Gestern bei einer Promotionsfeier:
Österreichische Bundeshymne. Bekanntlich hat die offiziell einen neuen Text ("Heimat bist du, Töchter, Söhne" statt "Heimat bist du großer Söhne"). Politisch korrekt, grammatikalisch so korrekt wie unsere restliche Sprache. Und bekanntlich wird inoffiziell hauptsächlich nach wie vor der alte Text gesungen, weil wenn wir Österreicher wo Weltmeister sind, dann in der diebischen Freude zivilen Ungehorsam üben zu können - solange er harmlos ist, man will sich ja nicht ernsthaft mit Autoritäten anlegen. Herr Karl lässt grüßen.
Und so besingt dann eben im universitären Festsaal der halbe (vorwiegend männliche) Teil die großen Söhne, und die anderen die Töchter auch noch. Die Frau Vizerektorin blinkt mahnend in die Runde, kann sich jedoch das Schmunzeln nicht ganz verkneifen.
Es ist ein hartes Dilemma, das schon für viel politischen und privaten Streit (links gegen rechts, progressiv gegen traditionell, Mann gegen Frau) gesorgt hat.
Und dabei wäre die Lösung so einfach:
Heimat bist du großer Kinder!
Geschlechtsneutral und passend wie die Faust aufs Aug. Wieso fragt mich eigentlich niemand bevor Texte geändert werden?