von diesem Steg
und ich fiel wie ein Stein. Das kalte Wasser schlug über mir zusammen, drang sofort in meinen Anzug, kroch die Beine, die Arme empor, lief mir den Hals herunter. Krampfhaft hielt ich die Luft an, bis mein Restverstand zu mir durch drang: "Atme einfach weiter und blas endlich das Tarierjacket auf, die Anderen warten. Wiedermal."
Das war mein erster Kontakt mit richtigem Wasser in meiner Taucherkarriere und mein zweiter Tag überhaupt.
Den ersten Tag der praktischen Ausbildung habe ich im Waldbad Grabow absolviert und dort sicherlich zur Unterhaltung der Badegäste beigetragen.
Erste Übung, einfach auf dem Grund knien:
1.Versuch
geht ja doch!
Die nächsten beiden Bilder sind weder Tanz noch Kampf, mein Tauchlehrer gibt mir lediglich Hilfe beim Ab- und Anlegen des Jackets.
Der Tag da war zwar anstrengend, auch ein wenig peinlich, wenn ich wiedermal feststellte, wie wenig Körperbeherrschung ich nur noch habe, aber es lief gut, bis auf:
Maske ausblasen
Wenn die Tauchermaske teilweise oder ganz voll Wasser gelaufen ist oder man sie aus Gründen Unterwasser mal abgesetzt hatte, muss das Wasser da ja wieder raus, damit man wieder sehen kann. Man entleert sie, indem man stoßartig durch die Nase ausatmet und dabei die Unterseite der Maske entlastet, so daß das Wasser dort hinausgedrückt wird.
Stoßweise durch die Nase ausatmen in trockener Umgebung und ohne Maske würde man von in die Gegend rotzen sprechen.... und ich hatte eine gute Erziehung. Nach literweise Verkostung von gechlortem Wasser durch die Nase und endlosen Versuchen hatte ich es dann aber doch begriffen. Das Gute daran war und ist, meine Nase war, und ist, wie seit Jahren nicht mehr so frei.
Nach 6 Stunden waren wir fertig und wir waren auch fertig, besuchten aber trotzdem noch einen Werksverkauf.
Grabow ist allemal ein Abstecher wert, wenn man in der Gegend ist. Nicht nur wegen des extrem gepflegten Waldbades mit seinem temperierten Wasser im Edelstahlbecken, sondern auch um vom Werksverkauf dieses zuckerhaltigen Gebäcks, formerly known as Negerkuss zu profitieren.
Zurück zum zweiten Tag, denn der Schritt ins Wasser war nicht der Höhepunkt des Tages.
Nachdem ich mich im Wasser gesammelt hatte, ging es runter zur Taucherplattform auf 5 Meter, das erste mal "so tief".
Nach ein paar Augenblicken der Anpassung und Ruhe sollte ich eine kleine Übung absolvieren. Ich sollte meine Mundstück rausnehmen, fallen lassen, wieder einfangen, in meinen Mund stecken und weiter atmen. Nichts besonderes also und am Vortag bereits geübt. Also Mundstück raus und fallen lassen und dann bemerkte ich, dass Kosie, mein Tauchlehrer, mir sein zweites Mundstück vor die Brust hielt. Nach kurzem Nachdenken was er wohl will (soll ich seines nehmen?), schon etwas knapp an Luft, beschloss ich halt dann dieses zu nehmen, tat es, steckte es mir in den Mund....
Nur was mache ich mit dem Wasser, welches bereits in meinem Mund war? Runterschlucken?Mit einatmen? Ausspucken ging nicht mehr, meinen Lunge war leer.
Kosie half mir und drückte die Munddusche und blies mir somit Luft in dem Mund.
In meinen Mund?
Unerwartet?
Ungefragt?
Luftmangel hin oder her, aber das ging zu weit!
Meine Mutter kann sich heute noch gut daran erinnern, als sie versuchte, mir etwas in den Mund zu tun.
Einen Löffel
mit Spinat
als ich zarte 5 Jahre alt war
es wäre übertrieben zu behaupten, dass man danach die Küche renovieren musste, aber nur ein wenig.
If you panic then panic first!
Brüllen, Schreien, um mich schlagen ging wegen Luftmangel nicht, ich bin also ersatzweise raketengleich an die Oberfläche und habe den Tauchgang abgebrochen. War auch gut so. So hatte ich eine Stunde Zeit darüber nachzudenken, ob ich wirklich unbedingt tauchen lernen will und ob der Begriff Dramaqueen geschlechtsübergreifend gilt. Ich entschied mich für Tor2 und zur Wiederholung des Tauchgangs, welcher problemlos lief.
Mein Dank hier an Kosie, dem Chef von Kosies D.I.V.E Center am Schweriner See, der all dies mit engelhafter Geduld ertrug (und weiterhin ertragen muss).
Den dritten und letzten Tag der praktischen Ausbildung habe ich auch überstanden, sogar ohne großes Drama und mit Flossenschlägen von jemanden, der tauchen kann, wurden wir zum Openwaterdiver geschlagen.
Das Üben und Trainieren kann beginnen, der Spaß hat dies schon längst.
PS. Ich hätte gern bessere Bilder in diesem Post, aber so lange ich im Wasser vornehmlich mit Überleben beschäftigt bin, wird das wohl nichts. Diese Bilder sind auch von späteren Tauchgängen.