Egal ob wir in ETFs, Aktien oder Fonds investieren möchten: Es gilt ein paar grundsätzliche Regeln zu beachten, wenn wir an der Börse Erfolg haben wollen.
Um die Wichtigkeit der nun folgenden Regeln zu unterstreichen, verzichte ich auf die sonst genutzte, nette Wir-Form.
Nur Geld investieren, das man nicht braucht. Ein Börseninvestment ist immer mit der Gefahr verbunden, dass die Kurse sinken. Damit man keinen Verlust macht, braucht man die Fähigkeit, schlechte Kurse aussitzen zu können. Das geht aber nur, wenn das Geld das man investiert hat, nicht für andere Dinge benötigt wird. Da an der Börse auch die Gefahr besteht, dass das eingesetzte Geld verloren geht, darf nicht so viel investiert werden, dass bei einem Verlust die eigene Existenz bedroht ist.
Eine Strategie festlegen und sich daran halten. Bevor die ersten Order aufgegeben werden, sollte man genau wissen, in was man investiert und wie man damit umgeht, wenn die Kurse fallen oder extrem steigen. Damit man sich nicht zu spontanen Reaktionen bei starken Kursänderungen hinreißen lässt, sollte man sich zu Beginn genau bewusstmachen, wie man sich in den verschiedenen möglichen Situationen verhalten möchte.
Diversifikation nutzen. Diversifikation bedeutet, sein Geld breit gestreut anzulegen. Wenn man nur in deutsche Automobilhersteller investiert, und die deutsche Autobranche ein schlechtes Jahr hat, ist die gesamte Investition gefährdet. Stattdessen sollte breit gestreut in verschiedene Unternehmen in unterschiedlichen Ländern investiert werden, damit einzelne, schwächelnde Branchen durch viele andere mit positiver Kursentwicklung aufgefangen werden können (vgl. Kommer 2015, S. 339).
Sich nicht von negativen Medienberichten beeinflussen lassen. Wenn in den Zeitungen zu lesen ist, dass ein Börsencrash bevorsteht, sollte bedacht werden, dass sich schlechte Nachrichten stets besser verkaufen als Gute.
Sich nicht von positiven Medienberichten beeinflussen lassen. Auch gut gemeinte Tipps haben keinen Nutzen, denn wenn sie aus dem Internet oder den Nachrichten stammen, hat jeder darauf Zugriff und die Tipps somit keinen Wert mehr. Beispiel: Man erfährt aus den Nachrichten, dass im September das neue iPhone vorgestellt wird, was ein guter Zeitpunkt sei um Apple-Aktien zu kaufen, da deren Kurs mit dem Erscheinen des neuen iPhones sicher steigen werde. Allerdings wissen jetzt alle an der Börse, dass dass neue iPhone erscheint; der Kurs geht also schon vor September in die Höhe. Und wenn das iPhone dann nicht so gut wie erwartet ist, ist es sogar möglich, dass der Kurs fällt und der Anleger Geld verliert.
Sein Finanzprodukt verstehen. Bevor man sein Geld anlegt, sollte man sich mit der Wertpapierart, in die man investieren will, auseinandersetzen. Nur wenn man weiß, wie sie funktioniert, kann man auch vernünftige Anlageentscheidungen treffen (vgl. Kommer 2015, S. 341).
Jetzt, wo die Wichtigkeit dieser Regeln verdeutlicht wurde, kann ich wieder in die Wir-Form wechseln. Im nächsten Teil der Serie werden wir uns ETFs anschauen und sehen, welche Vorteile sie gegenüber herkömmlichen Fonds bieten.
Quelle:
Kommer, Gerd: Souverän investieren mit Indexfonds & ETFs: Wie Privatanleger das Spiel gegen die Finanzbranche gewinnen, 4. Auflage, 2015, Frankfurt am Main: Campus.
In dieser Serie bereits erschienen:
Geldanlage mit Online-Brokern (1/8): Was Online-Broker sind.
Geldanlage mit Online-Brokern (2/8): Auswahl eines Online-Brokers.
Geldanlage mit Online-Brokern (3/8): Ein Depot einrichten.
Geldanlage mit Online-Brokern (4/8): Grundregeln an der Börse.
Link zum vorherigen Artikel:
https://steemit.com/deutsch/@derlukas/geldanlage-mit-online-brokern-3-8-ein-depot-einrichten