Der Kaiserschnitt war einstmals als letzter Ausweg gedacht, um lebensgefährliche Komplikationen für Mutter und Kind bei der Geburt zu umgehen. Doch wie so oft in der modernen Medizin, werden Notlösungen, die kostenintensiv sind, gerne häufiger angewandt, um die Erträge der Kliniken zu steigern. - Und dies oft, ohne Rücksicht auf das Wohl von Mutter und Kind zu nehmen!
Gerade Deutschland gehört zu den Spitzenreitern bei Kaiserschnitt-Geburten im internationalen Vergleich. Inzwischen wird jedes 3. Kind per Kaiserschnitt geboren, in manchen Bundesländern (Rheinland-Pfalz) sogar jedes 2. Kind.
Nach den Sätzen der Fallpauschale darf für eine natürliche Geburt bis ca. 1800,00 Euro, für eine Kaiserschnitt-Geburt aber bis zu 5000,00 Euro, je nach Komplikationen, abgerechnet werden (siehe hier).
Dies lässt die Vermutung zu, dass Krankenhäuser daher gerne den werdenden Müttern eine Kaiserschnitt-Geburt anraten und sie gegebenenfalls dazu überreden.
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Faktenverdrehend wird einerseits die natürliche Geburt zum Risiko und Gefahr für Leib und Leben von Mutter und Kind eingestuft. Andererseits wird die Kaisergeburt den werdenden Müttern als zeitgemäß, einfacher, unkomplizierter, schneller und weniger schmerzhaft verkauft. Auch die Aspekte „schönheitsschonend und jugenderhaltend“ werden gerne vordergründig betont.
Kritiker verweisen darauf, dass die Skalpellgeburt erhebliche Risiken für die Mutter, aber auch für das Neugeborene darstellen. Britische Forscher haben 2007 festgestellt, dass Frauen, die sich ohne medizinischen Grund einem Kaiserschnitt unterziehen, ein doppelt so hohes Risiko eingehen bei der Geburt zu sterben. Die Bedrohung an einer gefährlichen Infektion zu erkranken sei dabei sogar 5-mal höher.
Eine große Gefahr besteht auch darin, dass Kliniken Frühgeburten oft ohne einen medizinischen Grund einleiten. Dies hört sich sicherlich unglaublich an, aber Entbindungen sind nur ein Teil dieses überaus lukrativen Geschäftes. Mit Frühgeburten lässt sich noch viel mehr Geld verdienen.
Brutkastenbetreuung und weitere Folgebehandlungen bedeuten enorme Ertragssteigerungen auf vielen Ebenen. Denn Frühgeburten sind häufig anfälliger, erkranken oft an Atemwegserkrankungen, Allergien und anderen, ständig häufiger auftretenden, Zivilisationskrankheiten.
Die gesetzlichen Kassen unterstellen in manchen Fällen, dass Krankenhäuser mit Kaiserschnittgeburten und Frühgeborenen-Statistiken tricksen, um so mehr Geld zu erhalten.
Das Abrechnungssystem gibt vor, dass je weniger ein Frühchen wiegt, desto mehr müssen die Kassen bezahlen. Ein Gewichtsunterschied von 2 Gramm kann, je nach Einstufung in Gewichsklassen, 150,- € pro Tag ausmachen.
Krankenkassen hegen den Verdacht, dass Kliniken Frühgeburten deshalb oft leichter rechnen, oder Geburten sogar bewusst früher einleiten, nur um schwarze Zahlen zu schreiben.
„Durch Statistiken ist belegbar, dass überdurchschnittlich viele Frühchen mit dem abrechnungstechnisch optimalen Gewicht zur Welt kommen“, sagt Florian Lanz vom Spitzenverband gesetzlicher Krankenkassen. „Wenn Kliniken ein paar Gramm weniger angeben, bedeutet das fast 30.000,- € zusätzlich von den Krankenkassen pro Geburt.“
Hinweis: Nicht alle Krankenhäuser agieren auf einer derartigen Basis. Dieser Beitrag soll auch nicht dazu dienen, generell Kliniken und ärztliche Eingriffe zu verunglimpfen, aber er soll dazu anregen, sich grundsätzlich über jedes ärztliche Verfahren, im Vorfeld einer Anwendung, kritisch zu informieren!
Zukünftige Eltern, die vor der Entscheidung stehen, ob natürliche, oder Skalpellgeburt, sollten sich unbedingt in die Thematik einarbeiten. Der TV-Sender 3Sat hat sich dem Thema sehr intensiv gewidmet und kann dabei helfen, Entscheidungen gründlichst zu überdenken (Text und Video-Beiträge):
http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=47258
http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=46430
http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=43451
Auch passend zum Thema: Skandal um Frühgeburten (ARD Mittagsmagazin).
(Videoquelle: www.youtube.com)