Die Flechten sind eine symbiontische Lebensgemeinschaft zwischen Pilz, Grünalge oder Cyanobakterien. Die Pilze geben der Flechte eine Form und schützen vor Austrocknung. Die Grünalgen (oder Cyanobakterien) betreiben Photosynthese und liefern im Gegenzug die Nährstoffe. Flechten brauchen nicht viel zum Leben, aufgrund dieser Genügsamkeit findet man viele Arten auch in extremen Lebensräumen. Manche Flechten wachsen nur bei sehr guter Luftqualität, diesen Umstand kann man sich zunutze machen um die Luftgüte einer bestimmten Region zu bewerten.
Die Strauchflechten haben, wie der Name bereits vermuten läßt, einen strauchförmigen Wuchs. Am bekanntesten sind wohl die Rentierflechten die in Deutschland vor allen in den Moor- und Heide-Lebensräumen vorkommen. Manche Strauchflechten wachsen auch auf der Rinde von lebenden Bäumen. Bei diesem Vorgang wird der Baum nicht geschädigt, es besteht also kein Grund die Flechten zu entfernen.
Ich möchte nachfolgend fünf Arten vorstellen:
Die Pfriemen-Geweihflechte (Cladonia subulata) wächst auf sauren, manchmal sandigen oder lehmigen Böden. Man findet die Art meist im Heide- oder Moor-Biotop.
Die Scharlach-Becherflechte (Cladonia coccifera) wächst auf Felsen oder im Heide-Biotop. Da bei den Flechten Pilze involviert sind gibt es auch Fruchtkörper (Apothecien). Mit den roten Fruchtständen gehört die Art zu den schönsten Strauchflechten.
Die Pflaumenflechte (Evernia prunastri) wächst an der Borke von Bäumen oder auf sonstigem Totholz. Die Art ist noch recht häufig und weit verbreitet.
Die meisten Rentierflechten bevorzugen Moor- oder Heide-Lebensräume. Eine Ausnahme bildet die Falsche Rentierflechte oder Gesprenkelte Becherflechte (Cladonia rangiformis) die auf kalkhaltigem Gestein oder Halbtrockenrasen wächst.
Die Finger-Becherflechte (Cladonia digitata) wächst auf Totholz oder Rohhumus. Man findet die Art oft an Baumstubben (bevorzugt Kiefer).