meines Blogger Freundes Sebastian Zehner an den krebskranken Danilo und die Elterninitiative krebskranker Kinder in Jena e.V, überweisen durfte.
Ich danke meinen Eltern, dass sie mir die Liebe zur Natur und zur Musik weiter gegeben haben.
Wenn mir heute nur eine einzige Wahl gelassen würde, was ich meinem Kind beibringen würde :
Liebe zu sich selbst und Dankbarkeit!
Danke für Deine Zeit.