Die ständig steigenden Grundstücks- und Haus-Preise, sowie die lang anhaltende Niedrigzinsphase sind doch ideale Voraussetzungen, sich vor der Entwertung über die Geldkrise zu schützen, sagen zumindest selbsternannte "Finanzexperten" der Banken. Doch entspricht dies der Wahrheit, oder versucht man nur mal wieder gutgläubige Lemminge auf die Schlachtbank zu führen?
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Dieser Artikel soll nicht dazu dienen, generell Hausbesitzer zu verunsichern, oder in Angst und Schrecken zu versetzen. Aber in meinem Bekanntenkreis beobachte ich immer öfters, dass junge Leute im Alter Anfang 20, nach einem Gespräch mit einem „kompetenten“ Finanzberater sich völlig unbedarft dazu entschlossen haben, eine Eigentumswohnung zu kaufen. Ohne jegliche Einbeziehung eventueller, nachteiliger gesellschaftspolitischer Entwicklungen, werden in besagter Altersgruppe vorschnelle Kaufentscheidungen, dieser allseits als „zukunftssicher“ angesehenen Geldanlageobjekte, getroffen.
Mit Immobilien hat man jahrzehntelang wertbeständige Investitionen tätigen können, doch in Phasen von Übertreibungen sind diese Zeiten auch einmal vorbei! In vielen Ländern befinden sich Immobilienpreise bereits im Rückwärtsgang, Deutschland könnte diesen Beispielen alsbald folgen. Die amerikanische Subprime-Krise 2007 sollte keinesfalls in Vergessenheit geraten! Immer wenn ein Geldsystem sich seinem Ende nähert, versuchen die Regierenden an die Vermögen der Bürger zu kommen. Ausser der Beschlagnahme von Bankkonten, Lebensversicherungen und Altersvorsorge, etc. stehen insbesondere die Immobilienwerte zur Verfügung.
Da alle Immobilien bundesweit staatlich erfasst sind, ist es für eine Regierung ein Leichtes diese mit Grundsteuererhöhungen, Wohnungssteuern, Hypothekensteuern, unsinnigen Energiesteuern zu belegen, oder eine Art "Lastenausgleichsgesetz" zu erschaffen, bei der allen Immobilien eine Zwangshypothek auferlegt wird.
Zwangssteuern auf Vermögenswerte, insbesondere Immobilien, haben gerade in der deutschen Geschichte eine oft angewandte Tradition:
1919 Reichsnotopfergesetz mit Steuersätzen bis zu 65% auf Vermögen, im besonderen auf Immobilien.
1924 bis 1943: Hauszinssteuer, auch als Gebäudeentschuldungssteuer bezeichnet.
1948 bei der Währungsreform, wurde durch die Hypothekengewinnabgabe zwangsweise eine sogenannte Umstellungsgrundschuld eingetragen.
1952 Das Lastenausgleichsgesetz in seiner endgültigen Form.
Ein weit verbreiteter Irrglaube ist auch, dass die Schulden für den Immobilienkauf über Hyperinflation entwertet werden. Aber auch hier zeigt im Besonderen die deutsche Geschichte, dass dem nicht so sein muss. Mit dem "Aufwertungsgesetz im Jahre 1925" wurden 2 Jahre nach der Hyperinflation die Hypothekenschulden aus der Weimarer Republik nachträglich aufgewertet. Wer sich gefreut hatte, seine Verbindlichkeiten losgeworden zu sein, wurde zwei Jahre später wieder schmerzlich in Regress genommen.
Zusätzlich mussten Vermieter von Immobilien, mehrmals in vergangenen Krisenphasen, vom Staat verordnete Mietpreisfestschreibungen durchstehen. Damit war ein Inflationsausgleich auch nicht realisierbar.
Eine weitere Fehleinschätzung ist, dass Schuldner in der Überzeugung leben, dass ihre Zinsfestschreibungen bindend wären. Doch bei einem Wirtschafts- und Finanzkollaps werden Notstandsverordnungen erlassen, bei dem Banken und Finanzinstitute, als sogenannte "Stütze der Sozialgesellschaft", besonders schutzbedürftig sind! - Folge: Gesetzliche Willkür durch Aufhebung der Zinsfestschreibung, bzw. gesetzliche Anhebung des vorher als „unveränderlich“ vereinbarten Zinssatzes!
Bei einem Banken-Crash werden viele Kreditverträge aufgrund von Notklauseln fällig gestellt und von den Banken neu, natürlich zu wesentlich höheren Zinssätzen, verhandelt. Schuldner, die den höheren Zinsen nicht nachkommen können, droht eine Enteignung durch Zwangsversteigerung. Bitte beachten: Jede Wertanlage hat immer zwei Seiten, aber gerade bei Immobilien wurde in den letzten Jahren die Risiko-Seite komplett ausgeblendet. Diese Worst-Case-Szenarien müssen nicht zwingend eintreten, aber ein Staat der hoch verschuldet ist, kommt unweigerlich in Zugzwang, sich auf irgend eine listige Art und Weise zu entschulden. Und auch Deutschland ist wesentlich höher verschuldet, als uns Politik und Medien glauben machen wollen. Auch Deutschland kann seine Schulden unmöglich zurückzahlen!
Deshalb nochmals der dringlich Appell an alle jungen, unerfahrenen Kaufinteressenten von Immobilien: Befasst euch bitte auch mit den aufgeführten, potentiellen negativen Entwicklungen von Immobilien-Anlagen. Der Vorteil von anderen Anlageklassen, wie Aktien, Edelmetalle oder auch Kryptowährungen ist, dass man diese von heute auf morgen, wieder verkaufen kann, wenn Gefahr im Verzug ist. Bei Immos geht das leider nicht und ihre Anschaffung ist fast immer auch mit langjährigen Krediten behaftet – Soll heißen: Wohnung/Haus ist weg und man darf trotzdem über Jahrzehnte hinweg den bestehenden Kreditvertrag bedienen!
Ein lesenswerter Artikel vom 23.10.2017 aus dem Manager-Magazin, spricht das Thema „Sondersteuer auf Immobilen“ an.